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Ersterscheinung: November 2010

NaturPur
Salbei

das magische Kraut...

(Salvia officinalis)
 

Ursprünglich war die Salbeipflanze eher im Mittelmeerraum zu finden, aber irgendwann schaffte die Pflanze den Weg über die Alpen und wurde in Österreich und Deutschland heimisch.

Die Ärzte und Heilkundigen des Mittelalters, wie Paracelsus und Hildegard von Bingen schätzten den Salbei wegen seiner breiten Heilwirkung. Hildegard von Bingen sagt z.B. über den Salbei: „Nimm Salbei und pulverisiere ihn – iss dieses Pulver mit Brot, das verhindert die schlechten Säfte in dir. Wer einen stinkenden Atem hat, der koche Salbei mit Wein und trinke ihn oft. Wer aber an einer Lähmung leidet, der koche Salbei mit Wasser, denn der Wein würde die lähmenden Säfte in ihm noch steigern.“

Die Druiden schrieben dem Salbei so starke magische Wirkung zu, dass sie glaubten, er könne Tote erwecken. Salbei soll – dem Aberglauben zufolge – nur in den Gärten von Weisen gedeihen und dort, wo die Frau den Haushalt beherrsche.
 

„Wer auf Salbei baut – den Tod kaum schaut“, heißt es in alten Büchern. Die Legende erzählt von Mutter Maria, die auf der Flucht vor Herodes mit dem Jesuskind alle Blumen des Feldes gebeten hatte, ihr zu helfen, aber keiner gewährte ihnen Obdach, bis auf den Salbei. Er versteckte sie unter seinen schützenden Blättern. Als die Gefahr überstanden war, segnete Maria den Salbei und sprach: „Ich gebe dir die Kraft, die Menschen zu heilen von jeder Krankheit, errette sie vom Tode, wie du es auch mir getan hast.“  > So bekam der Salbei wahrscheinlich auch seinen Namen, leitet sich doch salvia vom lateinischen salvare (heilen), salvere (gesund sein) ab.

Während der großen Pestepidemie in Frankreich (1630) begannen Diebe die Leichname auszuplündern. Sie steckten sich nicht an, weil sie sich zum Schutz vor der Pest mit einer Tinktur aus in Essig eingelegten Salbei, Thymian, Lavendel und Rosmarin, den gesamten Körper einrieben. Da man dem Salbei eine desinfizierende Wirkung nachsagte, wurden die Krankenzimmer, durch Salbeiräucherungen gereinigt.

Heute wird der Salbei besonders für seine antibakterielle Wirkung geschätzt und wird deshalb vielfach als Hausmittel gegen Haut- oder Zahnfleischentzündungen, oder auch bei Halsschmerzen angewendet.

Salbei trägt die ätherischen Öle Thujon, Campher und Lineol in sich, die aber in den einzelnen Sorten verschieden stark auftreten. Salbei enthält ebenso Gerbstoffe, die eine adstringierende, also zusammenziehende Wirkung haben. Unsere Schleimhäute sprechen sehr gut darauf an, Entzündungen werden dadurch gehemmt und wir sind widerstandsfähiger gegen einen erneuten Befall von Krankheitserregern. Deshalb wird Salbeitee oft zum Gurgeln eingesetzt. Weiters regen die enthaltenen Bitterstoffe die Verdauung an und machen fette, schwerverdauliche Speisen bekömmlicher. Die Inhaltsstoffe des Heilsalbeis sollen die Funktion des Nervensystems unterstützen.

Salbei hat außerdem eine schweißhemmende Wirkung. Salbeitee im Fußbad hilft gegen Schweißfüße und wirkt gegen erneute Geruchsbildung. Allgemein schafft Salbei eine Linderung bei übermäßigem Schwitzen – das betrifft oft Frauen in den Wechseljahren, aber oft auch junge Menschen, deren Hände vor Aufregung leicht schwitzen.


Der hohe Anteil an Kalzium macht Salbei zu einem gesunden Helfer für das Funktionieren der Muskulatur, vor allem für den Herzmuskel. Salbei lindert Osteoporose, wirkt stoffwechselfördernd und unterstützt das Lösen von Ablagerungen an Gelenken. Es gibt Studien, die eine Heilwirkung des Salbeis bei Muskelkrämpfen und Angststörungen belegen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Salbei als Radikalfänger wirkt und damit die Blutfettwerte verbessert und Ablagerungen in den Adern verhindert.

Bei stillenden Müttern bremst Salbeitee die Milchproduktion, was vor allem in der Abstillphase sehr nützlich sein kann und Milchstau verhindern hilft. Keinesfalls sollte Salbei während der Schwangerschaft innerlich angewendet werden!

Salbei gehört zu den Pflanzen, die man nicht über längere Zeit in hoher Dosis einnehmen sollte.

Die gewöhnlichste Form der Anwendung ist der Salbeitee. Für die Behandlung sollten nur die jungen Blätter und Triebe verwendet werden, die vor der Blüte gesammelt wurden. Sie können auch für Salben, Hustensäfte, getrocknet zum Räuchern und natürlich als Gewürz verwendet werden.

Der Salbeitee hilft auch bei der Verdauung, er stärkt den Magen und regt die Verdauungstätigkeit an. Er fördert den Stoffwechsel und hilft Übergewicht abzubauen. Außerdem hilft er bei Nieren- und Leberleiden, lästigem Nachtschweiß, sowie bei Schmerzen und Lähmungen, die vom Rückenmark ausgehen.

Salbei kann man äußerlich für Waschung, Spülungen und für Bäder anwenden. Er hilft in dieser Form gegen schlecht heilende Wunden, Ekzeme und Geschwüre. Die Wirkung von Insektenstichen kann gemildert werden. Salbei mit Wein gekocht und als Sitzbad verwendet, vertreibt lästiges Jucken. Ein Brei aus frischen Salbeiblättern kann Blutungen stillen.

Roh gekaute Salbeiblätter reinigen, stärken und desinfizieren das Zahnfleisch. Zahnfleischschwund und –bluten lassen nach. Außerdem wird dadurch das Immunsystem gestärkt.

Salbei als ätherisches Öl wirkt kräftigend, appetitanregend, krampflösend, wundheilend und adstringierend, es tötet Bakterien ab und bremst Entzündungen. Auch als ätherisches Öl hemmt der Salbei die übermässige Schweissbildung (z.b. in einem Körperspray). Gegen Erkrankungen der Atmungsorgane kann man Salbeiöl inhalieren. Verdünnt mit einem guten Massageöl lindert es rheumatische Schmerzen und kann Narben mildern bzw. entstören.

Salbei ist natürlich auch bekannt als Räucherstoff. Schon in früheren Zeiten wurden Krankenzimmer mit Salbei ausgeräuchert, weil er eine reinigende, antiseptische Wirkung hat. Heute räuchert man vor allem wegen seiner reinigenden Eigenschaften, da alles Negative aus den Räumen vertrieben wird und wieder neue Energie aufgebaut werden kann.

Salbei stärkt Körper und Geist und gibt uns verlorengegangene Energie wieder zurück.

Text: Sabine Miksu

 

[Die hier enthaltenen Aussagen basieren auf subjektiven Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, nach schulwissenschaftlichen Erkenntnissen gesichert zu sein. Eine Heilwirkung wird nicht versprochen. Die Anwendung erfolgt in Eigenverantwortung.]


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