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Ersterscheinung:  Juni 2013

Keltische Jahresfeste

Viele unserer traditionellen Fest- und Feiertage finden ihren Ursprung in der keltischen/nordischen Mythologie – die meisten Feste wurden von der katholischen Kirche so angepasst, dass sie nicht mehr als heidnische Rituale galten und auch weiterhin gefeiert werden durften. All diese Feiertage sind wichtige Punkte im Jahresverlauf und sollten von uns auch bewusst begangen werden – zumindest mit einem kleinen Ritual oder einer Andacht.
 

Litha / Sommersonnenwende (21. Juni)
[Mittsommer - Eichenfest - Alban Heruin - Sommer Solstice]

An diesem Tag wird der Höchststand der Sonne gefeiert - wir erleben den längsten Tag mit der kürzesten Nacht. Nun beginnt der Sommer, die wärmste Zeit des Jahres, die Natur wächst und gedeiht, alles blüht in Hülle und Fülle - die ersten Früchte können schon geerntet werden.

Die Sommersonnenwende verkörpert den Mittelpunkt des Jahres, für einen kurzen Moment sind die Kräfte des Wachsens und die des Vergehens ausgeglichen. Es dreht sich alles um Fülle, Reichtum, Kraft, Gedeihen, Wachstum und Heranreifen. Doch es ist auch ein Wendepunkt, denn ab jetzt werden die Tage wieder kürzer.

Zu Ehren des Sonnengottes werden überall Sonnwendfeuer entzündet und es wird ausgelassen gefeiert, es ist ein Fest der Freude, des Lachens, der Geselligkeit, der Fülle und des Genusses. Man ehrt den Sonnengott mit Rauchopfern aus Kräutern und tanzt im Kreis um das Feuer. Die Flammen sollen die Lichtkraft der Sonne symbolisieren und ihre Wirkkraft verlängern, damit den Pflanzen, Tieren und Menschen ihre lebensspendende Energie lange zur Verfügung steht.


Wie auch schon bei Beltane, ist der Sprung über das Feuer eines der vielen Rituale, die man an diesem Tag begehen kann, wer unversehrt über die Flammen springen kann, dem ist gute Gesundheit und Glück in der Liebe sicher, denn das Feuer reinigt uns und macht Platz für das Gute. Alles Alte, Unbrauchbare kann natürlich (symbolisch) ins Feuer geworfen werden.

In dieser Nacht sind die Tore zwischen den Welten wieder weit offen, somit hat das Feuer natürlich auch den Zweck, die bösen Geister fernzuhalten und die gutgesinnten herbeizurufen – auch Feen gesellen sich gerne dazu.

Da es sich um die kürzeste Nacht handelt, ist einer der Bräuche, nicht schlafen zu gehen, sondern bis zum Sonnenaufgang wach zu bleiben. Der längste Tag ist günstig für Schutz- und Kraftgewinn, das Zurücklassen negativer Energien, Liebes- und Heilzauber, um Wünsche und Pläne zu verwirklichen und Kräuter sammeln. Letzteres wird bei uns eher am Johannistag (24.6.) gemacht, dieses Fest wurde übrigens von der katholischen Kirche eingeführt, damit das heidnische „Litha“ auch weiterhin gefeiert werden konnte.

Zur Sommersonnenwende entstanden viele Bräuche, einer davon ist das Binden von Türkränzen oder Sonnwendsträußchen (Sonnwendgürtel), die aus verschiedenen Kräutern, sowie weißen, gelben und roten Blüten gefertigt wurden. Man hängt sie auf Türen, ans Fenster oder legt sie unters Kopfkissen, sie gelten als alter Schutz- und Heilzauber, der vor allem Krankheit vertreiben und Wohlstand bringen soll. Pflückt man in dieser Nacht verschiedene Kräuter und legt diese unter seinen Polster, soll man von seiner Zukunft träumen. Es ist übrigens auch ein guter Zeitpunkt, um Wünschelruten oder Zauberstäbe zu schneiden.

Das Feuer hat natürlich an diesem Tag die größte Bedeutung, deshalb sollte man sich mit dem Feuerelement auseinandersetzen, dies kann man fördern, indem man sich mit den passenden Farben umgibt (Gelb, Orange, Rot), sich danach kleidet, die Nahrungsmittel danach auswählt (Tomaten, Erdbeeren, Äpfel, etc…), eventuell grillt oder ein Lagerfeuer macht, daheim mehrere Kerzen anzündet, sich mit seinem inneren Feuer auseinandersetzt, räuchert und vielleicht ein kleines Verbrennungsritual durchführt (zum Loslassen von alten Mustern – die Asche kann dann als Dünger den Pflanzen gegeben werden).

Am schönsten feiert man dieses Fest gesellig mit ein paar Freunden und genießt die Gesellschaft derjenigen, die man gern hat – und nicht vergessen: Danke sagen, für die wärmende, kraftspendende, lebensnotwendige Kraft der Sonne!

Text: Sabine Miksu
 

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