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Aktualisiert: Juni 2015
Ersterscheinung: April 2012

NaturPur
Lavendel
[Lavendula angustifolia]
 

Lavendel ist wohl das Bekannteste unter den Heilkräutern, schon bei unseren Großmüttern fanden wir duftende Lavendelsackerl im Kleiderschrank, um lästige Motten abzuhalten und einen angenehmen Duft zu verbreiten. 

Lavendel ist in den letzten Jahren auch in der Küche ein beliebtes Beiwerk und Würzmittel geworden, von Lavendeleis bis hin zu kandierten Lavendelblüten ist der Phantasie und Kreativität kaum ein Ende gesetzt. Wenn man die Blüten selbst zum Kochen verwendet, sollte man sich vergewissern, ob die gewählte Lavendelsorte auch essbar ist, da es mittlerweile unzählige Sorten am Markt gibt! 

Die Pflanze gehört zu der Gattung der Lippenblütler und blüht von Juli bis August in unseren Gärten, mit ein bisschen Glück findet man das Heilkraut im Mittelmeerraum auch als Wildwuchs. Das Schöne am Lavendel ist, dass man nur ein bisschen über die Blätter streichen muss und schon wird die Luft von seinem wundervollen Duft erfüllt.

Es wird zwar immer empfohlen nur die Blüten zu sammeln, dennoch sollte man auch die Blätter verwenden, denn sie duften genauso intensiv und in einem Stoffsackerl oder Duftkissen macht es keinen Unterschied, hier zählt nur der wohltuende Geruch! 

Dem Lavendel sagt man auch Magisches nach, so soll er z.B. den "bösen Blick" vertreiben. Außerdem sollte er nach Überlieferung nur von Männern gepflanzt werden, da er die Unkeuschheit vertreibt und die Frauen meinten, dass dies für Männer notwendiger sei als für sie selbst. 

Die Wirkung dieser Pflanze ist beruhigend, schlaffördernd, krampflösend, antiseptisch, antibakteriell, entzündungshemmend, durchblutend und regenerationsfördernd - all diese Eigenschaften machen den Lavendel zu einem sehr beliebten Heilkraut. 

Lavendel kann als getrocknetes Kraut zur Raumbeduftung in Duftsäckchen, als Einschlafhilfe in einem Duftkissen, als Räucherwerk, als Tee oder zur Erzeugung von Lavendelwasser oder Lavendelöl, etc. verwendet werden. 

Lavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation erzeugt und kann vielseitig eingesetzt werden. Nicht nur in der Duftlampe ist es ein wertvoller Helfer, auch für unsere Haut ist Lavendelöl eine sehr nützliche Essenz. Es wirkt hier besonders entzündungshemmend und verringert Narbenbildung. Bei leichten Verbrennungen kann man ein bisschen Öl unverdünnt auf die Stelle auftupfen, ebenso bei Abszessen, Akne, Fisteln, Insektenbissen, Geschwüren oder Fußpilz. Bei großflächiger Anwendung empfiehlt es sich das ätherische Öl mit einem hautfreundlichen Trägeröl zu strecken. Oder man gibt einige Tropfen in destilliertes Wasser, tränkt eine sterile Kompresse damit und tupft die betroffenen Stellen ab (sehr wirksam bei Sonnenbrand). Ein Bad mit Lavendelöl (= Öl vermischt mit ein bisschen Milch und Honig) ist ebenso beruhigend und hautpflegend, sowie hilfreich bei Dermatitis, Psoriasis, Wunden, Menstruationsbeschwerden oder auch Scheidenpilz. Als Inhalation lindert es Augenentzündungen, Ohrenschmerzen, Nasennebenhöhlen- und Halsentzündungen, Erkältungskrankheiten oder Asthma. [Man sollte kein ätherisches Öl direkt ins Badewasser tropfen, sondern immer mit einem Milchprodukt und evtl. Honig vermischen, sonst schwimmt das ätherische Öl an der Wasseroberfläche und kann in manchen Fällen die Haut verletzen] 

Wirkung als Räucherwerk: reinigt Räume und Aura vor negativen Schwingungen, beruhigt und besänftigt, schafft eine liebe- und friedvolle Atmosphäre, beruhigt die Gemüter, daher als Abendräucherung sehr empfehlenswert, lindert körperliche und seelische Schmerzen, vertreibt lästige Insekten 

Wirkung in der Duftlampe: beruhigend und ausgleichend, auch sehr krampflösend und lindernd bei Erkältungskrankheiten, Asthma, Kopfschmerzen und Migräne. Schlaffördernd, stressabbauend und entspannend - daher empfohlen bei Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, depressiven Verstimmungen, Unausgeglichenheit, Angstzuständen, Panik, Herzbeklemmungen, nervöser Erschöpfung, Alpträumen und Stress. 

