Ausgabe 60 / November 2012

 

Ayurveda ist die Kunst des Lebens in Harmonie mit den Gesetzen der Natur. Dieses alte, ursprüngliche Wissen hat das Ziel, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu heilen. Nun ist es wesentlich einfacher, die Gesundheit mit den von Ayurveda vorgeschlagenen, völlig natürlichen Mitteln und Methoden zu erhalten als Krankheiten zu heilen. Ayurveda misst der Prävention daher sehr großes Gewicht bei.

Die Aufgabe eines Ayurvedaberaters ist es vor allem, seinem Klienten einen für ihn persönlich gangbaren Weg zu zeigen, die Gesundheit zu erhalten, zu pflegen und kleine Störungen mit einfachen Mitteln zu kurieren. Hierbei steht vor allem die Ernährung im Vordergrund, aber auch die Lebensgestaltung, das Körpertraining, Ruhe und Entspannung, Meditation, Atemübungen sowie Reinigungs- und Verjüngungsmaßnahmen tragen sehr erfolgreich dazu bei, die Gesundheit des Körpers und des Geistes zu erhalten, zu pflegen. Es sind einfache praktische Tipps im täglichen Leben, die sehr gute Erfolge zeigen.

Der Schlüssel zur Erhaltung der Gesundheit ist Gewahrsamkeit, Achtsamkeit. Wenn ein Mensch seine Konstitution kennt und aufmerksam beobachtet, wie Geist, Körper und Emotionen auf sein Alltagsleben, auf seine Ernährung etc. reagieren, kann er mithilfe dieser Beobachtungen intelligente Entscheidungen zur Erhaltung der Gesundheit treffen.


Ayurveda für's Liebesleben

Anregende Ayurvedarezepte ….

Die Nächte werden länger …. und damit verstärkt sich auch der Wunsch, sich mit einem geliebten Menschen zusammen zu kuscheln und die Zweisamkeit zu genießen. Im Ayurveda beruht unsere Gesundheit auf drei Säulen: auf der ausgewogenen passenden Ernährung, auf dem Gleichgewicht von Bewegung, Ruhe und Schlaf sowie einer erfüllten Sexualität.
Doch in unserer heutigen Zeit erfreuen sich laut verschiedener Statistiken nur ein Drittel der Europäer eines erfüllten Sexuallebens. Vieles ist hinderlich: Sorgen und Stress am Arbeitsplatz und in der Familie, Mehrfachbelastung durch Beruf und Kindererziehung oder – durch das Leben vieler Menschen als Single – einfach der fehlende passende Partner.

Der ayurvedische Medizinzweig des Vajikarana widmet sich der Sexualheilkunde
und betont ausdrücklich, dass er einen wichtigen Teil der gesundheitserhaltenden Maßnahmen darstellt, denn ein unerfüllter Sexualtrieb kann zu körperlichen und geistigen Krankheiten führen. Jedoch wird auch vor einem übermäßigen und wahllosen Genuss gewarnt, der als Ursache für Kräfteverlust und Schwächung der Abwehrkraft gesehen wird.  

Die aphrodisierenden Mitteln des Ayurveda sollen die sexuelle Energie stärken und gesunde Fortpflanzung sichern, historisch gesehen war nur eine große Familie mit vielen Kindern ein Garant für Sicherheit und Wohlstand. Auch wenn sich in unserer westlichen Welt gesellschaftlich hier vieles verändert hat, sehr viele Paare haben Probleme, ein Kind zu bekommen und nehmen oft erfolgreich die Behandlung des medizinischen Ayurveda in Anspruch.

Viele Rezepturen aus Vajikarana werden heute aufgrund ihrer regenerativen, stresssenkenden und anregenden Wirkung als Better-Aging-Rezepturen gesehen. Dazu zählen zum Beispiel alltägliche Lebensmittel wie zum Beispiel Knoblauch, Zwiebeln, Mango, Chili, Muskat, Ghee, Milch oder Granatapfel, aber auch "exotische" Kräuter wie Ashwaganda, Sharatavari oder Kapikatcchu.

