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Ersterscheinung: Dezember 2012

NaturPur
ZIMT
(Cinnamoni zeylanici cortex)

In unseren Breitengraden wird Zimt fast ausschließlich für Süßspeisen verwendet und selbst das beschränkt sich auf einen kleinen Zeitraum im Jahr. Viele Menschen assoziieren den Duft von Zimt mit der Adventzeit und der Vorfreude auf Weihnachten, überall duftet es nach Zimt und Nelken, in jeder weihnachtlichen Duftmischung findet man ihn, in Keksen, Punsch und Bratäpfeln. Doch Zimt ist viel zu wertvoll, als dass man seinen Genuss auf eine so kurze Periode im Jahr beschränken sollte. Natürlich passt er in unsere kalte Jahreszeit, da er eine sehr wärmende Wirkung hat, aber Zimt kann noch viel mehr.

Seine Heilwirkung schätzen nicht nur die Chinesen seit 5000 Jahren, das tat auch Hildegard von Bingen, die in ihrem Werk „Physica“ folgendes schrieb: „Er hält auch eine mäßige Feuchtigkeit in sich. Aber seine Wärme ist so stark, dass diese Feuchtigkeit unterdrückt wird. Wer ihn oft isst, dem mindert er die üblen Säfte und breitet gute Säfte in ihm.“ Für Hildegard von Bingen war der Zimt ein wärmendes Heilmittel mit starken Kräften, das sie bei Gicht und Kopfschmerzen einsetzte.

Zimt gilt als eines der ältesten Gewürze der Welt und ist das einzige, dass aus Pflanzenrinde gewonnen wird. Hierfür wird die Innenrinde von jungen Zimtbaumzweigen verwendet, von denen es mehr als 150 Sorten gibt - nach Europa wird häufig der süßliche Ceylon-Zimt aus Sri Lanka importiert. Die abgeschabten Rindenstücke werden ineinander gesteckt und im Freien zum Trocknen an der Sonne gehängt, danach werden die Stücke sortiert und kommen als Zimtstangen oder als gemahlener Zimt in den Handel. Der Zimtbaum ist übrigens mit unseren Lorbeergewächsen verwandt. Das ätherische Öl gewinnt man aus der Rinde, den Blättern und mittlerweile auch aus den Zimtblüten.


Der Zimt ging vor einigen tausend Jahren bereits auf große Weltreise, in China verwendete man das Gewürz bereits vor rund 5000 Jahren, nicht nur zum Würzen, sondern als Heilmittel, von dort gelangte die aromatische Rinde durch arabische Kaufleute bis nach Ägypten, wo es unter anderem als Räucherwerk in den Tempeln brannte. Weiter ging’s durch das römische Imperium nach Europa. Übrigens wurde Zimt bereits in der Bibel als eines der „Herrlichkeiten“ von Babylon erwähnt, da allein sein Besitz als Zeichen von Reichtum und Luxus galt.

Die aromatische Rinde duftet aber nicht nur gut, sie hält auch jede Menge Heilwirkungen für uns bereit. Allerdings sollten Schwangere auf zuviel Zimt verzichten und das ätherische Öl zur Sicherheit ganz weglassen, da es Wehen auslösen kann. Menschen mit Bluthochdruck sollten Zimt auch nur in geringen Mengen genießen, da dieser den Blutdruck steigen lassen kann.  

Zimt wirkt in erster Linie wärmend, außerdem antiseptisch, entsäuernd, entgiftend, kräftigend, Blutreinigend, baut unser Immunsystem auf und kann den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel senken. Mit Zimteinlegesohlen werden unsere Füße nicht nur gewärmt und mit gutem Geruch versorgt, sondern auch vor Pilzinfektionen und Schweißabsonderungen geschützt.  

