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Ersterscheinung: Oktober 2012

 

Ayurveda ist die Kunst des Lebens in Harmonie mit den Gesetzen der Natur. Dieses alte, ursprüngliche Wissen hat das Ziel, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu heilen. Nun ist es wesentlich einfacher, die Gesundheit mit den von Ayurveda vorgeschlagenen, völlig natürlichen Mitteln und Methoden zu erhalten als Krankheiten zu heilen. Ayurveda misst der Prävention daher sehr großes Gewicht bei.

Die Aufgabe eines Ayurvedaberaters ist es vor allem, seinem Klienten einen für ihn persönlich gangbaren Weg zu zeigen, die Gesundheit zu erhalten, zu pflegen und kleine Störungen mit einfachen Mitteln zu kurieren. Hierbei steht vor allem die Ernährung im Vordergrund, aber auch die Lebensgestaltung, das Körpertraining, Ruhe und Entspannung, Meditation, Atemübungen sowie Reinigungs- und Verjüngungsmaßnahmen tragen sehr erfolgreich dazu bei, die Gesundheit des Körpers und des Geistes zu erhalten, zu pflegen. Es sind einfache praktische Tipps im täglichen Leben, die sehr gute Erfolge zeigen.

Der Schlüssel zur Erhaltung der Gesundheit ist Gewahrsamkeit, Achtsamkeit. Wenn ein Mensch seine Konstitution kennt und aufmerksam beobachtet, wie Geist, Körper und Emotionen auf sein Alltagsleben, auf seine Ernährung etc. reagieren, kann er mithilfe dieser Beobachtungen intelligente Entscheidungen zur Erhaltung der Gesundheit treffen.

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Ayurveda in der kalten Jahreszeit
 

Genau wie sich auch der Tag in einen natürlichen Rhythmus von Vata, Pitta und Kapha aufteilt, werden auch das Jahr und sein Jahreszeitenwechsel von den Grundenergien geprägt. Ursprünglich auf die indischen Jahreszeiten abgestimmt, wurde die Interpretation auf das europäische Klima abgestimmt. Gerade die Übergänge zwischen den Jahreszeiten sind für uns belastend, die Wirkungen können körperlicher, seelischer oder emotionaler Art sein. Achten Sie gerade in dieser Zeit auf die richtige Ernährung und den angemessenen Tagesrhythmus.

Im Spätherbst kommt es außerdem zu einer Zunahme der KaphaEnergie, der wir ebenso wie im Frühjahr mit einer kurzen Fastenkur begegnen sollten, um dann noch besser für den Winter gewappnet zu sein. Herbst und Winter (Mitte Oktober bis März) werden der Vata-Energie zugeordnet – kalt, trocken, windig. Jetzt drohen Vata-Beschwerden wie Schnupfen, Halsentzündung, Atemwegsinfekte, aufgesprungene Lippen und trockene Haut sowie irreale Furcht, Vergesslichkeit und Schlafstörungen.

In der Vata-Jahreszeit dämpfen warme Kleider und warme Speisen und Getränke Vata. Kalte Getränke, vor allem Eis, und Rohkost verschlimmern die Symptome. Nehmen Sie vataregulierende Speisen zu sich, Vata-Tee unterstützt Sie zusätzlich. Ernähren Sie Ihren Körper auf jeden Fall fettreicher und gehaltvoller als in der übrigen Zeit des Jahres, da er viel Energie braucht, um sich aufzuheizen.


Jetzt können Sie mehr essen als im Sommer ohne dabei zuzunehmen. Essen Sie vor allem gut gekochte Speisen, die süß, sauer und salzig sind um das Verdauungsfeuer (Agni) nicht zu schwächen und den Körper warm zu halten. Achten Sie auf ausreichenden Schlaf und vor allem auch auf Bewegung in der Natur - sich nur in geheizten und künstlich beleuchteten Räumen aufzuhalten, ist unnatürlich und schwächt den Körper und den Geist.

Gesund und fit durch die nass-kalten Tage

Dazu brauchen wir ein starkes Immunsystem, welches nicht nur für gute Abwehrkräfte sorgt, sondern auch auf das psychische Gleichgewicht einen positiven Einfluss hat. Denn laut Ayurveda ist Ojas – die essentielle Immun- und Lebenskraft für die körperliche und emotionale Stabilität – gleichermaßen verantwortlich. In diesem Sinne können uns die ayurvedischen Ernährungs- und Gesundheitsempfehlungen helfen, die ungemütlichen Jahreszeiten nicht nur gesund, sondern auch glücklich zu überstehen.

