Ausgabe 29 / Dezember 2009

LernFREUDEtipp 5

Geborgen genug um spielen zu können!

GANZHEITLICHES LERNEN – GANZHEITLICHE KOMPETENZ
Autorin: Mag. (FH) Karin Neussl -
www.wohlfuehl-akademie.at


Erinnern Sie sich noch an den 1. LernFREUDEtipp? Ja?! Dann wissen Sie bereits, dass wohlfühlen die Grundvoraussetzung für optimales Lernen und für persönliche Bestleistungen ist, da ansonsten ein Großteil der Aufmerksamkeit für sich innerlich schützen müssen, sich innerlich wehren müssen, etc. vergeudet wird.

Michael Mendizza schreibt dazu in seinem Buch „Neue Kinder – neue Eltern“: 2 Dinge sind wichtig: Spiel & Geborgenheit…Spiel bedeutet ungeteilte Aufmerksamkeit. Nicht ein Quentchen Energie ist für irgendetwas anderes übrig. Deshalb sind Kinder in diesem ungeheuer kreativen Prozess (des Spielens) so vollständig absorbiert. Dabei beklagen wir uns, unsere Kinder könnten sich nicht konzentrieren: SPIEL IST VOLLKOMMENE UNGETEILTE AUFMERKSAMKEIT – man kann nicht spielen ohne sich dabei vollkommen auf das Spiel zu konzentrieren. Und diese Konzentration ist optimales Lernen. Durch das Spiel lernen Kinder ihre Aufmerksamkeit zu bündeln…was uns wieder zum Thema Geborgenheit und Wohlfühlen zurückbringt. Wenn wir uns nicht sicher und geborgen fühlen, ist es unmöglich zu spielen und somit unmöglich die Aufmerksamkeit derart zu konzentrieren.

Also: nutzen Sie das Wissen der bisherigen Lernfreudetipps: Schaffen Sie eine Lernatmosphäre des Wohlfühlens und der Geborgenheit, lösen Sie wenn vorhanden auf sanfte und effektive Weise Lernblockaden und dann: Spielen Sie mit dem jeweiligen Lernstoff – denn: spielen ist höchste Konzentration & optimales Lernen! Gerade auch deshalb ist die Montessori-Pädagogik ein derart wunderbarer Lernzugang: sie bietet auf vielfältige, spielerische und gehirngerechte Weise Wissensvermittlung an.

Ein Tipp aus der Wohlfühl-Akademie, wie sogar das meist langweilige Vokabel-Pauken zu Spiel und Spaß wird:

Gehirngerechtes Vokabel-Memory-Spiel:

Das deutsche Wort auf ein Kärtchen schreiben und ein dazupassendes Bild / Symbol dazu malen. Dann auf ein 2. Kärtchen das fremdsprachige Wort schreiben und möglichst aus einem Buchstaben das dazugehörige Bild / Symbol „basteln“ .

 

 

Auf diese Weise bastelt man spielerisch 10 – 20 Vokabelpärchen. Sobald man diese fertig gestellt hat, ergeben sich vielfältige Spielmöglichkeiten:

  • klassisches Memory-Spiel
  • die deutschen Begriffe in einen Hut geben, jeweils einen Begriff herausziehen und auf ein Blatt Papier wird der fremdsprachige Begriff dazu niedergeschrieben
  • Laufdiktat: in einer Ecke des Raumes liegen die fremdsprachigen Kärtchen – in der anderen Ecke des Raumes die Schreibutensilien. Man geht nun in die Ecke mit den Kärtchen, liest 2 fremdsprachige Vokabeln, legt die Kärtchen wieder hin, läuft zurück zu den Schreibsachen und schreibt die fremdsprachigen Vokabeln nieder + die deutsche Version dazu – das kann im Wettbewerb mit mehreren Schülern passieren oder im „Selbstwettbewerb“, in dem man sich z.B. selbst die Zeit stoppt und versucht bei jedem Durchgang schneller zu werden und sich selbst zu übertreffen
  • Und so weiter, kann man sich noch viele Spiele und Späße ausdenken

Das Schöne daran ist, dass bei jedem Schritt spielerisch und mit beiden Gehirnhälften und in Bewegung gelernt, vertieft und wiederholt wird – sogar schon beim Kärtchen basteln. Auf diese Weise werden Lernen und Wiederholen zu Spiel & Spaß und das Ergebnis sind Motivation, Freude, Leichtigkeit und Erfolgserlebnisse!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim spielerischen Lernen – für sich selbst und für Ihre Kinder!

Mag. (FH) Karin Neussl

www.wohlfuehl-akademie.at

LernFREUDEtipp Nr. 6 gibt's im nächsten Lichtboten!

siehe auch "Wie man die Lust am Lernen weckt" LernFreudetipp Nr.1

 

Home Lichtbote