Ausgabe 79/ Sommer 2014

 

Ich möchte Euch gerne an der Geschichte einer Frau teilhaben lassen, die den unglaublichen Schritt gewagt hat, die wohlbehütete Heimat Österreich zu verlassen, um ihrem Herzen zu folgen. Sie hat Wien verlassen, ist der Liebe gefolgt und lebt nun in Ägypten. Mittlerweile hat sie sich schon ein bisschen eingelebt und möchte ihre Erlebnisse, Eindrücke, Visionen und Pläne an so viele Menschen wie möglich weitergeben - ich hoffe, hier finden sich einige interessierte LeserInnen.
 

 

Ägypten - Der Weg zu meinem Glück
- eine Frau folgt ihrem Herzen -

Marsa Alam, Ägypten im Juni 2014

 

Endlich ist es soweit und ich schreibe Euch den ersten Newsletter aus meiner neuen Heimat. Drei Monate bin ich nun bereits hier und in dieser Zeit ist sehr viel passiert.

Ich möchte mit Euch meine Erlebnisse, Erfahrungen, Ideen und Träume teilen und werde auch zukünftig jeden Monat einen Newsletter schicken. Mein neues Leben hier in Ägypten ist so wertvoll, dass ich es erzählen möchte. Ich bin den Schritt gegangen, mein Leben zu verändern. Sehr drastisch, entschlossen, konsequent und ultimativ. Eigentlich könnte man auch sagen verrückt, irrational, träumerisch. Und auch das ist wahr. Ich habe etwas Ungewöhnliches getan, ich habe einfach mein Herz sprechen lassen.

Also, ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen. Diesmal fällt der Newsletter länger aus, weil es einfach so viel zu berichten gibt.

In Liebe Eure Zinab

 

Die Vorgeschichte

Viele von Euch kennen meine Geschichte nicht. Und ich möchte ein paar Worte dazu schreiben. Um ein bisschen zu erklären, was mich bewegt hat, diesen Schritt zu gehen. Ich bin vom Grunde auf ein sehr gefühlsbetonter Mensch und habe gelernt, diese sehr wertvolle Eigenschaft in den letzten 43 Jahren zu unterdrücken. Ich habe mein ureigenes Selbst, mein ICH verleugnet, verdammt, verlernt, weggeschickt. Was daraus geworden ist, haben die meisten von Euch erlebt. Ein Mensch dem man ansieht, dass er leidet, dass mehr hinter und ihn ihm steckt als er zeigt. Immer wieder gab es Phasen in meinen Leben wo sich mein ICH, meine Seele wieder lautstark gemeldet hat. Das waren dann Zeiten in denen ich aggressiv, wütend, unzufrieden und depressiv war. Aber ich habe es immer wieder „geschafft“ mich zu zähmen, mich selbst oder von anderen „in den Stall“ zurückführen zu lassen. Ich habe bewusst die Entscheidung getroffen, ein geordnetes Leben nach äußeren Maßstäben führen zu wollen. Dann halt ohne großartigen Emotionen und Freuden. Lieber ein dahinplätscherndes Leben als zu viel Risiko und echte eigene Entscheidungen treffen zu müssen. Das alles hat mich letztendlich sehr krank gemacht. Zunächst auf der mentalen Ebene und dann Körperlich. Das Schicksal hat es gut mit mir gemeint und mir viele Impulse und Möglichkeiten geschickt. Und was noch viel wichtiger ist: die LIEBE. Ja, letztendlich war es die Liebe die mich diesen Schritt gehen ließ, und ich habe mich dadurch wieder selbst gefunden und endlich darf meine Seele wieder leben.

