Ausgabe 43 / Mai 2011

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DIE WUNDERSAME WELT DER REINKARNATION - Teil 2

Grundsätze der Reinkarnationstherapie

Es gibt bestimmte Grundsätze in der Reinkarnationstherapie, zum Beispiel das Gesetz der Polarität, was man in einem Leben zu viel gemacht hat, wird man in einem anderen Leben zu wenig machen und umgekehrt, was ich früher zu wenig gemacht habe, mache ich in einem späteren Leben zu viel. 

Ein Beispiel: Angenommen jemand ist sehr ehrgeizig in seinem Leben, fast krankhaft bestrebt nach vorne zu kommen, eine steile Karriere zu machen, etwas Großartiges zu erreichen, vielleicht auch mit Ellbogentaktik, weil eben genau dieser Mensch in einem früheren Leben keine Chance hatte, weiter zu kommen.

Vielleicht war er von jemandem abhängig, vielleicht hat er niedere Arbeiten verrichten müssen, vielleicht sogar verhaftet in einem Sklavendasein. Eventuell war das politische System so aussichtslos, dass er sich in keinster Weise weiterentwickeln oder sich gar verwirklichen konnte. Somit bringt die Seele einen unglaublichen Nachholbedarf und ein großes Bedürfnis mit, jetzt in diesem Leben nach oben zu kommen, etwas zu erreichen.

 

 

 

Umgekehrt hat ein Mensch in einem früheren Leben eine große, steile Karriere gemacht, ist nach oben gekommen, hat viel erreicht, ein Land regiert, etwas geschaffen und in genau dem Moment, wo er die Früchte seiner Arbeit ernten sollte, vielleicht gekrönt werden oder den Hof übertragen bekommen sollte, ein Länderbündnis eingehen, um den Frieden zu wahren – just in diesem Augenblick hat ihm vielleicht ein Rivale einen Strich durch die Rechnung gemacht, ihn denunziert, gegen ihn integriert, ihm alles weggenommen, ihn verjagt, verleumdet oder ihm sonst irgendwie den Garaus gemacht.

Dann kann es sein, dass genau dieser Mensch einen ganz anderen Lebensstil wählt - „ich möchte mich nicht mehr auf eine Karriere konzentrieren, das ist es mir nicht wert, ich möchte lieber glücklich und zufrieden sein, ich möchte lieber abgeschieden, mit mir im Frieden und in der Stille sein.“

Daher stellt sich immer die Frage, woher ein Mensch kommt. Welche Reise hat die Seele hinter sich, in welcher Form hat sie sich ausgedrückt, was hat sie im Laufe ihrer Inkarnationen erfahren und wie ist es ihr dabei ergangen?

Ein Mensch, der heute etwas faul oder bequem sein mag, kann vielleicht im früheren Leben mal zu viel getan haben, vielleicht ist er an Erschöpfung gestorben oder er wurde gemeuchelt, das wiederum bedeutet dass das Unterbewusstsein viel Arbeit oder Stress mit einer schlechten Erfahrung und sogar Tod verbindet und dadurch ist es verständlich, dass er heute gar nicht so ein ehrgeiziger Mensch ist. Somit erklärt sich unser Streben, unser Wollen, unsere Ziele, unsere Bedürfnisse sehr gut aus früheren Leben.

Ein anderer Grundsatz aus der Reinkarnationstherapie lautet: Wenn man Talente, Fähigkeiten oder Potentiale nicht nützt oder gar missbraucht, werden sie einem genommen. Vielleicht hat man Chancen ausgeschlagen oder sich nicht bemüht im Leben, obwohl es sehr leicht möglich war, weil alle Voraussetzungen da waren, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man sich eine Weile sehr stark um weitere Chancen bemühen muss.

Das Leben sagt, was du nicht benutzt, brauchst du anscheinend nicht und wir nehmen es dir für eine Zeit lang weg, das können zum Beispiel künstlerische Talente sein, ein Mensch, der in einem früheren Leben künstlerische Talente verschwendet hat, sich vielleicht dem Alkohol hingegeben hat, sich hat gehen lassen, mag in einem späteren Leben darunter leiden, dass er diese künstlerischen Talente nicht zur Verfügung hat. Er spürt diese Potentiale in ihm angelegt, er möchte so gerne malen, er möchte so gerne Klavier spielen oder Geschichten schreiben, aber irgendwie ist ihm jede künstlerische Ambition verwehrt.  

Oder jemand war außerordentlich begabt in der Kunst der Astrologie und hat dann dieses Wissen missbraucht, um anderen Menschen zu schaden, andere ins Unglück zu stürzen oder um sich zu bereichern, so steht dem Menschen dieses Wissen heute nicht mehr zur Verfügung, obwohl ihn die Wissenschaft der Astrologie fasziniert, er viele Bücher darüber liest, aber er kann das Wissen nicht mehr abrufen, zurück bleibt dieses latente Gefühl „Ja, aber ich würde es  doch so gerne verstehen...“.

