Ausgabe 22 / 21.7.2009

 

Glücksmomente
Auf der Suche nach dem dauerhaften Glück…

Glück wird jetzt an steirischen Schulen ein Unterrichtsfach. Aus diesem Grund findet sich nun in jeder Tageszeitung ein Artikel zu diesem Thema und auch ich schließe mich diesem aktuellen Trend kurzfristig an und mache mich auf die Suche nach dem Glück…

Glück, als bewusstes Thema, ist mir vor einigen Jahren begegnet, als mir ein Freund das Buch „Mary – Die unbändige, göttliche Lebenslust“ von Ella Kensington empfohlen hatte. Es hat seine Zeit gebraucht, bis ich es dann endlich daheim hatte, aber kaum hielt ich dieses Buch in den Händen, begann ich zu lesen und in nullkommanix – mit vielen Gefühlsausbrüchen zwischendurch – war ich auch schon wieder fertig damit. Es geht um einen Mann, der zu einem Workshop fährt, um Glücklich-Sein zu lernen – dort fühlt er sich zunächst abgelehnt und geplagt von Selbstzweifeln, bis er jemanden trifft, der sein Leben verändert – Mary. Es ist eine wundervolle Liebesgeschichte, die uns zeigt, wie wir die Welt zum Positiven verändern können, wenn wir uns der Liebe und dem Glück zuwenden. Jeder wird sich in dieser Geschichte wieder finden und wohl am liebsten sofort selbst zu einem dieser Workshops fahren, die es übrigens wirklich gibt. Wer sich dafür interessiert, kann gerne die Website www.ella.org besuchen und dort einen kostenlosen Glückskurs machen oder sich zum Glückstipp-Newsletter anmelden.

So, jetzt hatte ich dieses Buch gelesen und ich hab’s wirklich einige Zeit geschafft in einer sehr positiven und glücklichen Energie zu bleiben – bis mich der Alltag wieder völlig eingeholt hatte und alles wieder seinen bisherigen Lauf nahm. Es galt nur noch zu funktionieren und die Scheuklappen waren wieder aufgesetzt. Zwischendurch hat mich natürlich schon der ein oder andere Glücksmoment eingeholt, aber das dauerhafte Glück hab ich wohl noch nicht gefunden. Wobei wir da jetzt wieder philosophieren können, ob es das dauerhafte Glück überhaupt gibt oder nicht. Es ist ja ein Phänomen, dass wir jeden negativen Moment, jedes böse Wort oder ein Wehwehchen auf jeden Fall bemerken und teilweise richtig „ausschlachten“. Denn wem Böses widerfährt, der hat ja auch etwas zu berichten. Wir raunzen und jammern anscheinend alle gern. Wann bemerken wir, dass wir gesund sind, dass uns nichts weh tut, dass wir genug zu essen haben, einen Job haben, Familie haben – wann bemerken wir überhaupt die positiven Dinge um uns herum? Wir registrieren es nur, wenn uns etwas aus unserer eigentlichen Idylle rausreißt und das ist meist ein schlechtes Ereignis. Wir sind zwar nie richtig glücklich, aber sehr schnell unglücklich. Wie geht denn das? Wenn wir unglücklich werden, durch einen Zwischenfall, dann müssten wir doch davor richtig glücklich gewesen sein, oder? D.h. wir sind eigentlich die ganze Zeit Überglücklich, schnallen es aber nicht…

Fakt ist, dass wir es nicht mehr bemerken, dass es uns gut geht und im Grunde an nichts fehlt. Die Meisten von uns leben in einer Art Mangel, um dieses Gefühl zu beseitigen, kaufen wir uns unnötige Sachen „um uns etwas zu gönnen und glücklich zu sein“. Aber brauchen wir das wirklich um Glücksmomente zu erleben? Kann uns ein neues Paar Schuhe, eine Handtasche oder ein neues Buch wirklich dauerhaft glücklich machen? Ich denke nicht.  Unser Glücksgefühl sollte täglich wachsen und sich steigern, aber nicht zur Routine werden, denn dann wird es unsichtbar, oder unfühlbar. Kleine Glücksmomente sollten unseren Tag beglücken – wir die auch immer für jeden persönlich ausschauen… Oft fängt es damit an, wenn man aus dem Haus geht… schaut doch mal kurz in den Himmel und atmet tief ein, wenn ihr raus geht und nicht stur auf den Gehsteig schauen – blickt bewusst herum und entdeckt die Schönheit der Umgebung für euch! Oder lächelt doch mal jemanden an in der U-Bahn – ihr müsst ja nicht gleich flirten, ihr könnt ja ein Kind anlächeln, da kommt mit Sicherheit auch ein Lächeln zurück.

Glücklich-Sein kann man lernen, wir müssen es lernen, denn von selbst kommt das Glück nicht zu uns und wenn, dann nur für einen kurzen Moment. Es war die beste Idee seit langem, Glück als Unterrichtsfach einzuführen, auch wenn es nur in einigen steirischen Schulen gelehrt wird. Es zeigt, dass ein Teil unserer Gesellschaft wirklich auf dem richtigen Weg ist und vielleicht ist es in ein paar Jahren an allen österreichischen Schulen ein Pflichtfach.

Wer aus dem Schulalter draußen ist, oder nicht in der Steiermark die Schulbank drückt, kann sich ein Glücksmomente-Tagebuch anlegen um sein Glücksgefühl zu trainieren. Das geht ganz einfach – gestaltet oder kauft euch ein schönes Büchlein, in das ihr gut reinschreiben könnt und notiert jeden Tag am Abend eure glücklichen Momente – positive Begegnungen, Erfolge, Genussmomente, alles was euch gut getan hat. Zwischendurch könnt ihr auch aufschreiben, wofür ihr dankbar seid. Das alles hilft von unserem gestressten und unglücklichen Alltag wegzukommen und ein dauerhaft glückliches Leben zu führen. Ein Rückschlag hin und wieder darf uns da halt nicht komplett aus der Bahn werfen - er soll uns vielleicht nur wieder mal verdeutlichen wie gut wir es eigentlich haben – uns unser Glück bewusst machen!

Viel Glück :)

Buchtipps:
„Mary – die unbändige, göttliche Lebenslust“ von Ella Kensington
„Die sieben Botschaften unserer Seele“ von Ella Kensington
„Glück kommt selten allein“ von Dr. med. Eckart von Hirschhausen

Mein Lieblingsspruch aus „Glück kommt selten allein“:

„Shit happens!
So ist das Leben: Mal bist du die Taube, mal bist du das Denkmal...“

Text: Sabine Miksu
 

 

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