 

Die Entscheidung

Ich gebe zu, die Entscheidung „aus heiterem Himmel“ zu kündigen, alles in Wien abzubrechen, war nicht geplant. Wohl habe ich es als Worst Case Szenario im Kopf behalten, aber mein Wunsch war es ursprünglich, ein Leben zwischen zwei Welten zu führen. In Wien alles zu belassen wie es ist und gleichzeitig ein Leben in Ägypten zu führen. Es ist anders gekommen. Damit waren viel Schmerz, Verlust und Ängste verbunden. Nicht einmal habe ich mir gedacht „Jetzt baust Du endgültig die Megasch… in Deinem Leben“. Aber letztendlich bin ich dankbar dass es so gekommen ist. Der Weg der Sicherheit hätte nicht funktioniert. Ich bin froh, dass ich in Wien nun alles abgeschlossen habe, ich könnte sonst nicht hier in Ägypten mein neues Leben aufbauen mit allem was dazu gehört. Und ich muss auch sagen, ich wollte schon lange einen Systemausstieg. Nur hatte ich nie den Mut. Doch die Liebe hat mich über alle Ängste hinwegsehen lassen.

 

Die Ankunft

Also wer ist nun dieser Mann, der mein Herz geöffnet hat.

Sein Name ist Ahmed, er feiert heuer seinen 40. Geburtstag. Er ist ein wunderbarer einfühlsamer und starker Mann. Er trägt mich auf Händen, liest mir jeden Wunsch von meinen Augen ab und unterstützt mich zu jeder Zeit in meiner persönlichen Weiterentwicklung. Er respektiert mich vollkommen und ich fühle mich wahrscheinlich das erste Mal in meinem Leben so richtig als Frau. Meine weibliche Seite, die ich viele Jahre auch unterdrückt habe, kommt wieder ans Licht.

 

Marsa Alam, meine neue Heimat

Ich lebe jetzt sozusagen in der Wüste. Marsa Alam ist ein kleines Dorf zirka 250 Kilometer südlich von Hurghada. Es liegt direkt am Meer und im Hinterland türmt sich die Wüste. Es ist jeden Tag ein unglaublich schönes Bild. Die Sonne geht über dem Meer auf und in der Wüste unter. Ich wünschte Ihr könntet diesen Sonnenuntergang sehen. Marsa Alam beschreibt auch die Region zwischen Hurghada und Hamata. In diesem Stück Land gibt es nichts, außer von Zeit zu Zeit das eine oder andere Hotel. Nur eine Straße führt am Meer entlang. Für mich ist es das Paradies, da ich die Stille und Ruhe immer schon geliebt habe. Ich brauche kein Highlife. Das war auch in Wien schon so. Ich bin aus meinen vier Wänden und Garten kaum rausgegangen, weil ich die Ruhe immer gesucht habe.

Wir haben bereits unsere Wohnung bezogen. Sie ist ca. 70-80m2 groß, hat ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, Küche, Bad, Vorräume und einen Balkon. Sie war unmöbliert, denn ich wollte sie selbst einrichten und gestalten. Viele Dinge habe ich bereits aus Wien mitgenommen, viele persönliche Dinge kommen noch in den nächsten Wochen. Mir war wichtig, meine Lieblingsstücke aus Wien mitzunehmen. Die Möbel haben wir anfertigen lassen. Hier in Ägypten gibt es noch so viel altes Handwerk. Die Ägypter haben einen unglaublich guten Geschmack in allem, so auch in Möbel, Einrichtung, Dekostücken. Unser Tischler Ahmed hat sich wirklich bemüht und es ist alles so schön geworden. Volles Holz, handgemacht, schöne Schnitzereien. Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, dann mach ich das was ich besonders gut kann und liebe, Dekorieren. Ich hoffe wir werden bei Beginn von Ramadan fertig sein, denn da möchte ich viele Einladungen aussprechen. 


