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Ersterscheinung: Dezember 2013

Keltische Jahresfeste



Jahresbaumkreis "Am Himmel"

Viele unserer traditionellen Fest- und Feiertage finden ihren Ursprung in der keltischen/nordischen Mythologie – die meisten Feste wurden von der katholischen Kirche so angepasst, dass sie nicht mehr als heidnische Rituale galten und dadurch auch weiterhin gefeiert werden durften. All diese Feiertage sind wichtige Punkte im Jahresverlauf und sollten von uns auch bewusst begangen werden – zumindest mit einem kleinen Ritual oder einer Andacht. Es geht darum eine direkte Verbindung zur Natur herzustellen, um nach ihrem Rhythmus unsere Lebensweise auszurichten.

Der Jahreskreis kann in Sonnen- und Mondfeste unterteilt werden, sie wechseln einander ab und ergänzen sich im Jahreskreis. Während die Sonnenfeste für das männliche, aktive Prinzip stehen, sind die Mondfeste dem Weiblichen, Intuitiven zugeschrieben.

Die Sonnenfeste sind die Feiern zur Sonnenwende, sowie die beiden Tag- und Nachtgleichen im Frühling und im Herbst. Wir feiern am 21. Dezember mit dem Julfest die Wintersonnenwende, am 21. März Ostara, am 21. Juni Litha und am 23. September Mabon.

Die Sonnenfeste sind wie Startpunkte, wichtige Stationen, die uns auf den Beginn der nächsten Jahreszeit aufmerksam machen und uns auf die kommende Zeit vorbereiten sollen. Um das Licht zu ehren, werden an den Sonnenfesten meist große Feuer angezündet.


Die Mondfeste werden zu bestimmten Voll- oder Neumonden gefeiert, letzterer wird auch Schwarzmond genannt. Am 31. Oktober feiern wir Samhain, auch bekannt als Halloween, das eigentliche Datum wäre allerdings der 11. Neumond des Jahres. Ein weiteres Mondfest ist Imbolc (unser Maria Lichtmess), das traditionell am 2. Februar gefeiert wird - nach dem Mond wäre es allerdings der Tag des 2. Vollmondes im Jahr. Die Walpurgisnacht, die wir am 30. April begehen, entspricht dem 5. Vollmond des Jahres und heißt im keltischen Jahreskreis Beltane. Das Erntedankfest "Lammas/
Lughnasadh" ist zum 8. Vollmond des Jahres festgesetzt und wird bei uns meist am 2. August als "Schnitterfest" gefeiert. Alle Mondfeste sind zum Höhepunkt einer Jahreszeit festgesetzt, haben meist eine wichtige Bedeutung für die Landwirtschaft und sind oft sehr mystische Feste.

Die Raunächte fallen nicht direkt unter den Begriff keltische Jahreskreisfeste, sind aber ein Bestandteil unseres alten Brauchtums und haben sich aus den Feiern um die Wintersonnenwende (Julfest) entwickelt.

Nach und nach steigt das Interesse wieder sich den alten Traditionen und Bräuchen zu widmen, so wird vielleicht einiges an altem Wissen wieder ausgegraben und steht uns bald wieder zur Verfügung. Wir sind viel zu sehr in unserem Alltagstrott verfangen und leben daher selten nach den Rhythmen der Natur - die Jahreskreisfeste helfen uns dabei unsere Naturverbundenheit wieder herzustellen, sowie uns selbst und unseren eigenen Rhythmus durch kleine Rituale wieder zu finden. Viel Spaß beim Feiern!

 

Text: Sabine Miksu

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