Wer nun der Erkältung oder Grippe entkommen möchte, der sollte sich als erstes warm anziehen. Denn nasse oder trockene Kälte und rauer Wind greifen das Immunsystem ganz besonders an und laden alle Erkältungskrankheiten ein. Diese werden im Ayurveda verschiedenen Leitsymptomen zugeordnet, wie z.B. Schnupfen (pratishyaya), Husten (kasa) und Atemnot (shvasa).

All diese Beschwerden entstehen durch gereizte, gesteigerte Doshas, die sich in den sogenannten Lebenshauch führenden Leitungsbahnen lokalisieren. Im Verlauf dieser Leitbahnen sind besonders das Vata- und das Kapha-Dosha aktiv, die auch für die meisten Atemwegserkrankungen verantwortlich sind. Sowohl Vata als auch Kapha werden durch Kälte gestört und man spricht ja auch bei uns von Erkältungskrankheiten. 

Wollen wir die kalten Jahreszeiten ohne Schnupfen, Husten und andere Erkältungskrankheiten überstehen, so spielt die richtige Ernährung eine entscheidende Rolle. Nicht nur, dass sie uns vorbeugend schützt - sie kann auch wesentlich zur Heilung von akuten Beschwerden beitragen. Zuweilen reichen allein Ernährungsumstellung, Ruhe und genügend Wärme aus, um Erkältungskrankheiten zu heilen.

Die Grundsätze für eine immunstärkende ayurvedische Anti-Erkältungs-Diät sind einfach: Nicht kalt, nicht schwer verdaulich, nicht sauer. 

Vor allem in den Anfangsstadien, wenn die Krankheit noch nicht voll ausgereift ist, sollte man möglichst wenig und leicht essen. Käse, Butter, Fleisch, Eier, Fisch, Kuchen, sehr fettige oder rohe Nahrungsmittel besonders zur Abendmahlzeit sind zu meiden. Sie belasten den gesamten Stoffwechsel, der mit der Bekämpfung der Symptome hinreichend beschäftigt ist, erhöhen das Kapha und behindern die Transportprozesse im Körper, vor allem in den Atemwegen durch Schleim.

Am besten sind ein bis zwei Fastentage mit viel heißem Tee, ggf. mit gewürzten Gemüsesuppen oder anderen leichten Gemüsegerichten (z.B. aus Zucchini, Kürbis, Karotten Auberginen, Steckrüben, Rote Beete, Zwiebeln, in Maßen auch Kartoffel und Reis). Dies fördert das innere Feuer (agni), das in den Anfangsstadien von Erkrankungen oft geschwächt ist und so an der Ausprägung der Symptome beteiligt ist. 

Alle kalten Nahrungsmittel schwächen den Stoffwechsel und stören Vata und Kapha. Sowohl kühlschrankkalte Nahrungsmittel und Getränke, als auch Eis, Rohkost und Nahrungsmittel, die von Natur aus kühlend sind (z.B. Bananen, Hafer, Kokos, Gurken, Milch, Butter, klebriger Reis) fallen darunter. 

Meist sind diese Nahrungsmittel süß im Geschmack. Im Gegensatz dazu sind erhitzende Nahrungsmittel zu empfehlen. Mit säuernden Nahrungsmitteln ist man im Ayurveda bei vielen Erkrankungen vorsichtig. Sie reizen die Schleimhäute, fördern Entzündungsreaktionen, verengen die Leitbahnen und erzeugen im gesamten Körper ein dem Heilungsprozess unzuträgliches Milieu. Somit würde man bei Erkältungskrankheiten im Ayurveda auch nicht die übermäßige Vitamin C-Zufuhr in Form von sauren Obstsorten unterstützen.  

Vielmehr befürwortet man im Ayurveda die vermehrte Zufuhr von bitteren Nahrungs- und Heilmitteln. Der bittere Geschmack erzeugt ein Milieu im Körper, das für verschiedenste Erreger (Bakterien, Viren, Pilze) schlechte Lebensbedingungen bewirkt. In unserer Küche sind Bitterstoffe (außer in bitteren Salaten wir Radicchio und Chicorée, die man übrigens auch sehr schmackhaft warm zubereiten kann) selten. Man greift somit eher zu den Gewürzen und Heilkräutern. Siehe auch „Ayurvedische Rezepte für Ihr Wohlbefinden - Kleine Kräuterapotheke“!

 

Text: Eva Jordan

www.evajordan.at

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