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Ersterscheinung: Juli 2012


NaturPur
Johanniskraut
[Hypericum perforatum]
 

Das wunderbar leuchtend rote Johanniskrautöl ist weitgehend bekannt, sowohl als Massageöl, wie auch als ätherisches Öl. Doch das Kraut kann noch vielfältiger benützt werden und hat eine weitaus größere Wirkpalette, als allgemein bekannt ist.

Im Volksmund wird (wurde) es auch Blutkraut, Hartheu, Johannisblut, Konradkraut, Wundkraut, Blut Jesu Christi und Hartenau genannt. Der Name Johanniskraut wurde der gängigste, da die Pflanze rund um den Johannistag (24. Juni) zu blühen beginnt.

Laut Volksmund soll man das Kraut auch am Johannistag abschneiden, da es dann die stärkste Heilkraft besitzen soll. In manchen ländlichen Gegenden wird die abgeschnittene Pflanze gebündelt, vom Pfarrer geweiht und die Sträuße in Haus und Hof aufgestellt oder zum Trocknen aufgehängt, als Schutz vor Krankheit und Not. Zur Wintersonnenwende bzw. in den Raunächten wurde das getrocknete Kraut auch gerne zum Ausräuchern der Ställe und Wohnstuben verwendet. Da es eine sehr aufhellende und beschützende Wirkung hat, wurde es früher auch für Frauen und ihre gerade geborenen Säuglinge geräuchert.


Die gepflückten Blüten geben einen blutroten Saft ab, daher schreibt man dem Johanniskraut auch eine starke dämonenabwehrende Kraft zu, vor allem durch Verräuchern (sollte den Teufel vertreiben). Dieses Hartheugewächs wurde einst zum Vertreiben böser Geister und zur Behandlung von Schlangenbissen verwendet.  In Deutschland und der ehemaligen Sowjetunion wurde das Heilkraut auf seine antidepressive Wirkung gründlich untersucht.

Es gibt verschiedene Geschichten, die sich um das Johanniskraut ranken.  Eine Geschichte erzählt, dass die Pflanze aus den Blutstropfen des enthaupteten Johannes des Täufers entstanden sei, eine andere besagt, dass der rote Saft daher kommt, dass der Teufel die Blätter des Krauts durchstochen hat – betrachtet man die Blätter, so kann man viele kleine Stiche erkennen, wenn man sie gegen das Licht hält. Wieder eine andere Legende erzählt von einem Jäger, der mit seinem Pfeil auf einen Hirschen schießen wollte, dabei aber eine Elfe traf. Diese wurde verletzt und ihr Blut tropfte auf die gelben Blüten des Johanniskrauts. Einer Sage nach, wuchs unter dem Kreuz Jesu Christi das Heilkraut, das die Blutstropfen mit seinen Blüten auffing. (=Name Blut Jesu Christi) 

Das Johanniskraut wächst in ganz Europa, meist wuchert es wild an Waldrändern, Wiesen, Feldern oder sonnigen Hügeln. Natürlich kann man die Pflanze auch in den eigenen Garten setzen, sie bevorzugt einen sonnigen Standort. Die Staude wird 25 bis 90 cm hoch und ist recht stark verzweigt, auf ihren ovalen Blättern kann man kleine helle Punkte erkennen, wenn man sie gegen das Licht hält, dort sitzen Sekretbehälter, die das ätherische Öl enthalten.

Johanniskraut kann man relativ leicht erkennen, neben den „durchlöcherten“ Blättern, hat die Pflanze einen zweikantigen Stängel, die goldgelben Blüten haben fünf Blütenblätter und unzählige kleine Staubfäden, außerdem verfärben sich die Blüten blutrot, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt. Die Pflanze blüht von Ende Juni bis September. Johanniskraut wird übrigens für medizinische Zwecke großflächig angebaut, in der herkömmlichen Landwirtschaft gilt es jedoch als Unkraut…

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe, der wichtigste Wirkstoff ist Hypericin, wirkt das Kraut in seiner Gesamtheit anregend auf die Verdauungsdrüsen (auch Galle) und tonisierend auf den Kreislauf. Wie allgemein bekannt ist, hat Johanniskraut eine stimmungsaufhellende, sowie beruhigende Wirkung, deshalb wird es auch als pflanzliches Antidepressivum bezeichnet. Leidet man an depressiver Verstimmung, so sollte man eine Kur mit Johanniskraut durchführen, bereits nach 10-14 Tage hellt sich die Stimmung des Kranken allmählich auf, Lebensfreude und neuer Antrieb werden spürbar. Die Kur wird für mindestens 6 Wochen empfohlen, kann aber beliebig lang weitergeführt werden, da auch bei längerer Anwendung kein Gewöhnungseffekt eintritt.

