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Ersterscheinung:  April 2011

Keltische Jahresfeste

Viele unserer traditionellen Fest- und Feiertage finden ihren Ursprung in der keltischen/nordischen Mythologie – die meisten Feste wurden von der katholischen Kirche so angepasst, dass sie nicht mehr als heidnische Rituale galten und auch weiterhin gefeiert werden durften. All diese Feiertage sind wichtige Punkte im Jahresverlauf und sollten von uns auch bewusst begangen werden – zumindest mit einem kleinen Ritual oder einer Andacht.
 

Beltane / Walpurgisnacht  (30. April/1. Mai bzw. die Nacht des 5. Vollmondes = 10.5.2017)
[Fest der Freude, Lebenslust und Fruchtbarkeit]

Die Walpurgisnacht ist uns allen ein Begriff, sofort schieben sich Bilder von Hexen auf ihren fliegenden Besen und von Freudenfeuern um die Menschen ausgelassen herumtanzen vor unser geistiges Auge.

 

Die Nacht vom 30. April zum 1. Mai, bzw. die Nacht des 5. Vollmondes, wurde von unseren Vorfahren immer schon ausgelassen gefeiert. Es wurden Freudenfeuer angezündet um den Frühling zu begrüßen und den Sommer herbeizurufen, es wurde um das Feuer getanzt und manchmal sprang man auch durch die Flammen, um sich zu reinigen. Es ist das Fest der Lust, der Lebensfreude und natürlich der Liebe.


Die Menschen orientierten sich früher immer an der Natur und sie beobachteten ganz genau, was um sie herum passierte. Mit diesem Fest war endlich der lange Winter besiegt, die Jahreszeit, in der Kälte und Krankheit oft zum Tod führten, eine Zeit der Angst. Die Sonne brachte die ersehnte Wärme, Lebensfreude, Kraft und Lebenslust wieder, die Angst verflog, man hatte den Winter überlebt!

 

Ende April schießt der Saft in die Bäume, die Blätter sind wunderschön zartgrün und auf den Wiesen tummeln sich die ersten Wildkräuter und Blumen. Alles wächst und gedeiht, jede Pflanze zeigt ihre starke Lebenskraft, die Insekten tummeln sich um das neue Grün und die Vögel zwitschern um die Wette - alles ist auf Fruchtbarkeit eingestellt, natürlich auch die Menschen.

 

Man beging verschiedene Fruchtbarkeitsrituale und daraus entwickelte sich bei den Kelten Beltane („Das Fest der strahlenden Sonne“ = Bel: strahlend, tene: Feuer – keltischer Sonnengott: Belenius, Bel oder Bal). Beltane war früher natürlich nicht fix am 1. Mai, sondern wurde in der Nacht des 5. Vollmondes nach dem Julfest gefeiert, also ungefähr zwischen Ende April und Mitte Mai. Die Feuer symbolisierten die lebensspendende Kraft der Sonne und den Beginn des Sommers, der endlich wieder frische Nahrung brachte.

 

Das Bild von fliegenden Hexen, die sich auf den Blocksberg versammelten um auf den Teufel zu warten, stammt natürlich nicht von einem alten Volksglauben. Das musste die katholische Kirche erschaffen, damit sie einem alten Brauchtum Herr werden und die Frauen entmachten konnte. Die alten Rituale und das Wissen der Frauen um die Naturheilkunde wurden von der Kirche verdammt. Damit die Bevölkerung einen neuen Feiertag begehen und ihre heidnischen Bräuche in gemäßigter Form weiterführen konnte, widmete die Kirche den 1. Mai der Heiligen Walpurga, Schutzpatronin der Bäuerinnen und Mägde. Walpurga sollte natürlich auch vor Hexen schützen.

 

In unseren Breitengraden kennen wir das Maifest, bei dem das Aufstellen des Maibaumes die Fruchtbarkeit symbolisiert und das darum Herumtanzen die Gemeinschaft stärkt und Freude macht. Es ist meist ein sehr ausgelassenes Fest und wird leider auch oft mit viel Alkohol begossen.

 

Trotzdem bleibt die Walpurgisnacht ein Hexenfest, heute haben wir vor „weißen“ Hexen ja auch keine Angst mehr. In dieser Nacht sind die Tore zu anderen Dimensionen (Anderswelt) offen, wir können leicht zwischen ihnen umherwandern und unser Bewusstsein erweitern. Vielleicht bekommen wir auch ein paar Antworten und Botschaften, die unsere nächsten Schritte betreffen. Eine gute Zeit um die Kontaktaufnahme mit Ahnen, Meistern, Naturwesen oder Engeln zu üben!

 

Möchte jemand ein Ritual durchführen, kann er dies natürlich auch gerne daheim machen. Zünde Dir mehrere große Kerzen an, stelle die Kerzen an zwei Orte, so dass Du bequem dazwischen durchgehen kannst. Ein alter Brauch war, zwischen zwei Freudenfeuern durchzulaufen um sich von alten Belastungen zu reinigen und sich für die Freude, also das eigene, innere Feuer zu öffnen. Bereite Dich bewusst auf den Gang zwischen den Feuern vor und überlege, was Du los werden möchtest. Dann laufe ein paar Mal bewusst zwischen den Feuern durch und atme dabei tief aus. Wenn Du das Gefühl hast, dass die Reinigung gelungen ist, dann stelle die Kerzen alle an eine Stelle und verbinde Dich bewusst mit den Flammen. Du kannst dabei auch Musik spielen, die Dir gefällt und Dich zum tanzen anregt, tanze um das Feuer und spüre die Freude, die in Dir hochkommt! Am nächsten Tag gehe in die Natur und verbinde Dich bewusst, mit den Pflanzen, den Tieren, den Steinen, dem Wasser und dem Himmel. Schau Dir die Schönheit, die Lebenskraft und das Wachstum um Dich herum an und erkenne darin die Verbindung zu Dir! Vielleicht zeigt sich ja auch der ein oder andere Naturgeist.

 

Hat jemand die Nacht zum 1. Mai verschlafen oder/und auf ein Ritual vergessen, so kann er auch den 5. Vollmond im Jahr dafür nützen, denn Beltane gehört zu den Mondfesten und wurde traditionell zu diesem Vollmond gefeiert...

 

Ich wünsche ein frohes Feiern der Walpurgisnacht!

 

Text: Sabine Miksu

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