Als ätherisches Öl wirkt Zimtrinde stark antiseptisch. Es regt Herz, Atmung und Kreislauf an, da es unseren gesamten Organismus durchwärmt und durchblutet. Durch seine antibakterielle Wirkung ist es eine perfekte Waffe gegen Viren, Parasiten und Bakterien, vor allem in der Erkältungszeit. Außerdem wirkt es stimulierend und kann Menstruationsbeschwerden lindern bzw. den Zyklus regulieren. Da Zimtrindenöl hautreizend wirkt, sollte es nur in der Duftlampe oder stark verdünnt angewendet werden.

Zimtblätteröl hingegen ist mild und kann auch direkt auf die Haut aufgetragen werden, wodurch es sich als Massageöl und Badezusatz sehr gut eignet. Vor allem bei grippalen Infekten leistet es gute Dienste als Einreibungsmittel im Brustbereich, da die ätherischen Öle seine Wirkung dort gut entfalten können und die Entzündungen in den Atmungsorganen schneller abklingen.  Zimtblätteröl gilt als entspannend, wärmend, nervenstärkend, entzündungshemmend und krampflösend, daher eignet es sich auch perfekt als Massageöl bei Muskelverspannungen. Außerdem kann es als Mundspülung bei kleineren Entzündungen oder Zahnschmerzen eingesetzt werden und gilt als probates Mittel bei Magen- und Darmbeschwerden.

Natürlich tut Zimt auch unserer Seele gut, es verbreitet eine angenehme Atmosphäre der Geborgenheit, in der man sich fallen lassen, entspannen und träumen kann. Es kann auch aphrodisierend und anregend wirken.

Wie überall sollte man auf das richtige Maß achten, denn ein Zuviel ist selten gut. Das ätherische Öl kann bei Überdosierung die Schleimhaut reizen, Herzklopfen, Schweißausbrüche und Durchfälle verursachen.

Hier noch ein Tipp für die Erkältungszeit: Um den herumschwirrenden Viren den Kampf anzusagen und weitere Ansteckungen zu vermeiden, kann man aromatisierte Orangenscheiben zuhause auflegen. Sie duften gut und wirken antibakteriell. Dazu nimmt man eine oder mehrere frische Orangen, schneidet sie in Scheiben, bestreut sie mit gemahlenem Zimt und eventuell auch mit gemahlenen Gewürznelken und lässt Sie trocknen. Entweder im Backrohr oder auf der Heizung. Auf der Heizung dauert es an die 14 Tage bis die Scheiben durchgetrocknet sind und man sollte sie auf jeden Fall auf ein Küchenpapier legen und öfter wenden. Im Backrohr geht’s schneller. Hierfür legt man die Scheiben auf den Rost, gibt ein Auffangblech darunter, damit’s nicht ganz so viel Schmutz gibt und lässt das Ganze bei ca. 100° zwei bis drei Stunden trocknen. Wer einen Dörrautomat besitzt, sollte diesen verwenden. Verlieren die Orangenscheiben ihre Wirkung, so kann man mit ätherischem Zimtblätteröl nachhelfen - hin und wieder ein paar Tropfen auf die getrockneten Orangenscheiben geben und schon ist der Virenkiller wieder aktiv!

Weitere gesunde Naturheilmittel für den Kampf gegen Erkältungsviren sind Ingwer, Orangen, Thymian, Eukalyptus, Melisse, Salbei … Interessantes findest Du auch in der Ayurvedischen Gewürzapotheke.

[Quellen: Neben gesammeltem Eigenwissen, wurden Informationen aus folgenden Büchern für diesen Artikel verwendet: Küche aus der Natur Hildegard von Bingen, Das große Buch der Heilpflanzen von Apotheker M. Pahlow, Meine Salbenküche von Monika Fritz]

Text: Sabine Miksu

 

[Die hier enthaltenen Aussagen basieren auf subjektiven Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, nach schulwissenschaftlichen Erkenntnissen gesichert zu sein. Eine Heilwirkung wird nicht versprochen. Die Anwendung erfolgt in Eigenverantwortung.]


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