Ausgabe 56 / Juli 2012

www.architektvogl.at

 

KORNKREISE

Zeichen im Korn, und niemand weiß, wie diese dorthin kommen.

Geschichte

Seit ungefähr 25 Jahren werden die Formationen in Kornfeldern in aller Welt mit größerer Aufmerksamkeit dokumentiert und medial beachtet. Wenn auch nur bei einem kleinen Kreis von Kornkreisforschern und aufmerksamen Interessierten, wird das Phänomen von der breiten Öffentlichkeit und den Massenmedien als wissenschaftlich zu untersuchende Gegebenheit  schlicht geleugnet. Und alle, die sich damit ernsthaft beschäftigen werden ins Eck der Phantasten oder Mystikgläubigen gestellt.

      
Historische Holzschnitte                                                                             „Der mähende Teufel“ 1678

Tatsächlich ist das Phänomen der „Kornkreise“ schon viel älter. Es gibt in Märchen, Mythen und Sagen in allen Kulturen Jahrhunderte alte Berichte, genauso wie detaillierte Zeichnungen dazu. Wir haben es also hier nicht mit einem neuzeitlichen Phänomen zu tun, sondern mit einem altbekannten sommerlichen Ereignis, das schon in früheren Jahrhunderten in verschiedenen Gegenden auftrat und bildlich dokumentiert wurde.

Beschreibung des Phänomens

Phänomen scheint hier wirklich das beste Wort zu sein, denn „Kornkreise“ ist technisch nur bedingt richtig, da sehr viele Formationen ohne Kreise auskommen und ganz andere Inhalte zeigen. Es kann auch festgehalten werden, dass die „Kreise“ in vielen Ländern der Erde auftauchen, aber einerseits unterschiedlich beachtet oder nicht dokumentiert sind, oder aber sofort vom jeweiligen Bauern abgemäht wurden.

So sind speziell in Südengland auf einem relativ kleinem Areal um die alte Steinformation „Stonehenge“ einige wackere Forscher tätig, die jedes Jahr auf die neuen Kreise  wie Detektive auf der Lauer liegen, um sie von Leichtflugzeugen aus rechtzeitig vor dem Ernten oder der Zerstörung durch Schaulustige unversehrt dokumentieren zu können. Denn auch dort sind die meisten Bauern „not amused“ über die Kreise einerseits und die Kornkreistouristen andererseits, die dann auch noch das übrige Feld beschädigen. Manche Bauern haben aber  schon erkannt, dass sich daraus auch ein Geschäft machen lässt und heben Gebühren für das Eintreten ins Feld und die Kreise ein.

 

Was sind Kornkreise? 

Kornkreise sind Formationen, oft geometrische Anordnungen mit speziellen mathematischen Verhältnissen und Zahlenordnungen. Sie werden in reife Kornfelder – ab Mai in Rapsfeldern und danach in alle anderen Kornsorten „eingelegt“. Diese „Einlegung“ findet oft in ganz kurzer Zeit neben belebten Autostraßen statt, aber auch über Nacht werden Kornkreise „geboren“, die am vorigen Tag noch nicht da waren.

Es gibt per Definition zwei Arten von Kornkreisen: diejenigen, die gesichert von Menschenhand gemacht wurden und als „Fälschungen“ bezeichnet werden, und jene, die von den Experten als „echt“ bezeichnet werden, bei denen weiß man aber bis heute nicht, wer sie gemacht hat und wie sie entstanden sind. Mir persönlich wäre eine Einteilung in „Menschengemachte Kreise“ und in Formationen, deren Urheberschaft noch unerforscht ist, lieber. 
 

  

         links: Kornkreis in einem Rapsfeld   /   rechts: sogenannte „Fälschung“ durch Menschenhand
 

Für „echte“ Kornkreise gilt, dass die Formation in sehr geringer Zeit entstanden ist, oft in Minuten, und dass die Kreise neben der phänomenalen  Exaktheit der Geometrie die Ähren lediglich umbiegen, das heißt die Ähren sind in so einem Kreis nicht gebrochen und sind oft in kunstvollen Legemustern  ausgeführt.

   

Ähren werden im Kreis gelegt   /   Mittelpunkte oft markiert

 

Es gibt einige durchaus seriöse Theorien über die Entstehung der Formationen, die technisch-wissenschaftlich fundiert sind. Allerdings hat keine der Theorien eine schlussendlich gültige Bestätigung erfahren. Daher bleibt der Glaube an mögliche außerirdische Eingriffe weiterhin als Lieblingstheorie bestehen. Es kann aber auch diese Version mit irdischen Mitteln nicht bewiesen werden (auch wenn sie die tatsächlich am wahrscheinlichsten ist). Sicherlich keine Hilfe für Erklärungswirklichkeit bedeuten Filme wie „SIGN – Zeichen im Korn“ mit Mel Gibson!
 

   

„Der Korb“ bei Bishops Cannings 6.8.1999  /  wunderschönes Flechtwerk im exaktem Kreis
 

„Echte Kreise“ haben daneben auch noch sehr kunstvoll geflochtene Aufmachungen und meistens sind geometrische Mittelpunkte mit aufstehendem Ährengeflecht gekennzeichnet.  Die Halme sind allesamt nur umgelegt und könnten sich später wieder aufrichten. Diese Tatsache ist ein botanisches Phänomen, da ja beim Biegen die Außenseite des Halmes insbesondere der Knoten gedehnt wird. Hier findet man dann auch verdickte Knoten, die ja einen botanischen Impuls für so eine Verdickung benötigt haben. Wer oder was hat den nun gegeben?
 

