Ausgabe 11 / 3.2.2009

EINFACH ZUM NACHDENKEN …
Wir spielen Krise

von Christian Geschöpf

Jetzt ist sie also da: die Krise! Unsere geliebten Medien und nicht zuletzt der eine oder andere Vorstandsvorsitzende haben uns die Krise quasi eingeredet, bis sie wirklich da war. Die selben Informationsquellen haben auch gleich eine Begründung mitgeliefert: die amerikanischen Banken und ihre Immobilienkredite, sowie gierige Spekulanten!

Dabei ist es uns doch vor einigen wenigen Monaten noch richtig gut gegangen; keine Spur von Rezession, Kaufunlust oder unsicheren Wertpapieren. Und plötzlich sind wir umgeben von Totalverlusten, Firmenschließungen, Kurzarbeit, steigender Arbeitslosigkeit und Bankenpleiten. Genau die Banken, die uns laufend von unserem sauer verdienten Einkommen noch etwas wegnehmen. Die für die Annahme eines Zahlscheines bis zu fünf Euro verrechnen und bis vor Kurzem sich nicht entscheiden konnten, wer wen als nächstes aufkauft. Sie bekommen jetzt von staatlicher Seite Geldbeträge zur Verfügung gestellt, die jenseits aller Vorstellungskraft sind. Natürlich wieder von unserem sauer Verdienten!

Hier sollte man sich einmal vor Augen führen, wie viele Nullen eine Milliarde Euro wirklich hat, die jetzt so gerne als Vielfaches verteilt wird. Dividieren wir das Ganze also durch unser Monatsgehalt, wird uns kotzübel, wenn wir feststellen, wie lange wir für diese Summe arbeiten müssten!

Man glaubt fast, wir nehmen an einem globalen Spiel teil, aber die Regeln kennt nur ein kleiner erlesener Kreis, denn 90% des weltweiten Vermögens ist in der Hand von ca. dreihundert Familien. Da kann man doch schon ein wenig spielen, oder?

Die kleinen Mitspieler wurschteln sich halt so durch und wenn es zu lange gut geht, dann gehen sie zurück an den Start. Aber vorher geben sie alles ab, was sie erwirtschaftet haben und beginnen von Neuem.

Steckt hier eine Strategie dahinter, die schon festgelegt war, lange bevor die ersten Immobilienblasen in Amerika geplatzt sind? Und lange bevor sich jetzt noch andere an die Krise angehängt haben, obwohl es ihnen auch vorher schon schlecht gegangen ist, wie zum Beispiel Teilen der Autoindustrie? Wer hängt sich noch an die Krise? Vielleicht auch die, denen es gar nicht so schlecht geht, die aber von Preiserhöhungen oder Förderungen profitieren?

Was bleibt also für uns Mitspieler zu tun? Nicht verwirren lassen und weiterspielen! Innerhalb der Regeln bleiben und wenn jemand aus der Reihe tanzt, einfach die Stimme erheben. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Die Berliner Mauer ist so gefallen und Shell Oil hat ihre Bohrinsel dann doch verschrottet und nicht im Meer versenkt!

Da haben die Spieler aber erst geflüstert ….

CHG

 

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