Ausgabe 42 / April 2011

 

DIE WUNDERSAME WELT DER REINKARNATION

Viele Mythen ranken sich um das Leben nach dem Tod und die Wiedergeburt. Die Vorstellung eines Lebens nach dem Tod ist in vielen Kulturen und religiösen Lehren verbreitet – sie ist in unseren Erinnerungen verborgen. Viele von uns ahnen oder hoffen, dass es irgendwie weitergeht. Es schimmert eine Wahrheit durch, die nicht wissenschaftlich belegt werden kann und trotzdem ihre Berechtigung einfordert.

In den Ländern, in denen der Reinkarnationsglaube zum Alltag gehört, bemerkt man sehr viel mehr Ausgeglichenheit in der Mentalität der Menschen. Man sieht das Leben viel entspannter, eingebettet in die Ewigkeit, in den Kreislauf der Natur. Viele Ängste, Probleme und Anspannungen, typisch für uns Westler, entstehen daher gar nicht wie Abhängigkeiten von materiellen Güter, äußere Sicherheiten, Verlustängste, Angst vor dem Tod, Hektik, Stress, mangelnde Flexibilität, Angst vor Veränderungen und vieles mehr.
 

Wir „Reinkarnationler“ glauben, dass der Mensch eine unsterbliche Seele ist, dass unser Erden-da-Sein eine befristete Existenz hat und dass wir eben nicht nur einmal kommen und gehen, sondern uns wie die Natur im Rhythmus der Gezeiten erneuern. Der Mensch kommt immer wieder hierher, um etwas zu lernen, sich weiter zu entwickeln, Qualitäten zu entfalten oder Hindernisse zu überwinden.

In Managementtrainings erklärt man, der Sinn und Zweck von Training ist es, Stärken zu stärken und Schwächen zu schwächen, das könnte man auch kurzerhand über die Lebensaufgabe eines Menschen sagen. Wir sind hier, um das Beste aus uns zu machen, um unsere Potentiale und Fähigkeiten zu stärken, unsere Lernaufgaben zu erfüllen, unsere Schwächen und Fehler abzubauen und das Leben mit allen Sinnen zu genießen und auszukosten.

Somit sehen wir auch in unserer therapeutischen Arbeit den Ansatz, dass der Mensch überprüft, was steckt in mir, was habe ich für Möglichkeiten, welche Stärken und Fähigkeiten besitze ich, wo sind meine Schwächen, was möchte ich lernen, was möchte ich überwinden, was möchte ich stärken?

Die Reinkarnationsidee ist förderlich für unsere persönliche Entwicklung – ob man nun an Wiedergeburt glaubt oder nicht, spielt keine Rolle. Aus den Rückführungen früherer Leben konnten wir beobachten, dass die Seele am Ende eines jeden Lebens einen Rückblick macht, kritisch jeden Schritt überprüft, ob sie das Beste aus den mitgebrachten Anlagen gemacht hat, ob sie etwas übersehen oder nicht gemacht hat und je nachdem wie diese Bilanz ausfällt, nimmt sie sich ein neues Ziel vor und weiter geht’s im Spiel des Lebens auf dem Schulungsplaneten Erde.

Wir gehen auch von der Tatsache aus, dass ein Leiden, sei es nun körperlich oder seelisch bedingt, von Ursachen aus früheren Leben herrühren kann. Trotzdem wir heute in vielen Gebieten wie Ernährung, Sexualität, Partnerschaften oder Medizin tolle Fortschritte gemacht haben, gibt es immer noch Essstörungen, sexuelle Probleme, unendliche Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich und Krankheiten. Findet man ein Heilmittel für eine Krankheit, erschaffen wir etwas Neues, Unlösbares, wie zB AIDS.

Nun wie kommt das? Warum erinnert sich der Mensch nicht an Vergangenes und lernt daraus? Die Antwort liegt in der Funktion des Unterbewusstseins. Das Unterbewusstsein mit seiner Erinnerung ist so stark, dass die Moderne es nicht schafft, es zu übertünchen. Man muss das Unterbewusstsein verstehen, denn es speichert schmerzhafte Ereignisse ab, bis der Mensch die Reife erlangt hat, diese zu bearbeiten.

Das menschliche Bewusstsein ist mit einem Eisberg vergleichbar, wobei das Tagesbewusstsein nur der sichtbaren Spitze des Eisbergs entspricht, das sind ca. 8-15%. Unsere elementarsten Geistes- und Seelenfunktionen spielen sich jedoch unterhalb der Bewusstseinsschwelle – sozusagen im dunklen – ab.