Deshalb gilt - all die Dinge, um die wir heute stark kämpfen müssen, die uns schwer fallen, haben wir oft im Früher sehr leichtfertig abgegeben, verschwendet oder missbraucht.

Ein weiteres Reinkarnationsgesetz ist das Gesetz der Einheit. Alle Menschen kommen aus dem Urzustand, deshalb sind alle Seelen gleichwertig. Sie sind nicht gleich in ihrem Ausdruck, sie haben einen unterschiedlichen Charakter, unterschiedliche Bestrebungen, unterschiedliche Bedürfnisse - aber wir sind alle Seelen aus einer Urheimat.

Wir sind zeitlos, seit Anbeginn der Zeit existent, wir alle haben eine Aufgabe, wir bewegen uns in der Welt der Materie, weil wir wissen wollten, wie es sich anfühlt, von einem reinen Sein ins Tun zu gelangen, wie es ist, als Mensch zu leben, außerordentliche Erfahrungen zu machen und sich dennoch seiner göttlichen Herkunft bewusst zu sein.

Um diese Einzelerfahrungen aber erleben zu können, muss sich die Seele als Ganzes verleugnen. Mit der Individualisierung der Seele und dem Erleben der Polaritäten begann die Ab- und Begrenzung, die Trennung, das Gefühl des Mangels, der Einsamkeit, Angst vor Verlust und die immerwährende Sehnsucht nach Zuhause, nach der Heimat, die die Seele verlassen hat. Und eine Seele kann sich als weniger ERLEBEN, aber sie kann niemals weniger SEIN, als das was in ihrem Urzustand verankert ist.

Das Gesetz der Einheit sagt, alles, was ich einem anderen Menschen oder anderem Wesen antue, wird auch mir angetan oder mir zugemutet. Wir Menschen sind alle Brüder und Schwester, alle Wesen haben das gleiche Recht zu existieren. Würden die Menschen an Reinkarnation glauben, würde es ganz anders um unsere Welt bestellt sein.

Der Gedanke an die Reinkarnation macht die Menschen achtsamer und sorgfältiger. Die Menschen würden wissen, dass es nicht getan ist mit kurzfristigen und kurzsichtigen Lösung, man möchte ethische, nachhaltige und langfristige Lösungen finden, denn wir leben mit diesen Lösungen - mehrere Leben lang.

Es ist sicherlich eine gute Einstellung im Leben zu sagen, ich möchte allen Lebewesen mit Achtung und Respekt begegnen, da macht man sicher nichts falsch damit.

In der Reinkarnation haben wir es ja mit unbewussten Denkansätzen und Abspeichern zu tun und obwohl wir Menschen die Summe unserer Vergangenheit sind, erinnern wir uns sehr selten von selbst an frühere Leben.  

Wir kennen ja alle den berühmten Ausspruch des Dejà-vú. Das, was man schon irgendwann mal gesehen hat, kommt einem bekannt vor. Man sieht einen Ort und fühlt sich dort wie zuhause, man kennt sich dort aus. Oder man trifft jemanden und hat das Gefühl, als würde man diesen Menschen seit Ewigkeiten kennen, alles wirkt so vertraut und das ist oft wahr.

Alles, was uns vertraut und bekannt vorkommt, haben wir oft im früheren Leben schon gekannt. Ein Mensch kann das erste Mal in einer fremden Stadt sein und genau wissen, dass dort drüben jetzt ein Marktplatz kommt, oder er geht in ein Gebäude, eine Kirche oder so und weiß ganz genau, wie es dort aussieht.

Und noch eins – das frühere Leben ist immer stärker als das Jetzt. Wenn jemand früher ein toller, ganz besonders charismatischer, liebenswürdiger, fürsorglicher Mensch war, heute aber ein Holodri, so sehe ich Dinge in diesem Menschen, die heute gar nicht mehr da sind und oft gibt es ja diese Beziehungen, die sich mich logischen Argumenten nicht erklären lassen, aber ein Partner sieht diese Attribute und Charaktereigenschaften von früher und erkennt nicht, wie diese Person im heutigen Leben, im Jetzt ist.

Der Mensch erinnert sich an viele Dinge, weiß nur nicht, dass das frühere Leben sind, wir vergleichen unbewusst unser jetziges Leben mit unseren früheren Leben. Wie sich das zeigt und welche anderen karmischen Indikatoren es noch gibt, erfahren Sie in der nächsten Lichtboten-Ausgabe.

 

Text: Marion Appel
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