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Ersterscheinung: Dezember 2014


NaturPur
Die weiße Mistel
[Viscum Album]

 

Sobald im Herbst die Blätter fallen, werden die grünen Mistelkugeln in den Baumwipfeln sichtbar, denn sie gehören zu den immergrünen Pflanzen, die tapfer Wind, Kälte und Schnee trotzen.

Es gibt unzählige Mistelarten (um die 2000 !) - in unseren Breitengraden, finden wir hauptsächlich die weiße Mistel. Sie gehört zur Familie der Sandelholzgewächse und wächst auf Laubbäumen, wo sie einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen können. Ihre dünnen Äste sind grün, die Blätter eher länglich schmal und ledrig, sie blüht zwischen Jänner und April, wonach sie Früchte mit Samen ausbildet. Die Samen einiger Mistelarten sind giftig, deshalb sollte man sie eher nicht wild pflücken und verzehren.


Die Mistel ist eine Art Schmarotzer, da sie den Bäumen Flüssigkeit und Nährstoffe entzieht, doch es ist wohl eher eine Art Symbiose zwischen Baum und Mistel. Denn man findet den kugeligen Strauch meist auf Bäumen, die auf geomantischen Störzonen wachsen (Wasseradern, Strahlenkreuzungen...), wodurch die Bäume geschwächt werden. Die Mistel soll ihren Wirt vor diesen schlechten Strahlungen und damit vor Krankheiten schützen.

Da uns die Natur ja immer wieder durch das Aussehen verschiedener Pflanzen Hinweise auf deren Heilkräfte bzw. Wirkungsweisen gibt (zb. Walnuss = gut für's Gehirn), liegt es nahe auch hier diesem Anstoß zu folgen: Betrachtet man einen blattlosen Laubbaum, der viele Mistelkugeln trägt, so erinnert dieses Bild an eine mit Tumoren verseuchte Lunge, man sieht, wie die Tumore an den feinen Verästelungen (Bronchien) kleben. Vor allem in der Homöopathie wird deshalb Viscum Album begleitend zur Krebstherapie angewendet.

Durch die Art von Symbiose sollten die Mistel nicht komplett von ihrem Wirt entfernt werden. Meist gelingt es sowieso nicht sie zu pflücken, da sie sehr hoch oben in den Baumkronen wachsen. Sie sind hauptsächlich auf Laub bzw. Obstbäumen zu finden.

Bereits im Altertum war die Mistel eine wichtige magische Pflanze und wurde von Druiden als Allheilmittel und für allerlei magische Rituale und Zauber verwendet. Sie wurde regelrecht als Heiligtum verehrt, vor allem, wenn sie auf einer Eiche wuchs. Die Mistel durfte nur von einem Druiden mit einer goldenen Sichel unter Berücksichtigung des richtigen Mondstandes vom Baum geschnitten werden. Dabei musste sie aufgefangen werden, da sie ihre Heilkräfte verlor, wenn sie zu Boden fiel.

Die Kelten waren von der starken Heilwirkung der Mistel überzeugt, da sie sich dem Jahresrhythmus und den Gesetzen von Licht und Dunkelheit entgegensetzte - sie benötigt kaum Licht um zu gedeihen und blüht im Winter. Deshalb schrieb man ihr unermessliche Kräfte zu, die die Lebenskraft und Fruchtbarkeit der Menschen enorm steigerte. Sie wurde zum Symbol der Unsterblichkeit.

 

Als Volksbrauch hängte man die Mistel an Haustüren, in Ställe und Wohnungen, um die bösen Geister (der Raunächte) abzuwehren und das Haus vor Schaden (zb. Blitzschlag) zu bewahren. Sie sollte aber auch Fruchtbarkeit, Wachstum und Vegetationssegen für's neue Jahr bringen. Mistelamulette um den Hals getragen, galten als Glücksbringer.

 

Die Mistel gilt auch heute noch als Glückspflanze, denn wir alle kennen den Brauch zu Weihnachten, dass man sich unter einem Mistelzweig küssen soll und dieser Kuss soll dem Paar Glück bringen.

