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Ersterscheinung: Juli & August 2015


NaturPur
Pfefferminze
[Mentha piperita]

Die Pfefferminze ist wohl jedem bekannt und doch wird sie bei uns fast ausschließlich in Form von Tee verwendet. Schade eigentlich, denn das wirkungsvolle Heilkraut verdient kreativere Anwendungsmöglichkeiten. Auch wenn sie in vielen Lebensmitteln versteckt auftaucht, wie im Kaugummi oder in Schokoladeblättchen, wird die Pfefferminze von uns noch viel zu wenig genutzt.

Dieses Heilkraut sorgt unter anderem für Erfrischung, Wohlbefinden, Fröhlichkeit, Optimismus und neue Energie.

Es gibt eine riesige Sortenvielfalt der Minze, die seit jahrtausenden für Küche und Medizin verwendet werden. Die Pfefferminze wurde allerdings erstmals im 17. Jahrhundert in England beschrieben.

In unserer heimischen Küche findet die Minze eher wenig Anwendung, in Großbritannien  wird allerdings sehr häufig damit gekocht, sehr schwere Fleischspeisen bekommen durch das Minzige mehr Leichtigkeit. In südlicheren Ländern findet man die kühlende Minze oft auch in Süßspeisen, bei uns meist nur als grünes Tüpfelchen zur Deko.

Den Duft der Minze wussten schon die Hebräer zu schätzen, sie legten ihre Tempel mit dem Heilkraut aus, die römische Kirche übernahm diesen Brauch - warum tut das heute niemand mehr? Früher rieb man den Tisch mit Minze ein bevor man einen Gast empfing, als Zeichen der Gastfreundschaft - eine nette Geste. Bei den alten Griechen wurde sie den Verstorbenen geopfert und auch auf ihren Gräbern gepflanzt. Für Plinius war die Minze ein wirksamer Liebesduft

Pfefferminze wuchert im Garten und schenkt reichliche Ernte, vor allem die jungen Triebe und Blätter eignen sich hervorragend als Frischekick in einem sommerlichen Salat. In der Natur findet man heimische Minzearten, wie die Ackerminze, die nahe an Bächen wächst.


Natürlich kann man die Minze frisch verwenden oder man trocknet sie schonend auf Papier. Die getrockneten Blätter lagert man am besten in verschließbaren Dosen oder Glasgefäßen.

Aber nun zu den unzähligen Wirkungsweisen und Anwendungsmöglichkeiten. Beginnen wir beim altbekannten Pfefferminztee, den wohl jeder schon mal getrunken hat. Er hilft bei Magen- und Darmbeschwerden, Gallensteinen und sogar bei Mundgeruch, ist galleanregend, leberwirksam, krampflösend, schleimlösend, blähungswidrig, keimtötend, schmerzlindernd und nervenstärkend. Gekühlt mit etwas Zitronensaft ist der Tee im Sommer eine wohltuende Erfrischung, die vor allem bei großer Hitze unsere müden Geister wiederbelebt. Und nicht nur diese, auch unser Körper werden diesen gesunden Frischmacher dankbar annehmen, denn Kreislauf- bzw. Verdauungsbeschwerden aufgrund der sommerlichen Temperaturen werden schnell gelindert.

Als Umschlag kann Pfefferminze bei rheumatischen Schmerzen helfen, hierfür kann man frische Blätter auf die betroffene Stelle pressen oder einen Wickel aus Pfefferminztee machen. Ein Wadenwickel wirkt auch bei Grippe stark fiebersenkend

Als ätherisches Öl ist die Pfefferminze unschlagbar bei allerlei Beschwerden, so hilft sie zum Beispiel bei drohender Ohnmacht, Schock, Übelkeit, Kopf- und Nackenschmerzen, ebenso wie bei Muskelkater, Prellungen, Verstauchungen und Hexenschuss. Aufgrund seiner schleimlösenden, keimtötenden Wirkung lindern Inhalationen mit dem ätherischen Öl Erkrankungen der Atemwege, Erkältungen und Grippe. Bei Zahnschmerzen sollte man etwas Pfefferminzöl auf ein kleines Tuch tropfen und direkt auf den betroffenen Zahn tupfen- natürlich kann man ein frisches Pfefferminzblatt kauen und um den Zahn wickeln.