Schon Hippokrates und Paracelsus waren von dem Heilkraut überzeugt, ihre Erkenntnisse wurden in der Volksmedizin angewendet. Johanniskraut kann als Tee, Tinktur, Kapseln, Öl, Salben, Räucherwerk, ätherisches Öl oder als homöopathisches Mittel verwendet werden. Das einzige worauf man achten sollte, wenn man Johanniskraut über längere Zeit einnimmt oder das Öl auf die Haut aufträgt, ist die damit verbundene Sonnenempfindlichkeit. Das Heilkraut macht uns extrem lichtempfindlich – daher sollte man während der Einnahme auf direkte Sonnenbestrahlung, Solarium oder Höhensonne verzichten und sich niemals mit aufgetragenem Johanniskrautöl UV-Bestrahlung aussetzen, das kann zu schweren Verbrennungen, Ausschlägen, Entzündungen oder Allergien führen.

Als ätherisches Öl in der Duftlampe oder als Räucherwerk (unter Beimischung eines Lieblingsduftes z.B. Lavendel, Styrax, Weihrauch) kann man Spannungen aus dem Raum zaubern, die z.B. nach einem Streit noch in der Luft liegen. Somit lässt sich die emotional aufgeladene Stimmung klären und reinigen. Das Heilkraut gilt allgemein als spannungsabbauend, dh. dass man auch Räume mit hoher elektromagnetischer Spannung (Elektrosmog) klären kann. Natürlich ist es auch sehr heilsam bei Traurigkeit, Depressionen, Angstzuständen und Kummer. Durch sein starkes innewohnendes Licht und die damit verbundene aufhellende Wirkung vertreibt es die Angst vor Dunkelheit und schützt gleichzeitig vor dunklen Energien. Zum Räuchern verwendet man die getrockneten Blüten, die man mit weiterem Lieblingsräucherwerk mischt. Zur Gewinnung des ätherischen Öls verwendet man die gesamte Pflanze (ohne Wurzeln).

Natürlich bekommt man alle Produkte, wie Tee, Kapseln, Öl oder Tinkturen in der Apotheke oder Drogerie - hat man das Heilkraut allerdings in seinem Garten oder eine gute Stelle zum Sammeln, kann man sich auch einiges selbst zubereiten.

Das voll erblühte Johanniskraut schneidet man kurz über dem Boden ab, bindet es zu Büscheln und lässt es an einem schattigen, luftigen Ort trocknen. Das getrocknete Heilkraut benötigt man zur Zubereitung des Tees, zum Räuchern und zur Herstellung der Tinktur. 

Johanniskraut-Tee:
Für den Tee verwendet man 2 gehäufte Teelöffel des Johanniskrautes (Blätter und Blüten), die man mit einem 1/4l Wasser übergießt, langsam zum Sieden bringt und einige Minuten ziehen lässt. Danach abseihen und täglich 2-3 Tassen trinken. Bei Depressionen, Schlafstörungen und nervösen Beschwerden sollte man eine Kur über mehrere Wochen konsequent durchführen um eine Besserung oder Heilung zu erzielen. (Achtung: Direkte Sonne meiden!). Bei Problemen im Magen-Darmtrakt reicht im Akutfall oft eine Tasse Johanniskrauttee um Linderung zu erzielen. 

Johanniskraut-Öl (zur äußerlichen, wie innerlichen Anwendung):
Frisches Kraut mit eben aufgegangenen Blüten. Man benötigt ca. 25Gramm für 500ml Öl, wenn möglich nur die Blüten verwenden. Diese werden in einem Mörser zerstoßen und mit einem halben Liter Olivenöl in helles Glas gegeben. Um zu verhindern, dass Staub eindringt, kann man das Glas mit einem Blatt Küchenrolle zudecken – es sollte aber noch Luft hinzukommen. Das Glas stellt man an einen hellen, warmen Ort und lässt es 3-5 Tage gären, zwischendurch gelegentlich umrühren. Danach verschließt man das Glas gut und setzt es etwa 6 Wochen dem Sonnenlicht aus. Jetzt müsste das Öl leuchtend Rot sein. Das Öl durch ein Leinentuch pressen und in einer gut verschlossenen Flasche aufbewahren. Äußerlich angewendet hilft es bei schlecht heilenden Wunden, Hautproblemen, Rheuma, Gelenksbeschwerden, Schmerzzuständen etc. Wunderbar entspannend und stimmungsaufhellend ist eine Ganzkörpermasse mit lauwarmen Johanniskrautöl. Innerlich angewendet hilft es als leicht galletreibendes Mittel bei Verdauungsbeschwerden oder zur Beruhigung eines überreizten Magens. 

