LICHTBOTE :: INFO
Ersterscheinung: Mai 2014

Zur Ruhe kommen - Ausgleich finden
Geht das in unserem Alltag überhaupt noch?

Unser Alltag ist geprägt von einem ständigen Informationsfluss, dem wir fast pausenlos ausgesetzt sind. Wir sind dauernd damit beschäftigt einer Tätigkeit nachzugehen und finden selten die richtige Balance zwischen Anspannung und Entspannung. Außerdem konfrontieren uns Radio, TV und Zeitungen ständig mit Nachrichten und überall wird man zwangsbeschallt, alle laufen nur noch mit gesenkten Kopf durch die Straßen, weil sie den Blick vom Handy nicht mehr lassen können. Wir sind immer und überall Lärm ausgesetzt und haben selten die Chance auf ein paar ruhige Minuten. Viele von uns sind von dem Dauerangebot an Informationen bereits so abhängig, dass sie Stille gar nicht mehr aushalten - es ist wirklich traurig, wenn Menschen nichts mehr mit sich selbst anfangen können.

Selbst unsere Freizeit ist oft nur noch Stress pur, weil wir ewig zwischen den verschiedensten Aktivitäten umherhetzen. Wir laufen ständig auf Hochtouren und dürfen uns im Grunde nicht wundern, dass unsere Körper geschunden sind, bereits in jungen Jahren Abnutzungserscheinungen davon tragen und unsere Muskel schmerzhafte Verhärtungen aufweisen. Viele klagen über Schlafstörungen und Erschöpfungszustände, sind müde und kraftlos. Natürlich kann man diese Symptome je nach Jahreszeit passend einer Winterdepression, der Frühjahrsmüdigkeit oder einem zu heißen Sommer zuschreiben. Doch die Wetterlage beschert uns vielleicht manchmal ein bisschen Unwohlsein, aber darauf können wir uns nicht ständig ausreden.

Tatsache ist, dass wir unseren Körpern zu viel abverlangen, wir muten uns viel zu viel zu. Die wenigsten von uns beherrschen die Kunst seinem Körper und auch seiner Psyche den notwendigen Ausgleich nach einem anstrengenden Tag zu gönnen. Es ist auch ziemlich schwer, da unser Arbeitstag selten nach unserem Job endet, denn meist wartet noch der Haushalt, der Partner und die Kinder auf uns... wo bleibt da noch Zeit für uns selbst?

Natürlich hat jeder sein eigenes Tempo und somit auch seine ganz individuellen Entspannungsmethoden - aber Hand auf's Herz - wer kann sich täglich die erwünschte Portion Harmonie für Körper, Geist und Seele gönnen? Vor allem, wer nimmt sich so wichtig und stellt sich täglich an die erste Stelle? Ja, ja, da kommt natürlich gleich das böse Wort Egoist in den Sinn, doch dieser Ausdruck hat leider fälschlich seinen unguten Beigeschmack bekommen. Eigentlich ist es lebensnotwendig egoistisch zu sein, nämlich in dem Punkt, dass wir uns selbst so wichtig nehmen, damit wir uns um unser eigenes Wohl kümmern und es zu lassen, dass es uns so richtig gut geht. Doch viele sind in ihrem Alltag dermaßen eingebunden, funktionieren, erfüllen alle Erwartungen, sie merken zwar, halt hier sollte was geändert werden, aber sie haben keine Ahnung, womit sie beginnen sollten.

Das Problem dabei ist - wir sind Gewohnheitstiere, unser Gehirn folgt immer den gleichen Strategien, den angelernten Mustern und Verhaltensweisen, deshalb kommt man von einer Sucht auch so schwer los. Letztendlich ist unser tägliches Verhalten nichts anderes als antrainiert, routiniert und unser Gehirn liebt das, denn dann kann es viel besser funktionieren - wollen wir ausbrechen, müssen wir uns selbst oft überlisten, uns ködern, uns belohnen. Im Grunde müssen wir uns nur umprogrammieren, eine neue Routine schaffen, die uns das richtige Maß an An- und Entspannung liefert.

Leichter gesagt als getan. Sich ein paar Stunden oder anfangs auch nur ein paar Minuten für sich selbst zu gönnen, ist harte Arbeit - denn jeder kennt den inneren Schweinehund, der sich gern mit dem inneren Saboteur zusammentut und schon lässt man die Veränderung lieber sein. Da melden sich schlechtes Gewissen und Schuldgefühle, weil wir uns plötzlich nicht mehr um die anderen kümmern, die schlagen in voller Wucht zu und schon sind wir wieder in unserem gewohnten Trott. Oft erschaffen wir uns aber auch Situationen oder Ereignisse, damit wir unabkömmlich sind, nur damit wir uns nicht um uns selbst kümmern müssen...

Doch auf lange Sicht gesehen, schaden wir uns damit nur selbst, deshalb ist es so unsagbar wichtig, herauszufinden, wie man einen Ausgleich zur täglichen Arbeit findet - je wahnsinniger die Welt da draußen wird, umso notwendiger ist die innere Stille und Balance. Man sollte sich selbst an die erste Stelle rücken, denn wenn wir in uns ruhen und immer wieder auftanken können, besitzen wir noch mehr Stärke für die Menschen, die uns lieb sind.

In vielen Gruppen und Heilkreisen wird oft Liebe, Licht, Heilung und Energie an die Erde und all die anderen Menschen geschickt - so etwas fällt uns natürlich leicht, denn da haben wir selbstlos Gutes vollbracht und ich will dagegen auch gar nichts einwenden - doch bevor wir an all die anderen Menschen denken, sollten wir doch mal Licht, Liebe, Energie und Heilung uns selbst zukommen lassen. Und wem das zu egoistisch, im negativen Sinn, klingt, der sollte sich fragen, warum er selbst nicht an erster Stelle stehen darf.

Dies ist ein Aufruf an alle, die sich nur um die anderen kümmern und auf sich selbst so oft vergessen! Nehmt euch die Zeit um eure Wünsche zu erfüllen oder zuerst eure Wünsche herauszufinden, erforscht, was euch entspannt, entdeckt eure persönliche Kraftquelle, geht in euch und spürt in euch hinein, was sind eure Sehnsüchte, Wünsche, Bedürfnisse - die Antworten findet ihr in euch selbst - draußen ist es nur meistens so laut, dass wir unsere innere Stimme gar nicht hören und wenn wir sie mal hören, ignorieren wir sie doch ziemlich oft... Schüttelt alle selbstauferlegten Verpflichtungen ab und übernehmt die Verantwortung nur für euch selbst, ohne ABER...

Seid euch selbst der beste Freund, die beste Freundin, behandelt euch selbst so, wie ihr den liebsten Menschen in eurem Leben behandeln würdet, liebt euch selbst so, wie ihr eure Kinder liebt, bedingungslos und unendlich.

Brecht aus eurem Alltag aus und lasst keine faulen Ausreden gelten, warum ihr das nicht könnt. Wir können und wir dürfen, warum sollten wir das Leben nicht in vollen Zügen genießen, wer außer wir selbst hindert uns daran? Sind wir nicht selbst alle unseres Glückes Schmied? Wir warten oft darauf, dass sich etwas von selbst verändert und meistens tut es das ja auch, so rasend schnell und selten in die Richtung, die wir bevorzugen... deshalb sollten wir das Schicksal selbst in die Hand nehmen, mit der Veränderung bei uns selbst anfangen, wir erschaffen unsere Realität selbst und holen so den Himmel auf die Erde!

Viel Vergnügen!

Text: Sabine Miksu

Home Lichtbote

Home S'Idea