Generell sollte man Pfefferminzöl sehr sparsam dosieren, um seine Wirkung zu entfalten, reichen zumeist 1-3 Tropfen in der Duftlampe.

Da dieses Heilkraut dem Element Luft zugeordnet ist, hat es eine starke Wirkung auf den gesamten Kopfbereich. Es vertreibt ziemlich schnell geistige Erschöpfung, schenkt neue Konzentration und hilft unserem Gedächtnis auf die Sprünge.

Wirkung

  • hilfreich bei Verdauungs- und Magenproblemen, Gallensteinen

  • bekämpft Mundgeruch

  • krampf- und schleimlösend, keimtötend

  • lindert Kopf- und Nackenschmerzen, Migräne

  • stabilisiert bei drohender Ohnmacht,

  • belebt das Herz

  • bringt den Kreislauf in Schwung

  • hilfreich in Schocksituationen

  • lindert Muskelkater,

  • heilsam bei Prellungen, Verstauchungen, Hexenschuss, Rheuma

  • lindert Erkrankungen der Atemwege (Husten, Schnupfen, Heiserkeit)

  • hilft bei Reiseübelkeit, Schwindel

  • klärt unreine Haut

  • vertreibt Zahnschmerzen

  • lindert Schweißausbrüche

  • senkt Fieber

  • macht den Kopf frei

  • steigert die Konzentrationsfähigkeit

  • stärkt das Gedächtnis

  • sorgt für Erfrischung, Wohlbefinden, Fröhlichkeit, Optimismus und neue Energie

Natürlich kann man Pfefferminze auch zum Räuchern verwenden. Auch hier wirkt es klärend auf unsere Gedanken, erfrischend, reinigend und energetisierend. Sie schenkt Körper und Geist neue Vitalität, damit wir den Alltag energievoller angehen und uns in der Gegenwart verankern können.

Pfefferminzöl selbst gemacht: Zwei Hände voll frische Pfefferminzblätter mit einem halben Liter Olivenöl übergießen, in einem gut verschlossenen Gefäß eine Woche an einem warmen sonnigen Platz stehen lassen, danach in saubere Flaschen füllen und als erfrischende Hautpflege verwenden, zb. nach dem Duschen in die noch feuchte Haut einmassieren. Mit Salz vermischt erhält man ein wundervolles, hautreinigendes Peeling.

Pfefferminzessig selbst gemacht: Zwei Hände voll frische Pfefferminzblätter mit einem Liter Apfelessig übergießen, zwei Tage an einem kühlen, dunklen Ort ziehen lassen, danach gut filtern und in dunkle Apothekerflaschen abfüllen. Waschungen mit Pfefferminzessig helfen hervorragend bei starken Scheißausbrüchen.

Die kühlende Wirkung der Minze kann man sich vor allem in der heißen Jahreszeit zu nutze machen, indem man ein, zwei Tropfen ätherischen Öl seinem Duschbad und/oder der Körperlotion beimengt.

Achtung! Pfefferminzöl wirkt sehr kühlend und sollte sorgfältig dosiert angewendet werden - große Mengen könnten auch bei gesunden Erwachsenen zu Schwindel oder Übelkeit führen. Schwangere und Kinder unter sechs Jahren, sollten auf eine Behandlung mit Pfefferminzöl verzichten. Pfeffermine kann auch die Wirkung homöopathischer Mittel einschränken oder aufheben. Abends verwendet, könnte es zu Einschlafschwierigkeiten führen. Vorsicht! Niemals unverdünnt anwenden, nicht in die Augen oder auf Schleimhäute bringen!

 

 

Text: Sabine Miksu

 

[Die hier enthaltenen Aussagen basieren auf subjektiven Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, nach schulwissenschaftlichen Erkenntnissen gesichert zu sein. Eine Heilwirkung wird nicht versprochen. Die Anwendung erfolgt in Eigenverantwortung.]

[Quellen: Neben gesammeltem Eigenwissen, wurden Informationen aus folgenden Büchern für diesen Artikel verwendet: Das große Buch der Heilpflanzen von Apotheker M. Pahlow, Die heilende Energie der ätherischen Öle von Gerti Samel und Barbara Krähmer, Räuchern mit heimischen Kräutern, Marlis Bader]


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