Ausgabe 19 / 9.6.2009


[Salvador Dalí]
Einfach zum Nachdenken...

Zeit: Illusion oder Maßeinheit?
von Christian Geschöpf

Geht’s Ihnen nicht sehr oft auch so: Sie haben gerade den Frühstückskaffee getrunken und schon ertappen Sie sich bei der Überlegung, was Sie zu denn zu Mittag essen könnten. Kaum ist die Mahlzeit vorbei, ist es früher Abend und Sie zerbrechen sich den Kopf darüber, warum so viele Dinge an diesem Tag einfach nicht unterzubringen waren. Und auch der nächste Tag verläuft ähnlich: viel zu viele Sachen für so wenig Tag. Nehmen wir uns einfach nur zuviel vor ? Oder vergeht die Zeit jetzt wirklich schneller als noch vor fünfzehn oder zwanzig Jahren ?

“Zeit ist eine Illusion und  nichts anderes als eine Abfolge von Schnappschüssen in Raum und Zeit” sagt der englische Privatgelehrte Julian Barbour. Er versucht seit Jahren die Lehren Einsteins mit der Quantenphysik zu verbinden… Die Quantenphysik bringt uns aber eher der Schöpfungsgeschichte näher als der Wissenschaft. Wir können es hier vorwegnehmen: die Zeit ist noch immer ein, zu einem sehr großen Teil, ungelöstes Rätsel für die Wissenschaft.

Fest steht, dass diese Zeit, in der wir jetzt leben, einfach kurzlebiger geworden ist: Fernsehen vierundzwanzig Stunden lang, Nachrichten in wenigen Minuten rund um den Erdball, Modetrends, die oft nur wenige Wochen überstehen oder technische Geräte, die innerhalb der sechsmonatigen Garantiezeit schon veraltet sind. Diese Liste könnte man beliebig fortsetzen. Auch unsere Kommunikation lässt Entfernungen schrumpfen und letztlich Wartezeiten ausfallen. Kürzer, Schneller, Besser, Mehr: sind das die Gründe, für die rasende Zeit ?

Die Wissenschaft definiert die Gegenwart übrigens als eine Zeitspanne von drei Sekunden (John Wheeler, einer der letzten Mitarbeiter Einsteins), also ist das Meiste eh schon vergangen und der Rest passiert erst. Na dann ist ja sowieso klar, warum alles so eilig vonstatten geht.

Aber es spielt noch etwas Anderes mit und das dürfte bei näherer Betrachtung durchaus Sinn machen: 1952 ließ Prof. Dr. Schumann, Physikprofessor an der TU München den Pulsschlag der Erde messen und kam auf Frequenzen zwischen knappen acht und zehn Hertz. Am 17. August 1987 hat dann eine besondere Planetenkonstellation (die sechs größten Planeten unseres Sonnensystems standen von der Erde aus gesehen in einer Reihe hinter der Sonne) die sechzehnfache Magnetwirkung einer Vollmondnacht ausgelöst. Seit diesem Zeitpunkt hat sich diese Frequenz (Schumann-Welle) deutlich erhöht und wir stehen mittlerweile bei knapp zwanzig Hertz.  Das Magnetfeld der Erde nimmt stetig ab und soll 2012 gegen null gehen. Diese so genannte Zeitenwende wurde bereits von vielen Völkern des Altertums gekannt. So enden die Jahrtausende alten Kalendersysteme der Sumerer, Ägypter oder der Mayas alle zwischen dem 23.12.2012 und 07.01.2013.

Eine Folge von allem: die Zeitmenge bleibt gleich, aber die Qualität der Zeit nimmt ab. Im Klartext: eine Stunde ist nur mehr 45 Minuten wert. Also ist doch was dran an unserem gar nicht so subjektivem Zeitempfinden. Wir waren und sind in einer Übergangsphase und gehen einfach einer neuen Zeit entgegen.

Einer Zeit, in der der Gedanke sofort zur Realität wird …..

Home Lichtbote