Johanniskraut-Tinktur:
Man füllt z.B. ein gesäubertes Marmeladeglas zu gut zwei Drittel mit getrocknetem Johanniskraut und übergießt es mit Alkohol (Wodka, hochprozentiger Schnaps…) bis das Glas komplett gefüllt ist. Gut verschließen und die Mischung 2-6 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. Danach die Tinktur durch ein Leinentuch (oder Kaffeefilter) abseihen und in kleine Flaschen abfüllen. Äußerlich kann man die Tinktur zur Wunddesinfektion verwendet, innerlich gegen Depressionen, Nervenproblemen, Verdauungsbeschwerden oder Frauenleiden. 3x täglich 5-15 Tropfen einnehmen. 

Johanniskraut-Salbe:
Eine sehr einfache Salbe, die schnell zubereitet ist. Dafür nimmt man 40ml Johanniskraut-Öl, 2g Bienenwachs, sowie 10g Sheabutter (oder Kakaobutter). In einem Wasserbad erwärmt man Öl und Bienenwachs, bis das Wachs geschmolzen ist, danach nimmt man das Wasserbad von der Flamme und rührt die Sheabutter (oder Kakaobutter) unter. Sobald alles gut vermischt und etwas abgekühlt ist, kann man noch ätherische Öle hinzufügen – je nachdem wofür man die Salbe hauptsächlich verwenden möchte. Bei Hautproblemen können Teebaumöl, Thymianöl, Lavendelöl und Sandelholz hinzugefügt werden. Benötigt man die Salbe für stumpfe Verletzungen oder Schmerzen des Bewegungsapparates kann man folgende ätherische Öle beimengen: Kiefer, Kampfer, Fichtennadel, Eukalyptus, Minze, Wacholder und Rosmarin. Möchte man die Salbe zur Schlafunterstützung anwenden (z.B. auf den Brustkorb schmieren) eignen sich die ätherischen Öle von Lavendel, Baldrian, Melisse und eventuell Eukalyptus, wenn die Nase zur Verstopfung neigt. Unterstützend zur Stimmungsaufhellung sollte man Litsea Cubebaöl, Mandarinenöl, Orangenöl und Bergamotteöl zur Salbe hinzugeben.
Bevor die Mischung ganz ausgekühlt ist, wird sie in Dosen oder Salbentiegel abgefüllt. Die Salbe sollte an einem kühlen Ort gelagert werden. 

Räucherwerk (stimmungsaufhellend):
Je nachdem wie viel Räucherwerk man sich mischen möchte, verwendet man als Maß einen Tee- oder Esslöffel. 2 Löffel getrocknete Johanniskrautblüten, ½ Löffel Lavendelblüten, 1 Löffel Styrax, ½ - 1  geriebene Tonkabohne,  1 Löffel Dammar, etwas getrocknete Orangenschale, etwas gemahlenen Zimt, etwas gestoßene Gewürznelke, etwas getrockneten Ingwer – alles gut miteinander durchmischen (in einer großen Schüssel), dann in Gläser, Dosen oder Säckchen abfüllen und bei Gelegenheit räuchern.


Johanniskraut ist hilfreich bei:

  • Depressionen

  • Schlafstörungen

  • Nervosität und Nervenleiden

  • nervöse Unruhe

  • Bettnässen

  • Angstgefühlen

  • Wunden

  • Verbrennungen

  • Sonnenbrand

  • Herpes

  • Gürtelrose

  • Narben

  • Ekzeme

  • Schuppenflechte

  • Blutergüsse

  • Kopfschmerzen

  • PMS

  • Menstruationsbeschwerden

  • Entbindungen

  • Prellungen

  • Gelenkrheuma

  • Hexenschuss und Verrenkungen

  • Verstauchungen und diversen stumpfen Verletzungen

  • Schmerzzustände

  • Muskelschmerzen

  • Gehirnerschütterung

  • Nervenschmerzen als Folge von Verletzungen

  • Verdauungsbeschwerden

  • Durchfall

  • Leberprobleme

  • Magen-, Darmbeschwerden

  • Gallenleiden

  • Lungenerkrankungen

  • Schilddrüsenunterfunktion

  • Parkinson Erkrankung

 Text: Sabine Miksu

(Quellen: Neben gesammeltem Eigenwissen, wurden Informationen aus folgenden Büchern für diesen Artikel verwendet: Heiltees und andere bewährte Hausmittel, Die grüne Apotheke von Dr. James A. Duke, Das große Buch der Heilpflanzen von Apotheker M. Pahlow, Meine Salbenküche von Monika Fritz, Räuchern mit heimischen Kräutern von Marlis Bader)


[Die hier enthaltenen Aussagen basieren auf subjektiven Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, nach schulwissenschaftlichen Erkenntnissen gesichert zu sein. Eine Heilwirkung wird nicht versprochen. Die Anwendung erfolgt in Eigenverantwortung.]


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