Alles in allem ist es wirklich ein schönes neues Zuhause. Wir haben nur ein kleines Wasserproblemchen. Also eigentlich ist es ein riesen Problem. Und es ist nicht nur unser Problem, sondern das ganze Dorf leidet darunter. Ich werde darüber gesondert schreiben, da es wirklich zum einen interessant ist und zum anderen DAS Thema für mich hier etwas zu tun. Um es mal kurz zu sagen, wir haben aus verschiedensten Gründen schmutziges Wasser. Ich kann keine Wäsche waschen, denn sie ist schmutziger als vorher. Dieses Wasser verwenden wir natürlich auch zum Duschen und Zähneputzen. Nun wurden sämtliche Behälter, Tanks etc. geputzt. Es ist wohl besser, aber immer noch nicht sauber. Und ich will auch gar nicht wissen welche Bakterien da drinnen sind. Wir haben die Möglichkeit unsere ganz persönliche Situation zu verbessern, aber das löst nicht das grundsätzliche Problem hier.

 

Mein Alltag und neue gelebte Lebenseinstellung

Gleich nach meiner Ankunft im April sind Ahmed und ich nach Alexandria mit dem Auto gefahren. Ahmed ist in dort aufgewachsen und hat dort studiert. Alexandria ist eine wunderschöne Stadt. Es hat mich sehr an Nizza, an die Engelsbucht erinnert. Es liegt direkt am Mittelmeer und man spürt sehr stark den europäischen Einfluss, liegt doch Italien gleich „nebenan“, gepaart mit dem typisch orientalischen Stil. Auf der Straße sieht man eine bunte Mischung aus vielen Kulturen und Religionen. Erwähnenswert neben der Schönheit der Stadt ist in jedem Fall meine erste Erfahrung mit dem Verkehr. Also ich gebe zu, ich habe am Anfang nur mehr Stoßgebete gen Himmel geschickt. Nach und nach habe ich mich gewöhnt, beobachtet, analysiert (wie immer J) und nach 2 Wochen bin ich schon das eine oder andere Mal in der Nacht gefahren und sogar am Heimweg nach Marsa Alam habe ich den Red Ring (Stadtautobahn in Kairo) befahren. Es macht mir mittlerweile Spaß in Ägypten Auto zu fahren, beherzigt man eine Regel: ES GIBT KEINE REGELN!!!! Ich sage Euch, akzeptiert man das, macht es wirklich Spaß. Man braucht wohl Augen und Ohren überall, aber ich finde es mittlerweile sogar logisch und viel besser. Es passt zu meiner Meinung über Systeme. Ich meine, es gibt eine Straße, die gehört uns allen, warum brauche ich Regeln die zu befahren, wenn man ein bisschen auf den anderen aufpasst. Und die Ägypter haben nämlich eines nicht verlernt, den Instinkten zu folgen und mit allen Sinnen zu leben. Ok, eine Regel fällt mir doch ein: fahre dort wo Platz ist. Das  bedeutet in der Praxis, dass auf der Autobahn Geisterfahrer unterwegs sind, alle möglichen Arten von Fortbewegungsmittel zu sehen sind, von Autos über jede Größe von Bussen, Tuk Tuks, Eselkarren und und. Auch Fußgänger habe ich auf der Autobahn schon gesehen und natürlich auch Bazare (auf der Schnellstraße!!). Die Menschen stellen hier keinen Anspruch auf Regeln. Jeder nimmt auf den anderen Rücksicht und fährt wo halt grade Platz ist. Das was mir noch schwer fällt ist die Einschätzung wie nahe die Verkehrsteilnehmer sind. Sie fahren Millimeter genau, mit einem unglaublichen Gefühl und letztendlich mit viel Rücksichtnahme, Respekt und einer riesen Portion Vertrauen zum anderen. Und das ist ein Beispiel, wie man die Ägypter beschreiben kann. Ich werde Euch noch viele andere Beispiele erzählen, damit ihr Euch ein Bild von dieser wunderbaren Kultur mit diesen außergewöhnlichen Menschen machen könnt.

Nach diesen zwei Wochen in Alexandria, haben wir begonnen unsere Wohnung zu suchen und einzurichten. Ahmed hat zu dieser Zeit gearbeitet. Das heißt ich war den Tag über alleine. An seinen freien Tagen gingen wir zum Strand, weil es mir das so wichtig ist, im Meer ein Bad zu nehmen. Wir haben einen Platz entdeckt, der ist wirklich paradiesisch. Weißer, pudriger Sand, alle Schattierungen von Blau und Türkis und, wir sind meistens alleine dort.

