Ausgabe 62 / Jänner 2013



Sterngucker
Kometen, Meteore, Sternschnuppen
 


Unsere Sternschnuppe, ganz winzig, nur knapp 1,5cm im Durchmesser, 9 Gramm leicht.
Ein Gruß von einer fernen Welt - im richtigen Licht betrachtet, kann man eine Raubkatze entdecken...

 

Unsere Erde wird jedes Jahr ein bisschen schwerer - denn seit mindestens 30.000 Jahren prasseln jährlich rund 40.000 Tonnen kosmischer Staub und anderes Material aus dem Weltraum auf den Planeten. Somit bekommt unsere Erde jährlich tausende Tonnen außerirdische Partikel und Sternschnuppen ab, die beim Eintritt in die Atmosphäre nicht komplett verglühen. Natürlich ist das für unseren riesigen Planeten nicht viel, dennoch ist es interessant, was uns so alles aus den unendlichen Weiten des Universums zufliegt.

Sternschnuppen laden immer zu verträumten, romantischen Wunschgedanken ein, doch ist so ein Schnüppchen alles andere als "herzig", denn - obwohl die meisten in der Atmosphäre komplett verglühen - sind es Eisengeschosse, die sich den Weg zur Erde bahnen. Und immer wieder trifft uns auch etwas Größeres - so wie im April 2012, als über Kalifornien und Nevada ein Meteorit niederging. Der "Sutter's Mill Meteorit" überstand die Eintrittsgeschwindigkeit von 28,6 Kilometer pro Sekunde (= ca. 103.000 kmh) - einige seiner Teile konnten relativ schnell gefunden und untersucht werden. Man stellte fest, dass es sich hier um Materialen handelt, die zu den ältesten des Sonnensystems zählen. Sein Eintritt in die Erdatmosphäre entsprach der Energie einer Explosion von ca. 4 Kilotonnen TNT - dabei zerbrach er 48 Kilometer über der Erdoberfläche. Und obwohl man schätzt, das der Meteorit beim Eintritt ungefähr zweineinhalb bis vier Meter groß war, wog das größte gefundene Fragment nur 205 Gramm! Woher er kam, darüber gibt es bereits Spekulationen - man nimmt an, dass er aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammt.

Immer wieder gibt es Beobachtungen und direkte Begegnungen mit Metoriten, gottseidank ziemlich selten. Wenn man nun bedenkt, dass dieser Winzling mit maximal 4 Meter Größe schon so eine gewaltige Kraft frei setzt, darf man gar nicht daran denken, was passiert, wenn wir vielleicht mal von einem größeren Ding getroffen werden.

Im Februar 2013 kommt unserer Erde auf jeden Fall so ein größeres Ding ziemlich nahe. Aber eben nur nahe - 20.000km nahe - und obwohl er doch relativ dicht an der Erde vorbeischrammt und einen Durchmesser von ungefähr 45 Metern hat, wird er nicht zu beobachten sein, zumindest nicht mit bloßem Auge. Wer mit einem Teleskop ausgestattet ist, hat da vielleicht schon mehr Glück, am dichtesten kommt er an die Erde angeblich am 15. Februar 2013 um 20:26 MEZ. Laut Astronomen stellt aber auch ein kleiner Asteroid dieser Größe keine Gefahr für die Erde dar. Da gibt es weit größere, nämlich mit 400 Meter Durchmesser, wie den Asteroid der im November 2011 in rund 300.000km Entfernung an der Erde vorbeiflog - und der kommt immer wieder - da er sich in einer Art Pendelbewegung zwischen den Bahnen von Venus und Mars bewegt.

Nichts desto trotz, sind Sternschnuppen und Kometen ein schönes Himmelsschauspiel und zeigen uns immer wieder, welch faszinierende Ereignisse am Himmel zu entdecken sind. Egal wie oft ein Asteroid an der Erde knapp vorbeifliegt, bis jetzt haben sie uns meist verfehlt und nicht allzugroßen Schaden angerichtet, ich weiß schon, die Dinosaurier würden dem nicht zustimmen, aber bis jetzt hatte die Menschenrasse Glück und wurde nicht vernichtet, und kann sich über einen Blick in die Sterne freuen.

Bleiben wir also bei den schönen und faszinierenden Beobachtungen - 2013 haben wir die Chance gleich zwei Kometen entdecken zu können. Zur Zeit bewegt sich der Komet Pan-Starrs (C/2011L4) in Richtung Erde, wo er uns am 5. März 2013 ungefähr so nahe stehen wird wie die Sonne. Von März bis Mai 2013 ist er sogar mit bloßem Auge hoch am nächtlichen Himmel zu sehen, sofern es sich der Komet nicht anders überlegt, denn Kometen sind eigenwillig. Sie haben zwar eine ungefähre Bahn, aber ihre Sichtbarkeit ist nicht immer vorhersagbar. Deshalb sind manche Kometen ganz plötzlich am Nachthimmel sichtbar, bleiben dort auch einige Tage, manchmal sogar Wochen zu beobachten und sind dann so plötzlich wieder weg, wie sie aufgetaucht sind. Hin und wieder überleben sie auch den Vorbeiflug an der Sonne nicht, sie werden dann regelrecht von ihr aufgefressen oder sie explodieren.

Ein weiterer Komet und zwar ISON (C/2012S1) ist ebenfalls auf dem Weg zu uns. Momentan gehen die Spekulationen in alle Richtungen, nämlich ob er überhaupt sichtbar sein wird, bis hin zum Jahrtausendkometen, der zeitweise sogar tagsüber mit bloßem Auge zu entdecken sein soll. Dieses Schauspiel, sofern sich der Komet, nachdem er die Sonne passiert hat, genügend aufgeheizt hat, wird aber erst Ende 2013 stattfinden. Man prognostiziert, dass er um den 6. Dezember 2013 sowohl am Abend- wie am Morgenhimmel zu sehen sein soll, sein Schweif könnte sich über den halben Himmel erstrecken. Lassen wir uns überraschen, ob wir 2013 ein kleines Weihnachtwunder erleben.

Übrigens zur Erklärung: Ein Komet ist ein interplanetarischer Himmelskörper, der üblicherweise aus Eis und Stein besteht. Wenn der Komet in Sonnennähe gelangt, heizt er sich auf, dadurch beginnt das Eis zu verdampfen, das wiederum eine nebelförmige Wolke um den Kern produziert und einen Schweif.

Wer sich mit dem Thema ein bisschen näher beschäftigen möchte, hier einige Links:
http://lexikon.astronomie.info/
http://derstandard.at/r1223/Raum
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/
http://kuffner-sternwarte.at/index.php


Wer sich ein paar außerirdische Steinchen anschauen möchte, der ist im Naturhistorischen Museum in Wien goldrichtig, denn dort gibt's die weltweit größte und älteste Meteoritensammlung. Außerdem hat man Ende November 2012 einen neuen Saal dafür eingerichtet, dort kann man zwar nicht alle der über 7000 Objekte besichtigen, aber dennoch gibt's viel zu entdecken und sehr interessante Dinge zu erfahren. http://www.nhm-wien.ac.at/ausstellung/der_neue_meteoritensaal

 

Text: Sabine Miksu

 

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