Ähren gebogene und gebrochenen Stängel – Fotos von www.cropcircleconnector.com
 

Die „Fälschungen“

Dagegen werden bei den „Fälschungen“ die Halme einfach mechanisch mit Walzen usw. niedergedrückt, da gibt es keinerlei Legekunst oder gar Flechtwerke. Die geometrische Ordnung ist oft sehr ungenau und die Herstellung dauert besonders bei größeren Formationen mehrere Nächte, an denen gearbeitet wird. Weiters kann beobachtet werden, dass bei diesen Ergebnissen das umgebende Feld der Kreise oft stark verletzt ist, weil die Traktorspuren in denen man ja unbemerkt gehen kann, nicht ausgereicht haben die Formation herzustellen.
Auch frage ich mich warum sich noch niemals Urheber der größten Formationen, die oft mehrere hundert Meter in der Ausdehnung haben gemeldet haben. Ihre Entwurfszeichnungen vorlegen und bereit wären die gleiche Formation unter wissenschaftlicher Aufsicht und unter Anwendung der gleichen Herstellungsmethode zu legen um den menschlichen Beweis zu liefern. Nie hat sich so eine „Truppe“ bislang gemeldet.
Ich möchte hier den „Fälschungen“ nicht weiter Raum geben, es muss aber gesagt werden, dass alle offiziellen Stellen der Länder, die auch Dokumentationen zulassen, lediglich von Menschen gemachten Kreisen sprechen und offensichtlich jede Menge wissenschaftlicher Hinweise auf untersuchungswürdige Gegebenheiten und unerklärliche Funde in den Formationen aus unbekannten Gründen nicht nachgehen wollen. Da scheint die Angst vor Entdeckungen zu groß zu sein.

Hier noch eine Auswahl von besonders schönen und eindrucksvollen Formationen aus verschiedenen Jahren:
 

Milk Hill Wiltshire, 409 Kreise Die Größe kann an den Menschen im Kreis erahnt werden.
 

Avebury 1994
 

 

Botschaften auch mit heiteren Details  /  aber auch mit binären Angaben
 

      

Grasdorf bei Hildesheim 1991 / Gold, Silber und Bronzemünzen zeigen die Formation

Dieser Kornkreis von 23.7.1991 von Grasdorf Nähe Hildesheim in Deutschland gibt einige Rätsel auf, fand man doch in drei Kreisen der Formation jeweils eine Gold-, Silber- und Bronzemünze vergraben, die die Formation eingeprägt zeigen!
 

   

Chirton Bottom 16.7.2010 / Milk Hill, Fraktalstern 1997, 80m, 198 Kreise / christliches Symbol mit kunstvollen Schleifen
 

   

Siebensternordnung, Roundway,  31.Juli 1999 / Hackpen Hill 1999, 135m / „Julia Menge“ mit dem Steinkreis von Stonehenge
 

Ich habe einige Versuche gestartet, die mathematischen Geheimnisse hinter den Piktogrammen zu erforschen. Anbei nun ein Beispiel für so eine Untersuchung:
 

„Die Göttin“, Alton Barnes, Wiltshire, 27. Juli 2008

  
 

Man beachte den kleinen stehenden Kornkranz in der Mitte des Körpers der Formation, er ist ein wichtiger Konstruktionspunkt für die Kreise, die den Körper bilden
 

  

30° und 60° Bezüge / ein Bezug  zur Großen Pyramide von Gizeh

Weitere Untersuchungen können Sie auf meiner Webseite www.architektvogl.at ansehen.  

 

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch ein paar Hinweise für weiterführende Informationen zum Thema Kornkreise anführen: 

  • www.cropcircleconnector.com
    Die offizielle britische Seite von Marc Fussell und Stuart Dike betreut / Die meisten Bilder sind von dieser Plattform entnommen.

  • www.kornkreiswelt.at
    die österreichische Seite von den Experten Jay Goldner und Günther Schermann gestaltet und sehr bemüht auf Stand gehalten, bieten jedes Jahr auch interessante Reisen ins Kornkreisland Südengland an.

  • www.kornkreis-ausstellung.at
    In Kematen an der Ybbs haben Heidi und Franz Grissenberger das 1. Kornkreismuseum der Welt eingerichtet, unbedingt ansehen, aber bitte anmelden: 07448 / 5068

Interessante Bücher gibt es von 

  • Andreas Müller: „Kornkreise, Geometrie, Phänomene, Forschung“

  • Werner Anderhub und Hans Peter Roth: „Das Geheimnis der Kornkreise“

  • beide erschienen im  AT Verlag, Aarau, Schweiz.

Viel Freude beim Weiterforschen wünscht Ihnen

Werner Vogl

Ps.: Interesse an einem Vortrag zum Thema Kornkreise? Wenn ja, dann bitte ich um ein kurzes Mail an Sabine: office@sidea.at - danke.

 

Text: Dipl. Ing. Werner Vogl

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