 

In der Volksmedizin wurde sie als Heilpflanze sehr geschätzt, auch in der modernen Pflanzenheilkunde wird die Mistel gegen Bluthochdruck und gegen Krebs eingesetzt, aber auch bei Herzschwäche, Blutdruckschwankungen, Kreislaufbeschwerden, Schwindelgefühl, Verschleißerkrankungen der Gelenke, Epilepsie, Atemwegserkrankungen (Asthma), Verdauungsproblemen, Arteriosklerose oder Frauenleiden.

 

Die Mistel stärkt unsere Blutgefäße und kräftig das Immunsystem, sie wirkt beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend und tonisierend.

Da die "Ernte" der Mistelzweige eine sehr aufwendiges Unterfangen ist, greift man heute lieber zu Fertigpräparaten, Blütenessenzen (Blütenfee, Love Remedies..) oder homöopathischen Mitteln (Viscum Album). Man kann aber auch einen Tee oder eine Tinktur der Blätter selbst zubereiten.  Für den Tee übergießt man 2 TL getrocknete Blätter mit 250ml kochendem Wasser, lässt sie 10 Minuten ziehen und seiht die Flüssigkeit ab.

Für die Tinktur verwendet man 20gramm zerkleinerte Mistelblätter und setzt sie mit 200ml hochprozentigem Alkohol (mind. 70%) an. Man lässt die Mischung ca. eine Woche an einem dunklen Ort ziehen, danach seiht man die Tinktur ab und füllt sie in dunkle Flaschen. Davon kann man bis zu 3x täglich ca. 10-20 Tropfen mit Wasser verdünnt einnehmen.

Man sollte nur geringe Dosen zu sich nehmen, da verschiedene Nebenwirkungen, wie Herz-Kreislaufstörungen, Fieber oder Schüttelfrost auftreten können. Auch allergische Reaktionen sind möglich. Vor allem während der Schwangerschaft und Stillzeit ist von einer Anwendung mit Tee oder Tinktur abzuraten.

 

Im seelischen Bereich unterstützt uns die Mistel ebenfalls stark, vor allem, wenn wir uns in einem radikalen Veränderungsprozess befinden. Hierbei kann es sich um örtliche Veränderungen wie Umzug, oder Urlaub handeln, aber auch um Lebensprozesse wie Pubertät oder die Wechseljahre, oder um Trennungen bzw. um einen ganz banalen Jobwechsel.

 

Die Mistel hilft vor allem Menschen mit Zukunftsängsten, die sich den notwendigen Veränderungen nicht gewachsen fühlen. Ist ein Prozess auf emotionaler oder geistiger Ebene von Nöten, so kann sie tiefgreifende Transformationsprozesse auslösen. Wir können uns endlich aus verschiedenen Verpflichtungen lösen und lassen uns davon nicht mehr unter Druck setzen. Wir können all unsere Zweifel begraben, damit wir unsere Träume endlich realisieren. Wir erkennen wieder unseren Weg und unsere Ziele werden dadurch leichter erreichbar. Egal auf welcher Ebene eine Veränderung stattgefunden hat, die Mistel hilft uns danach wieder Wurzeln zu schlagen und einen neuen Platz im Leben zu finden.

 

Der Kuss unter dem Mistelzweig ist nicht der einzige Bezug zu Liebesbeziehungen, die Mistel verhilft uns zu mehr Authentizität in der Partnerschaft, damit wir uns vor unserem Liebsten nicht mehr verstellen müssen, sondern wir selbst sein dürfen. Somit lassen wir uns nicht mehr durch bestimmte Vorstellungen des Partners vereinnahmen oder unter Druck setzen, wir können uns von Abhängigkeiten lösen und so eine gegenseitig fördernde und liebevolle Beziehung entwickeln.

 

Bei all diesen wundervollen Kräften, die in der Mistel stecken, versteht es sich von selbst, dass gerade in der Weihnachtszeit und in den Raunächten ein Mistelzweig in keinem Zuhause fehlen darf!

 

Text: Sabine Miksu

 

[Die hier enthaltenen Aussagen basieren auf subjektiven Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, nach schulwissenschaftlichen Erkenntnissen gesichert zu sein. Eine Heilwirkung wird nicht versprochen. Die Anwendung erfolgt in Eigenverantwortung.]


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