Wir unterscheiden drei Bewusstseinsebenen:  das Tages-Bewusstsein, das Überbewusstsein und das Unterbewusstsein.

Im Tages-Bewusstsein nimmt der Mensch objektiv, analytisch und rationell wahr. Diese Situationen können später erinnert werden und die Inhalte des Erlebens können ihm auf keine Weise schaden. Das Ganze läuft nur einmal ab (alles was öfters vorkommt, stammt aus dem Unterbewusstsein), ist eher sachlich, neutral und ohne Emotion. Man kann das in der Umwelt sehr leicht erkennen, denn wenn die Energie dahinter sachlich und stimmig ist, wird die Umwelt nicht reagieren.

Das Überbewusstsein hat viele Namen, höheres Selbst, Seele, göttlicher Funke, wie auch immer wir es bezeichnen wollen, das ist der Teil unseres Wesen, der ewig unverändert bleibt, er steht mit einem Fuß in der geistigen Welt und ist der direkte Draht zu Gott. Die Seele ist überpersönlich und erinnert sich an ihre Ganzheit, an ihre göttliche Herkunft. Wollten wir diesem Selbst Attribute zuschreiben, werden ihm die Begriffe wie bedingungslose Liebe, absolute Glückseligkeit und Weisheit am ehesten gerecht. Hier erfahren wir uns als Teil der Schöpfung und mit allem verbunden.

Lebt man auf dieser Bewusstseins-Ebene braucht man keine Therapieformen mehr, denn dann ist man eins mit allem was ist. Dort finden wir alle Antworten auf unsere Fragen, das Überbewusstsein kennt unsere gesamte, persönliche Reise, alle Rollen, die wir je gespielt haben über alle Leben hinweg, es kennt das Ziel dieses Lebens und wird uns auch dorthin führen, wenn wir es erlauben.

Das Tagesbewusstsein und das Überbewusstsein - so spannend es ist und soviel Stoff es auch zum Philosophieren anbietet - sind keine Themen für die Reinkarnation -> das Thema der Reinkarnation ist das weite, unbekannte Land des Unterbewussten!

85-92% unseres Denkens, Fühlens und Verhaltens erfolgt im Unterbewusstsein. Es ist die Schaltzentrale unserer unbewussten Körperfunktionen mit Sitz unserer Emotionen und Erinnerungen. Das Unterbewusstsein ist das abgespaltene Bewusstsein unseres wahren Seins und durch unser Verhalten entstanden. Nicht das Geschehen ist entscheidend, sondern wie wir damit umgehen. Alles Verdrängte wird im Unterbewusstsein abgespeichert, es ist zeitlos (dh es kann nicht unterscheiden zwischen früher und heute) und kann jederzeit aktiviert werden.

Das Unbewusste ist wie ein Aufnahmegerät, es bewahrt die Erinnerung an jede gemachte, erdachte und gefühlte Erfahrung auf, die wir je erlebt haben - und zwar nicht nur vom Zeitpunkt der Geburt an, sondern auch alle vorgeburtlichen Erfahrungen mit einschließend. Das Unterbewusstsein reagiert auf Assoziationen, auf Ähnlichkeiten, die irgendetwas in uns auslösen. Das kann etwas Visuelles sein, ein Geruch, eine Berührung, ein Ton, eine Wahrnehmung, eine Wortmeldung. Eine Banalität im Heute kann ganze Bilderreihen von früher auslösen.

Somit hat jedes Gefühl und jede Reaktion seinen Sinn und seine Berechtigung. Jede Verstimmung, jedes Problem ist eine Abweichung des Lebensplans. Das Unterbewusstsein ist aber auch unser Freund, denn das erste Prinzip des Unterbewusstseins ist es, unser Leben zu schützen.

In der Reinkarnationstherapie versuchen wir, unbewusstes wieder bewusst zu machen und somit zu neutralisieren, los zu lassen oder zu integrieren. Wir holen diese abgespaltenen Anteile, Daten hervor, wenn die Zeit reif ist. Das Unterbewusste bekommt sozusagen eine Bühne, auf der die verdrängten Erlebnisse sichtbar werden.

Es gibt bestimmte Grundsätze in der Reinkarnationstherapie, welche das sind, verrate ich Ihnen in der nächsten Lichtboten-Ausgabe.

Herzlichst,
Ihre Marion Appel

 

Text: Marion Appel
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