LICHTBOTE :: INFO
Ersterscheinung: Februar 2009

Angst vor dem Licht?
Warum fürchten wir uns nur so vor unserer Kraft?
 

Wie es der Zufall so haben will, ist mir ein Text in die Hände gefallen, der mich wieder einmal sehr zum Nachdenken angeregt hat. Das Erstaunliche daran ist, dass dieser Text bereits aus dem Jahr 1994 stammt und es sich dabei um die Antrittsrede von Nelson Mandela handelt.

Es geht darum, dass wir uns eigentlich vor unserem eigenen Licht fürchten…

Wir befürchten,

  • dass wir im Grunde unseres Herzens GUT sind…

  • dass wir als Kinder Gottes, wirklich sein Abbild sind…

  • dass wir alle Macht und Kraft besitzen

  • und dass wir sie auch für uns einsetzen

Wir streben doch die ganze Zeit nach der bedingungslosen, allumfassenden Liebe – ja wie soll die denn kommen, wenn wir vor uns selbst solche Angst haben… ???


Jaja, wir versuchen doch sowieso schon ewig und drei Tage mit allen Mitteln voran zu kommen und zu unserer Kraft zu finden. Wir sind doch so arm und gepeinigt, immer wieder legt man uns Stolpersteine in den Weg und „das Schicksal“ schlägt wieder einmal hart zu. Andauernd werden wir, durch die schlimmsten Ereignisse, davon abgehalten unseren Weg in Licht und Liebe zu gehen.

Wer wirft uns denn diese Knüppel dauernd vor die Füße?
Wir selbst, ja genau, wir ganz alleine – weil wir im Grunde Angst vor unserer übermenschlichen Kraft haben, die manchmal kurz durchkommt, doch meistens tief und fest in uns schlummert, damit wir ja nicht vom steinigen Weg abkommen. Sonst könnten wir doch glatt ein glückliches, gesundes und friedvolles Leben führen... na, wer will denn das ...

Nur wie können wir aus diesem unbewussten Kreislauf aussteigen?
Meist ist es so, dass wir durch bestimmte Erlebnisse einen ganzen Rucksack voll Schuld auf unsere überlasteten Schultern geladen haben – die uns, wie kann es anders sein, durch perfekte Verdrängung natürlich NICHT bewusst ist. Unser inneres Kind, das für unsere Gefühlswelt verantwortlich ist, fühlt sich durch dieses Schuldpaket ziemlich erniedrigt und klein, es schämt sich und vergräbt das ganze Packerl tief im Unterbewusstsein. Natürlich schlummern dort all die verdrängten Sachen und warten nur darauf, durch irgendein Schlüsselerlebnis geweckt zu werden, um wieder an die Oberfläche zu geraten. Wenn das dann der Fall ist, reagieren wir plötzlich neidisch, wütend, aggressiv oder sogar hasserfüllt. Sobald das passiert ist, fühlt sich unser inneres Kind natürlich sofort wieder für alles verantwortlich und unser Selbstwertgefühl sinkt rapide ab… von Selbstliebe sind wir überhaupt gleich ganz weit entfernt. Und der berühmte Teufelskreis beginnt… 

Für mich ist Vergebung das Zauberwort – und zwar in erster Linie: sich selbst vergeben! Erst wenn wir uns von all der Schuld befreit haben, können wir das Gefühl des Friedens und der Liebe vollkommen wahrnehmen und leben! Erst dann können wir uns selbst lieben und somit auch alle anderen. Wir können über uns hinauswachsen und Dinge vollbringen, von denen wir heute nur träumen. Wir brauchen die Liebe nicht im Außen suchen, sondern finden sie in uns selbst!

 

 „Unsere tiefste Angst ist es nicht, dass wir der Sache nicht gewachsen sein könnten.

Unsere tiefste Angst ist, dass wir unmenschlich mächtig sind.

Es ist unser Licht, dass wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.

Wir fragen uns:

Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend, hinreißend, begnadet und phantastisch sein darf?

Aber wer bist du denn, dass du es nicht sein darfst?

Du bist ein Kind Gottes.

Wenn du dich klein machst, dient das der Welt nicht.

Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn du dich begrenzt,

damit andere um dich herum sich nicht verunsichert fühlen.

Du wurdest geboren,

um die Ehre Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.

Sie ist nicht nur in einigen von uns – sie ist in jedem Menschen.

Und wenn wir unser Licht erstrahlen lassen,

geben wir unbewusst auch den anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Wenn wir uns von unserer Angst befreit haben, wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien!“

Nelson Mandela    Antrittsrede 1994

Text: Sabine Miksu

 

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