Ausgabe 41 / März 2011




ATEM
- Sag "JA" zum Leben

Von unserem ersten Einatmen bis zu unserem letzten Ausatmen trägt uns unser Atem durch unser Leben.
 

Wenn wir einatmen nehmen wir ein Stück Welt in uns auf, wenn wir ausatmen geben wir ein Stück unseres Inneren an die Welt ab. Atmen ist eine Interaktion zwischen uns und der universellen Energiequelle.

Wir atmen vollkommen natürlich, wenn wir geboren werden, beginnen dann aber im Laufe der Zeit, aufgrund von Gewohnheitsmustern und unserer Weise mit der Welt zu kommunizieren, die Kunst des richtigen Atmens zu verlieren.

Richtig atmen heißt voll atmen. Brust (obere Atmung), Rippen (Flankenatmung) und Bauch (Zwerchfellatmung) sollten bei der Atmung beteiligt sein. Nur so wird die Kapazität unserer Lungen komplett ausgeschöpft und wir nehmen mit einem Atemzug bis zu 2,5 Liter Luft auf. In unserer Alltagspraxis – etwa wenn wir stundenlang und auch noch dazu in schlechter Haltung am Schreibtisch sitzen und uns wenig bewegen – nur einen halben Liter Luft.

Wen wundert es da, wenn wir unkonzentriert und erschöpft sind: uns fehlt Sauerstoff!!!!

Folgeerscheinung ist, dass wir zu wenig Kohlendioxid ausatmen, dieses Gift in unserem Körper verbleibt und nach und nach unser ganzer Organismus verschlackt.

Der Atem bewegt uns, indem er eine Welle, die anschwillt und abebbt erzeugt und er fließt durch den ganzen Körper. Er hat die Kraft unsere Herzschlagfrequenz zu beschleunigen oder zu senken. Der Atem beruhigt den mentalen Körper, indem er die Gehirnwellen verlangsamt, und er beruhigt und stabilisiert den emotionalen Körper bei Angst und Stress.

Auch der spirituelle Körper dehnt sich auf dem Atem aus und trägt uns auf neue Bewusstseinsebenen. Auf der physischen Ebene ist das Atmen im Grunde ein Zusammenziehen und Ausdehnen der Lunge.

Unser Atem ist ein Spiegel unserer Gedanken und Gefühle. Wenn wir einen plötzlichen Schock erfahren, werden wir einen kurzen, scharfen Atemzug machen und die Luft kurz anhalten. Wenn wir gestresst sind, kann unser Atem flach werden und stocken.

Der Atem ist ein hervorragendes Hilfsmittel um mehr über uns selbst zu erfahren. Im Allgemeinen leben wir so, wie wir atmen: ruhig oder hektisch, mit Pausen oder ohne, flach oder mit Tiefe.

Richtig zu atmen, bedeutet „JA“ zum Leben zu sagen, zu allen Aspekten von uns selbst – den guten und den schlechten. Es verleiht uns den Mut, einen Teil von uns zu erfahren, den wir sehr lange Zeit beiseite geschoben haben.

Flache, kurze und stoßweise Atmung ist ein Ausdruck unserer Schwächen und Ängste. Daher sollten wir uns um die Entwicklung einer volleren und tieferen Atmung bemühen. Besonders im unteren Bereich unseres Körpers breitet sich dann immer mehr Energie aus, und wir erfahren das Leben tiefer und strahlender.

Tief in den gegenwärtigen Augenblick hineinzuatmen, ist der einfachste Weg, das Leben und unseren Wesenskern anzunehmen.

Indem wir den  Rhythmus und die Tiefe des Atmens dauerhaft verändern, können wir unser Äußeres und unser Bewusstsein verändern.

Wir können unsere Wut und unsere Angst verwandeln und aufhören, unserem Körper zu schaden, weil wir „JA“ zum Leben sagen.

 

Text: Marion Höfer
 

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