Ausgabe 24 / 18.8.2009

 

DAS gönn ich mir... !

Wirklich? Bin ich mir da ganz sicher?.... Sofort kommt das schlechte Gewissen... darf ich das wirklich, oder sollte ich doch warten bis mehr Geld vich doch warten bis mehr Geld vorhanden ist. Egal in welchem Bereich auch immer, es ist doch selten so, dass wir uns das gönnen, was wir im Grunde gerne hätten. Ein Stückerl Schokolade mehr, oder eine zweite Tüte Eis, ein Paar Schuhe, das uns aus der Auslage anlacht, oder ein neues Kleidungsstück für unseren überfüllten (?) Schrank.

Was steckt dahinter... warum wollen wir uns nicht belohnen, uns etwas gönnen. Meistens sind wir doch immer nur für die anderen da, belohnen unsere Familie und Freunde mit kleinen Geschenken und wir selbst bleiben auf der Strecke. Natürlich bekommen wir auch von anderen immer wieder kleine Aufmerksamkeiten, aber von uns selbst nicht.

Es gibt natürlich immer wieder die perfekten Ausreden, bei Süßigkeiten ist es immer das Gewicht und wenn wir dann doch ein Stückerl Schokolade oder eine leckere Mehlspeise schlemmen, haben wir sofort ein schlechtes Gewissen, das uns so schwer macht, dass am nächsten Tag wirklich ein halbes Kilo mehr auf der Waage angezeigt wird...

Und wenn uns nicht unser Gewicht den Genuss verdirbt, dann ist es unser Geldbörsel – die zweite perfekte Ausrede, denn Geld haben wir ja sowieso nie genug – und schon gar nicht für Dinge, die wir vielleicht gar nicht brauchen.

Aber es muss ja nicht immer etwas Materielles sein, wir nehmen uns ja nicht mal Zeit für uns selbst – nicht mal das stellen wir uns zur Verfügung. Es gibt immer was zu tun, nicht wahr, da bleibt natürlich nichts für uns übrig. Doch irgendwann werden wir mit unserer Energie am Ende sein, wenn wir nicht anfangen etwas für uns zu tun, wenn wir uns nicht zurückziehen können um Kraft zu schöpfen und Energie zu tanken.

Es wurde uns leider so angelernt, dass wir immer der Gesellschaft entsprechen müssen und da ist halt kein Platz für das individuelle Sein – denn sobald du anders bist, passt du nicht mehr ins gesellschaftliche Bild. Wir nehmen das meist hin und fügen uns der Gesellschaft, weil wir immer wieder Angst haben, dass wir alleine übrig bleiben. Doch der Preis ist hoch, denn wenn wir uns immer der Gesellschaft unterordnen, verlieren wir uns irgendwann und funktionieren nur noch als Teil einer Gruppe.

Obwohl wir alle wissen, wie wichtig persönliches Wachstum ist, haben wir trotzdem Angst vor der Einsamkeit, vor dem Ausgeschlossen-sein und entsprechen dem gesellschaftlichen und sozialen Gefüge. Die Gesellschaft diktiert uns, dass wir uns um alles kümmern, funktionieren müssen und da bleibt natürlich kein Platz für den Genuss... Wir wurden so erzogen, dass wir Leistung bringen, brav arbeiten gehen, eine Familie gründen und wieder arbeiten gehen. Doch zwischendurch sollte wirklich Zeit und Raum für jeden Einzelnen sein! Es lebe der Egoist! Das ist jetzt nicht sarkastisch gemeint, das ist mein voller Ernst! Unser Ego ist – es darf sein. Wir müssen uns mehr auf uns selbst konzentrieren, Pausen machen, Ruhe finden und uns etwas gönnen! Es sollte alles im harmonischen Gleichklang stattfinden. Anspannung ist genauso wichtig wie Entspannung. Aktivität und Ruhe. Arbeit und Vergnügen. ... 

Natürlich wird jeder von uns einen anderen Grund haben, warum er sich nicht um sich selbst kümmert... manchmal ist es einfach Angst vor dem was man in sich finden könnte, oder alte Kindheitsmuster die immer wieder zuschlagen und uns ablenken. Trotzdem sollten wir nicht mit Scheuklappen durch’s Leben gehen und nur wie eine gut geölte Maschine funktionieren. Das Leben sollte doch mehr sein, oder?

Fangen wir an, als aktive Spieler am Spiel des Lebens teilzunehmen und am besten gönnen wir uns gleich etwas, was wir schon immer gerne haben wollten!

Text: Sabine Miksu

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