Dieser Strand heißt Perlenstrand und befindet sich ca. 80 Kilometer von Marsa Alam entfernt. Er ist menschenleer, es gibt ein kleines Korallenriff zum Schnorcheln. Wir nehmen ein Picknick mit und beobachten die Natur.
 


 

Wenn wir mal auf die Schnelle ins Wasser wollen, dieser Strand ist bei uns ums Eck:


 

Wir bekommen sehr oft Besuch. Wir sind Anlaufstelle für viele Menschen hier. Bei uns gibt’s immer eine offene Tür und Ohr, viel Spaß und natürlich meine selbstgebackenen Süßigkeiten und Kuchen. Ein Freund aus Dahab hat bei uns 14 Tage gewohnt. Er war auf Arbeitssuche, ich habe ihn dabei ein bisschen unterstützen können.

Bis jetzt habe ich mich um die Wohnung gekümmert, dass wir eine Einrichtung bekommen, dass alles seinen Platz hat. Ich habe in den letzten Wochen hauptsächlich geputzt. Wir leben in der Wüste, das war mir nicht so ganz klar, hihi, wir haben jeden Tag Sand in der Wohnung. Also täglich kehren und aufwaschen wird mich begleiten. Nachdem wir noch keine Stauräume hatten, wollte ich natürlich dass immer alles sauber bleibt. Jetzt hat so gut wie alles seinen Platz, und der Zeitaufwand ist nicht mehr so enorm, alles schön zu halten. Ich koche fast jeden Tag. Es gibt hier wunderbare Früchte und Gemüse. Derzeit haben wir saftige Weintrauben, letzten Monat gab es so gute Pfirsiche. Ich mache oft Obstsalat. Wie gesagt, ich habe auch begonnen zu backen. Die Ägypter lieben meinen Apfelkuchen, meine Bananenschnitten und das Tiramisu. Vor ein paar Tagen habe ich mal Vanillekipferl probiert. Sie schmecken anders, aber sehr gut. Bei nächsten Besuchen wollte ich sie verkosten, aber dazu ist es nicht gekommen, weil diese kleinen fast nicht sichtbaren Ameisen waren schneller. Ja, auch das ist Ägypten.

