LICHTBOTE :: INFO
Aktualisiert: Mai 2017 - Ersterscheinung: Mai 2013


NaturPur
Wacholder
(Juniperus communis)
 

Der Wacholder wurde vom Kuratorium Wald in Kooperation mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) zum Baum des Jahres 2017 gewählt.

Wacholderbeeren kennen die meisten aus der Gewürzküche, doch vom dieser Pflanze kann man nicht nur die Beeren (die eigentlich keine sind) verwenden, auch Rinde, Holz und Nadeln zeigen kräftige Heilwirkungen!

Dieser Baum gehört zu den Zypressengewächsen und ist mittlerweile sehr selten in der Natur zu finden, deshalb steht er unter Naturschutz - meist wird er in Gärten oder Friedhöfen gepflanzt, da es auch verschiedene bodendeckende Arten gibt, die eher in die Breite als in die Höhe wachsen. Es gibt riesige Wacholderbäume, die gut über 10m hoch wachsen, die strauchartigen Sorten werden ungefähr 2m hoch, er wächst allerdings sehr langsam und kann ein sehr hohes Alter erreichen.

Das was wir als Wacholderbeeren bezeichnen, sind eigentlich fleischige Zapfen, die gut zwei Jahre zur Reife benötigen, es schießen aber immer wieder neue Zapfen nach, so findet man an einem Baum bzw. Strauch meist mehrere Generationen gleichzeitig in verschiedenen Reifegraden. In den Beerenzapfen befinden sich zwei bis drei Samen, die nur durch Vögel Verbreitung finden.


Die „Beeren“ werden getrocknet und als Gewürz, Räucherwerk und zur Herstellung von ätherischen Öl, Wacholderschnaps (Gin), -wein und -tinktur verwendet. Nadeln, Rinde und ganze Zweige wurden schon bei den Germanen zum Schutz gegen böse Geister verbrannt. Im Mittelalter wurden ganze Dörfer mit Wacholder geräuchert, damit sich die Pest nicht ausbreiten konnte.

Um den Wacholder ranken sich auch einige Sagen und Märchen, so soll er vor Hexen, dem Teufel und vor bösen Geistern schützen, indem man einen Zweig  über der Tür aufhängt. Nahm man einen bestimmten Wacholdertrank zu sich, erhielt man die Gabe in die Zukunft blicken zu können. Außerdem sollte man einen Wacholderstock in die Grundfesten seines Hauses legen, damit man von vor neidischen Menschen geschützt war. Man räucherte quer durch Europa immer dann Wacholder, wenn Krankheiten die Menschen heimsuchten oder ein Mensch gestorben war.

Die Menschen hatten von der antiseptischen Wirkung des Wacholders natürlich im Mittelalter keine Ahnung, doch ihr Gefühl leitete sie an und der Erfolg gab ihnen Recht, denn nicht nur die Pest konnte man damit eindämmen, auch die Ausbreitung von Tierseuchen wurde durch Stallräucherungen verhindert. Traditionell wurde auch in den Raunächten mit Wacholderzweigen geräuchert.

Wacholder wirkt stark reinigend, aufbauend, wärmend, harntreibend, blutreinigend, schleimlösend, magenstärkend, entgiftend und entschlackend, außerdem enthält er antiseptische und wundheilende Substanzen. Allerdings gilt Wacholder auch als leicht giftig, deshalb sollte man ihn nur dann innerlich anwenden, wenn man gesunde Nieren hat. Während der Schwangerschaft sollte man vor allem auf das ätherische Öl des Wacholders ganz verzichten, da er eine abtreibende Wirkung besitzt!

Der würzige, aromatische Duft von Wacholder hilft auch dabei sich von alten Mustern und negativen Gedanken zu befreien, er reinigt nicht nur die Luft von Keimen, er beseitigt auch energetischen Schmutz - perfekt zur Raumreinigung nach einem Streit, einer heftigen Diskussion oder negativen Nachrichten. Er hilft auch bei Übergängen, dem Sterbenden und den Hinterbliebenen, damit alle Beteiligten mit der Situation besser umgehen können.

Zum Räuchern verwendet man die Beeren, Triebspitzen, Holz und Harz - die Beeren sollte man vor dem Räuchern in einem Mörser zerkleinern, dann geben sie ihre ätherischen Öle gleichmäßiger ab. Wacholder eignet sich hervorragend zum Reinigen der Räume, vor allem bei und nach Krankheiten, da er sehr stark keimtötend wirkt. Außerdem klärt er das Umfeld, schützt und stärkt uns, indem er den Kontakt zur Erde fördert. Als Räucherwerk soll er uns einen guten Kontakt mit unseren Ahnen ermöglichen.

Als ätherisches Öl wird er nicht nur in der Duftlampe verwendet, sondern findet sich in vielen Cremen, die gegen Rheuma, Gicht und Hexenschuss helfen, da er ebenso eine wärmende wie entkrampfende Wirkung hat. Weiters wird er bei niedrigem Blutdruck, Ekzemen, Akne, Geschwüren, Blasenentzündungen und Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

Anwendungen:

  • Als Gewürz machen Wacholderbeeren die Speisen leichter verdaulich und wirken appetitsteigernd.

  • Als Räuchwerk: Reinigung von Räumen, zum Schutz, fördert den Kontakt zur Erde und zu den Ahnen

  • Als ätherisches Öl:
         Duftlampe: bei Erschöpfung, Müdigkeit und Kältegefühl in der Duftlampe, zum Desinfizieren von Räumen
         Einreibung (einige Tropfen in ein Massageöl geben): bei Muskelschmerzen, Rheuma, Arthritis, Verspannungen
         Kompresse: bei Hauterkrankungen, Blasenentzündungen

  • Wacholderdampf: bei Schmerzen aller Art, Hautunreinheiten, zur Augenstärkung

  • Wacholdertee: bei schlechtem Magen, Gicht, Rheuma, Magenschwäche, Durchfall, Sodbrennen, Galle- und Leberleiden.

Wie so viele unserer heimischen Pflanzen ist auch der Wacholder ein sehr vielseitiges und wirkungsvolles Mittel der Pflanzenheilkunde! Ab jetzt kommen die Zapfenbeeren also nicht nur dann zum Einsatz, wenn Sauerkraut oder Wild zubereitet wird, ab damit auf die Räucherkohle!

Text: Sabine Miksu

[Quellen: Neben gesammeltem Eigenwissen, wurden Informationen aus folgenden Büchern für diesen Artikel verwendet: Das große Buch der Heilpflanzen von Apotheker M. Pahlow, Die heilende Energie der ätherischen Öle von Gerti Samel und Barbara Krähmer, Räuchern mit heimischen Kräutern, Marlis Bader]

 

[Die hier enthaltenen Aussagen basieren auf subjektiven Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, nach schulwissenschaftlichen Erkenntnissen gesichert zu sein. Eine Heilwirkung wird nicht versprochen. Die Anwendung erfolgt in Eigenverantwortung.]


Home Lichtbote

Archiv Natur pur