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LICHTBOTE :: INFO
Ersterscheinung: August 2008

NaturPur
Melisse
ein Kraut, das unser Herz erfreut

 

Schon Hildegard von Bingen beschreibt die Melisse als allgemein gemütsaufhellendes Mittel mit folgenden Worten: „Die Melisse ist ihrer Natur nach warm. Ein Mensch, der sie isst, lacht gern, weil ihre Wärme die Milz berührt und daher das Herz erfreut wird.“ Außerdem sagte sie der Melisse nach, dass sie angenehme Träume und guten Schlaf bringe.
Aber nicht nur Hildegard von Bingen verwendete die Melisse gern, schon der römische Naturwissenschaftler Plinius (23-79 n.Chr.) empfahl das Kraut gegen Hypochondrie und Hysterie, auch Paracelsus schätzte die Melisse für ihre günstige Wirkung auf das Herz.
 

Der geläufigste Name ist Zitronenmelisse, da das Melissenkraut nach Zitronen duftet, besonders dann, wenn man die Blätter mit den Fingern zerreibt. Ursprünglich kommt die Melisse aus südlicheren Gefilden. Da sie aber so vielfältige Heilwirkungen hat, wird sie schon lange in mitteleuropäischen Gärten angebaut.
Im Mittelalter musste sie sogar per Verordnung in jedem Klostergarten angebaut werden, weil sie schon damals für sehr wertvoll und unentbehrlich gehalten wurde. Heute
ist sie – in seltenen Fällen - noch wild an Waldrändern zu finden, wenn sie einmal in einem Garten heimisch geworden ist, wuchert sie Jahr für Jahr vor sich hin und bietet sich als Haustee und vielfältige Medizin an.

Ein altes Kräuterbuch sagt: "Es gibt kein besseres Mittel, das die Nerven und das Gedächtnis so schnell stärken kann, als gerade dieses herrliche wohlduftende Melissenkraut. Wie ein Zauber wirkt der Tee, herzstärkend, nervenbelebend und beruhigend."


Auch Kneipp gebrauchte die Melisse und empfahl sie jenen Patienten, die von Magenkrampf und Kopfschmerzen geplagt waren. Gegen Magenschwäche, Mutterkrampf und Bleichsucht, wenn solche Leiden von Nervosität herrühren, gibt es kaum ein besseres Mittel als die Melisse. Aus den Melissenblättern wird der bekannte Melissengeist bereitet. Man nimmt dann mit Zucker viermal täglich je einen Teelöffel voll. Dies ist das Beste bei Ohnmacht und Gedächtnisschwäche; es steht in diesen Fällen unter allen Mitteln an erster Stelle.

Melisse als Teeaufguss, beseitigt Unterleibskrämpfe, wenn man den Tee kurz vor der Periode trinkt. Außerdem hilft der Melissentee sehr gut bei Krämpfen aller Art, Magenschmerzen und Kopfschmerzen, krampfhaftes Erbrechen und allerlei sonstigen Gebrechen der Gebärmutter. Das Haupteinsatzgebiet der Melisse ist die Beruhigung des Nervensystems, womit sie gegen nervöse Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Unruhe, Reizbarkeit und viele andere nervlich bedingte Beschwerden helfen kann.

Ihre Heilwirkung ist äußerst umfangreich, sie wirkt: anregend, antibakteriell, aufmunternd, beruhigend, entspannend, krampflösend, kühlend, pilzhemmend, schmerzstillend, schweißtreibend, virushemmend.

Abends hilft Melissentee, eventuell mit ein bisschen Honig, beim Einschlafen. Morgens oder bei Abgespanntheit wirkt Melissentee hingegen belebend, erfrischend und gibt Stärke. Das ist kein Widerspruch, denn Entspannung und Kräftigung passen durchaus zusammen. Bei einer Erkältung hilft die Melisse die Atmung zu verbessern und eventuelles Fieber besser auszuhalten. Sogar bei Asthma kann Melissentee die Atmung erleichtern.

Melisse hilft auch bei der Verdauung und wirkt entkrampfend auf Magen und Darm. Nach längerer Krankheit kann sie den Appetit steigern. Sie kann auch Kopfschmerzen und Reizungen des Nervensystems lindern, was für ihren Einsatz gegen Neuralgien, Reizbarkeit und Unruhe spricht. Auch bei Menstruationsbeschwerden kann die Melisse hilfreich sein. Sie entkrampft die Unterleibsorgane, sodass Schmerzen während der Periode schwinden.

In den Wechseljahren kann die Melisse gegen viele der typischen Beschwerden helfen. Vor allem wenn man nachts nicht einschlafen kann, oder auch tagsüber von Unruhe oder schlechter Laune geplagt wird, hilft ein Melissentee wieder zur eigenen Mitte zu finden. Auch gegen die typischen Hitzewallungen und das Herzklopfen kann man die Melisse einsetzen.

Melissentee kann man auch äußerlich als Umschlag oder Kompresse anwenden. Dazu tränkt man ein Baumwolltuch mit lauwarmen bzw. kalten Melissentee und legt es auf die betroffene Stelle. Mit solchen Umschlägen kann man Geschwüre, Beulen, Blutergüsse, Insektenstiche, aber auch Nervenentzündungen und Milchstau bei stillenden Müttern behandeln.

Auch der käufliche Melissengeist eignet sich für die äußerliche Anwendung. Man kann damit rheumatische Beschwerden, Prellungen und Gliederschmerzen lindern. Übrigens: Der Klosterfrau-Melissengeist wurde 1775 von der Nonne Maria Clementine zusammengestellt und ist heute noch sehr beliebt. Das echte Melissenöl hilft, äußerlich als Creme angewandt, gegen Lippenherpes. Die Bläschen vermehren sich nicht mehr und vorhandene Bläschen heilen schneller ab.

In der Duftlampe wirkt das ätherische Öl stimmungsaufhellend, wohltuend und entspannend. Natürlich kann man das getrocknete Kraut auch zum Räuchern verwenden, wo es eine ähnliche Wirkung zeigt. Ebenso ist es als Zusatz für ein entspannendes Bad empfehlenswert.

 

Text: Sabine Miksu

 

[Die hier enthaltenen Aussagen basieren auf subjektiven Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, nach schulwissenschaftlichen Erkenntnissen gesichert zu sein. Eine Heilwirkung wird nicht versprochen. Die Anwendung erfolgt in Eigenverantwortung.]


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