LICHTBOTE :: INFO
Ersterscheinung Februar 2011

Keltische Jahresfeste

Viele unserer traditionellen Fest- und Feiertage finden ihren Ursprung in der keltischen/nordischen Mythologie – die meisten Feste wurden von der katholischen Kirche so angepasst, dass sie nicht mehr als heidnische Rituale galten und auch weiterhin gefeiert werden durften. All diese Feiertage sind wichtige Punkte im Jahresverlauf und sollten von uns auch bewusst begangen werden – zumindest mit einem kleinen Ritual oder einer Andacht.
 

Imbolc   (2. Februar bzw. zum 2. Vollmond des Jahres)
[Brigid – Oimelc – Mariä Lichtmess – Kerzenfest]

Endlich ist es so weit, die Tage werden seit dem 21.12. wieder länger und man hat das Gefühl, dass es jetzt täglich länger hell ist, auch wenn es nur ein paar Minuten sind. Trotzdem fällt es uns auf, denn unser Körper lechzt förmlich nach Licht und Wärme. Auch unsere Vorfahren freuten sich über das längere Tageslicht, vor allem in der Epoche, als es noch kein elektrisches Licht gab und man sich abends nur mit Kerzen den Tag verlängern konnte.

Das keltische Fest Imbolc ist bei uns unter diesem Namen kaum bekannt, viel mehr kennt man das, durch die katholische Kirche daraus gemachte, Fest „Mariä Lichtmess“. Das „Original“ wurde von den Kelten um den 2. Februar herum gefeiert und war eine Art „Vorfrühlingsfest“. Imbolc gehört zu den Mondfesten und wurde traditionell am Tag des zweiten Vollmondes im Jahr gefeiert.

Manche Quellen übersetzen Imbolc mit „im Bauch“, was so interpretiert wird, dass Mutter Erde „in ihrem Bauch“ schon viele junge Samen trägt, die jetzt in aller Stille heranreifen und auf die ersten warmen Sonnenstrahlen warten, um durchzubrechen und neues zartes Grün wieder an die Oberfläche bringt. Die Natur erwacht jetzt ganz langsam aus ihrem Winterschlaf, was sich mit den ersten Schneeglöckchen zeigt.


Jeder Tag wird nun merklich länger, an den Sträuchern und Bäumen kann man schon ganz winzige Spuren von neuen Knospen entdecken und man spürt die unbändige Kraft schon in Form einer leichten Unruhe, die wir in uns tragen, weil wir schon sehnsüchtig wärmere Tage erwarten. Wir wollen endlich die winterliche Starre abschütteln, wieder länger rausgehen und unsere neuen Ideen und Pläne, die jetzt heranreifen, in die Tat umsetzen.

Imbolc ist aber nicht nur das Fest zur Wiederkehr des Lichtes, es steht für Fruchtbarkeit, Erneuerung, Reinigung, Jugend und Frische. Neues Leben kann nun entstehen und das Alte kann sich langsam verabschieden.

Zu Imbolc wurden viele Rituale abgehalten, es wurde orakelt, z.B. wie das Wetter wohl wird und deshalb ist der 2.2. auch noch immer ein Wetterlostag – es gibt verschiedene Bauernregeln dazu, wie z.B. „Wenn’s zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ oder „Ist es trocken und schön, kommt der Winter zurück, regnet es aber, so ist er wirklich vorbei.“ Auch wurden verschiedene Reinigungsrituale abgehalten, wobei eines davon unser alt bekannter „Frühjahrsputz“ ist.

Um die Energie dieses Festtages auch heute noch für uns zu nützen, kann man kleine Reinigungsrituale für sich daheim veranstalten, z.B. die Wohnräume oder Arbeitsräume ausräuchern und ausmisten, damit Platz für neue Ideen oder allgemein für Neues geschaffen werden kann. Da es ja auch ein Lichtfest ist, sollte an diesem Tag und über Nacht zumindest eine Kerze brennen, um das Licht zu ehren.

Traditionell wurde bei uns zu Mariä Lichtmess die Krippe und der Weihnachtsbaum weggeräumt, um symbolisch Platz zu schaffen. Bei uns ist das heute noch so, unser Christbaum bleibt daheim immer bis zum 2. Februar stehen. Unsere Kirche hat übrigens zu diesem Tag, der ursprünglich Mariä Reinigung hieß, die Kerzenweihe eingeführt, deshalb ist im ländlichen Sprachgebrauch auch vom Kerzen- oder Kerzerlfest die Rede. Kerzen hatten früher natürlich eine viel größere Bedeutung als heute, da sie ja die einzige Lichtquelle in der Dunkelheit waren und den geweihten Kerzen auch magische Kräfte nachgesagt wurden.

Mit dem Imbolcfest erscheint die Göttin Brigid, „die schöne Lichtjungfrau, die vom Strahlenkranz umgebene, oder auch helle, leuchtende, schöne Frau“ – und bringt uns mit ihrer Kraft das Licht und die Naturgeister wieder. Sie rüttelt die Bäume wach und weckt die Samen in der Erde auf, alles wird fruchtbar und erwacht zu neuem Leben. Sie gilt als Hüterin des Feuers und als Göttin der Inspiration, das heißt, dass sie auch unsere Lebensgeister wieder erweckt, wir unsere winterliche Starre loslassen können und die ersten Frühlingsgefühle in uns aufsteigen.

An diesem Feiertag können wir endgültig aus unserem "Winterschlaf" erwachen, die Energie nützen und uns von alten Mustern befreien, Platz für Neues schaffen und uns auf die wärmende und lichtvolle Energie der Sonne freuen.

Macht für Euch ein kleines Licht-Ritual - wenn die Sonne scheint, dann stellt Euch bewusst in den Sonnenschein und lasst euch von ihrer Kraft durchfluten, nehmt ihre Energie auf, spürt wie das Licht eure Zellen auftankt und munter macht. Sollte die Sonne sich an diesem Tag nicht blicken lassen, dann zündet eine oder mehrere Kerzen an und verbindet euch mit dem Kerzenlicht, denn dieses hat eine sehr sonnenähnliche Energie.

Text: Sabine Miksu

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