Nachfolgend habe ich für Sie Nahrungsmittel, Gewürze und Kräuter aufgeführt, die als natürliche Aphrodisiaka gelten:

  • Gemüse: Karotten, Gurken, Kresse, Zwiebeln, Trüffel, Spargel, Artischocken, Rettich, Sellerie, Tomaten, einfache Kohlsorten, Pastinaken, Kartoffeln;

  • Obst: Datteln, Feigen, Trauben, Mangos, Granatäpfel, Bananen, Erdbeeren, Avocados, Guaven, Passionsfrüchte;

  • Gewürze und Kräuter: Kardamom, Zimt, Nelke, Pfeffer, Vanille, Safran, Muskatnuss, Fenchel, Ingwer, Chili, Knoblauch, Basilikum, Korianderblätter, Petersilie, Salbei, Thymian, Minze, Rosmarin;

  • Nüsse: Pinienkerne, Pistazien, Mandeln, Haselnüsse, Kokosnüsse, Walnüsse, Kastanien;

  • Sowie: Hochwertige (Roh)Milch, Honig, Ghee;

 

Auch im Vajikarana gilt: Vata, Pitta, Kapha: Guter Sex ist typgerecht

  • Vata-Menschen sind eher schlank und zart und haben eine lebendige, kreative und kommunikationsfreudige Persönlichkeit. Auf der sexuellen Ebene reagieren sie sehr feinfühlig auf alle sinnlichen Reize, sind aber eher unbeständig und leicht erschöpft.
     

  • Pitta-Menschen hingegen verfügen über viel Feuer und Kraft. Dies manifestiert sich in ihrem hitzigen Temperament, athletischem Körperbau und geröteter Haut, aber auch in leidenschaftlicher Glut und Ekstase. Dank ihrer charismatischen Ausstrahlung und sexuellen Empfänglichkeit verfügen sie meist über ein ausgiebiges und erfülltes Sexualleben.
     

  • Kapha-Menschen haben laut Ayurveda die beste sexuelle Leistungskraft. Auch wenn die eher kräftig gebauten und phlegmatisch veranlagten Menschen nicht besonders heißblütig sind, ihre Zeugungs- und Empfängnisbereitschaft ist sehr gut und sie erfreuen sich meist beständiger und liebevoller Beziehungen.

 

Mit und ohne Sex zur Erleuchtung
Spiritualität aus ayurvedischer Sicht ist frei von jedem Gelübde oder Dogma, ein weiser Yoga-Meister einmal sagte: „Du kannst mit oder ohne Sex zur Erleuchtung kommen. Wichtig ist nur, dass du mit ganzem Herzen dabei bist.“ Der Ayurveda empfiehlt in diesem Sinne sowohl die sexuelle Enthaltsamkeit zur Stärkung der geistigen Kräfte als auch die alten Tantra-Traditionen, die mittels sexueller Techniken Energiezentren befreien und Gotteserfahrung ermöglichen.

 

Rezepte:

Ein klassisches Vajikarana-Rezept für beide Geschlechter, das ohne Probleme selbst hergestellt werden kann und wovon während einer Aufbau-Kur von circa zwei Wochen zwei Mal am Tag jeweils ungefähr ein Teelöffel eingenommen wird, besteht aus folgenden Zutaten: 500 g Joghurt, 20 g Ghee, 20 g Honig, 5 g Nelken, 5 g Muskat, 250 g Puderzucker, 2 g Ingwer, 2 g Pfeffer, 1 g Safran.

Zubereitung: Den Joghurt abseihen und den Zucker, den gemahlenen Ingwer, Pfeffer, erwärmtes und flüssiges Ghee, Honig, Nelke, Safran sowie geriebene Muskatnuss gut mit dem Joghurt vermengen.

 

Die folgenden Naschereien versüßen die daraus folgenden heißen Nächte:

Energiebällchen:
200 g Sesamsamen in einer Pfanne ohne Fett ganz leicht rösten und im Mörser fein mahlen (oder im Cutter). Die Masse mit je 1 Messerspitze Vanille, gemahlenem Zimt und gemahlenen Gewürznelken vermischen. Dazu kommt noch je 1 EL kleingehackte Datteln, Feigen oder Rosinen. Kleine Bällchen formen und einige Stunden im Eisschrank fest werden lassen.

Sesam enthält viele Salze, Kalzium und Vitamine, die auf die Geschlechtsdrüsen wirken. Sesamsamen wurden bereits im alten Ägypten verehrt und häufig für stimulierende Speisen verwendet.


Ayurvedischer Liebestrank:
Dieses Getränk erhält seine Wirkung aus den energiespendenden Aufbaustoffen von Nüssen, Milch und Honig und stimulierenden Gewürzen: Milch wird in einem Mixer mit ein paar Cashewkernen, Mandeln und/ oder Pistazien schaumig geschlagen und dann erwärmt. Etwas Kardamom, getrockneten Ingwer und Honig zufügen. Diese Milch heizt an kühlen Abenden von innen, entspannt und beruhigt die Nerven. Sie verschafft ein wohliges Gefühl im Magen und fördert die sinnliche Genussfähigkeit in der erotischen Begegnung.
 

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen einen besinnlichen Advent, gesegnete Feiertage und ein gutes neues Jahr!

Ich hoffe, Sie interessieren sich auch 2013 für die ebenso altbewährten wie aktuellen Tipps des Ayurveda!


Text: Eva Jordan

www.evajordan.at

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