Lavendelöl eignet sich auch als erste Hilfe in Schocksituationen, um die ersten Symptome zu lindern und zu beruhigen. Ein, zwei Tropfen auf ein Taschentuch träufeln und einatmen.

Lavendeltee: wirkt bei Unruhezuständen, nervöser Erschöpfung, Einschlafstörungen, Herzklopfen, Harnverhalten, Altersschwäche, Wechselbeschwerden, Nervenleiden, Schlaganfall und Lähmungen, krampflösenden und blähungstreibendes Magenmittel; Zubereitung: 2 Teelöffel Blüten mit 1/4 l kochenden Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. 1 Tasse nach Bedarf.

Lavendeltinktur: eignet sich hervorragend als Einreibung bei rheumatischen Beschwerden oder als Haartinktur bei Haarausfall. Zubereitung: 1 Hand voll Lavendelblüten mit 250ml klarem Obstschnaps (oder Wodka) in einem verschließbaren Glas ansetzen, 10 Tage an einem warmen Ort stehen lassen, danach filtern.

Lavendelessig: eignet sich als Gesichtswasser für sehr fettige Haut. Zubereitung: 1 Hand voll frisch gepflückte Lavendelblüten mit 250ml Weißweinessig mischen, täglich schütteln und ca. eine Woche lang ziehen lassen. Danach mit einem getränkten Wattebausch die Gesichtshaut abtupfen. Der Essig reguliert überaktive Talgdrüsen und stimuliert das Wachstum neuer Hautzellen. Auch als "Haarkur" bei schnell nachfettenden Haaren geeignet.

Lavendelzucker: hat wahrscheinlich nicht so viel heilende Wirkung, wie eine Tinktur oder ein Tee, schmeckt aber so köstlich, dass er in keiner Küche fehlen sollte! Einfach zwei Esslöffel frische Lavendelblüten klein schneiden, mit 250gr Zucker vermischen, in ein Glas mit Schraubdeckel füllen und nach einem Tag Wartezeit, kann man den leckeren Lavendelzucker bereits genießen - im Tee, über Süßspeisen oder man verwendet ihn zum Backen von Lavendelkeksen ...

Lavendel vertreibt übrigens nicht nur die Motten im Kasten, sondern auch lästige Insekten, wie Gelsen - einfach die unbedeckte Haut mit Lavendelöl einreiben. Zusätzlich könnte man eine Duftlampe mit Lavendelöl aufstellen oder Lavendel räuchern.

Da im Lavendelöl die männlichen und weiblichen Aspekte ausgeglichen sind, verhilft es uns durch die Anwendung ebenso zu diesem inneren Ausgleich der gegensätzlichen Kräfte in uns, dadurch schenkt es uns Harmonie und inneren Frieden.

Übrigens verwendete auch Hildegard von Bingen schon Lavendel, sie schlägt folgendes vor: "Lavendel in Wein oder mit Honig und Wasser kochen; lauwarm davon trinken, das mildert den Schmerz von Leber und Lunge. Es bereitet ihm einen reinen Verstand und löst Kurzatmigkeit in seiner Brust."

[Quellen: "Die Kräuter in meinem Garten" von Siegrid Hirsch und Felix Grünberger, "Die heilende Energie der ätherischen Öle" von Gerti Samel und Barbara Krähmer, "Das große Buch vom Räuchern" von Franz X.J. Huber und Anja Schmidt]

 

Text: Sabine Miksu

 

[Die hier enthaltenen Aussagen basieren auf subjektiven Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, nach schulwissenschaftlichen Erkenntnissen gesichert zu sein. Eine Heilwirkung wird nicht versprochen. Die Anwendung erfolgt in Eigenverantwortung.]


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