Jetzt ist schon sowas wie Routine eingekehrt. Also Wohnung fertig, eine Stunde wegräumen und putzen, kochen und den Rest des Tages für mich. Derzeit mache ich noch Pläne und ich habe so viele davon. Davon möchte ich Euch später mehr erzählen. Grundsätzlich ist das Leben hier ganz anders. Alles geht langsamer, stressfrei. Ich brauche zum Bügeln 3 Tage, wo ich in Wien 2 Stunden gebraucht habe. Ich habe es selbst noch nicht verstanden was hier anders ist.  Kontrollzwang, Ungeduld, Perfektionismus, Pläne – diese Eigenschaften haben hier keinen Platz. Viele von Euch die mich gut kennen werden jetzt lachen, denn das waren bisher meine Lieblingseigenschaften. Selbstverständlich habe ich versucht, hier so weiter zu machen. Doch das Leben hier und mein Mann haben mich gelehrt, das ist unmöglich. Und ich habe nach und nach begonnen, mich davon zu verabschieden, das Ameisenproblem zu lösen, eine perfektionistisch pipifeine reine Wohnung zu haben, trotz täglichem kehren und aufwaschen (der Wüstensand ist allgegenwärtig), Bananenschnitten zu backen wann immer ich will (manchmal gibt es halt keine), dass ich nicht immer telefonieren und surfen kann wenn ich will (manchmal geht das Netz halt nicht). Und ich sage Euch, dadurch bin ich so richtig cool relaxt geworden. Ich fühle mich damit viel wohler und habe dieses Leben schon richtig angenommen. Es nimmt mir meinen innerlichen Stress, bringt mir mehr Gelassenheit und Ruhe. Ahmed sagt bereits ich bin Ägypterin geworden, denn wenn ich was erledigen soll oder er mich fragt ob er das oder das machen soll, dann sage ich: „morgen“, also irgendwann. Ahmed ist in meinen Augen Halbeuropäer. Er mag es nicht wenn die Dinge sich nicht erledigen lassen, wenn Termine nicht eingehalten werden und er erreicht mit seiner unendlichen Hartnäckigkeit immer alles was er will oder erledigt wissen will. Was er bisher versprochen hat, hat er immer einhalten können. Erst heute verstehe ich, was für einen Kraftaufwand er immer wieder für mich in den letzten 2 Jahren betrieben hat. Und oft war mir das nicht genug und ich habe nicht verstanden, warum er dies getan oder nicht getan hat. Also ich habe gelernt, mit dem urteilen und werten aufzuhören, denn ich weiß nie genau, was die Gründe für etwas sein könnten. Es ist mir wichtig, Euch das reale Bild von meinem Leben zu zeichnen. Es ist hier nicht alles perfekt und viel Schöner als in Wien. Es gibt hier unendlich viele Probleme und Hürden. Aber es passt hier einfach besser für mich. Ich sehe es so, dass man im Leben immer etwas eintauscht. Ich meine damit, man gibt etwas her und bekommt dafür etwas anderes. Nichts ist perfekt. Ich habe wohl hier keinen immer gefüllten Supermarkt mit 100 verschiedenen Brotsorten, aber dafür habe ich frisches reifes Obst, das ich vertrage und das so gut schmeckt. Ich habe hier kein reines Wasser, aber ich habe hier eine reine Luft zum Atmen. Ich habe hier kein Kino, kein Theater, aber ich habe das Meer zum Baden, jeden Tag. Ich habe hier kein verlässliches Telefonnetz, aber wir haben jeden Tag wunderbare soziale Kontakte mit Menschen die wir kennen, Freunden oder sogar mit Menschen die wir nicht kennen, nette und lustige Gespräche auf der Straße. Wenn wir am Weg zu unserem Kaffeehaus sind in diesem winzigen Dorf, das 5 Minuten entfernt liegt, brauchen wir oft eine halbe Stunde bis wir es erreichen, weil wir so viele Freunde treffen und mit jedem ein paar nette Worte wechseln. Die Menschen sehen sich untereinander als eine Familie, wurscht wer es ist. Der Mann in der Apotheke, die Leute am Check Point, an der Tankstelle. Jeder hat für den anderen immer ein nettes Wort oder zumindest ein Dankeschön oder Lächeln parat. Also dieses Leben hier ist sicher nicht jedermanns Sache. Zu viel „Unannehmlichkeiten und Mängel“. Aber für mich ist es das Paradies und genau die Art zu leben von der ich geträumt habe. Ich sehe die Mängel zwar, manches berührt mich kaum, manches regt mich fürchterlich auf und ich werde beginnen es zu ändern (ganz klar das Wasserproblem, die Arbeitsverhältnisse der Einheimischen hier), aber die Kleinigkeiten des Alltags nehme ich zur Kenntnis und mache das Beste draus und freue mich über die vielzähligen schönen Momente jeden Tag.

 

Die politische Situation

Wie ihr sicher gelesen habt, haben wir hier einen neuen Präsidenten, SISI. Seit dieser Woche ist er im Amt. Der erste Freitag war ganz ruhig. Seit der Revolution hat es sich eingebürgert, dass es am Freitag (ist bei den Moslems wie bei den Christen der Sonntag) Demonstrationen gibt. Und es ist ruhig. Die ägyptischen Nachrichten haben nichts berichtet. Grundsätzlich möchte ich sagen, seit ich hier bin, habe ich nichts von dem persönlich erlebt, was die Medien in Europa so berichten. Selbst in Alexandria nicht. Ich hatte dort keine Angst, habe mich nicht bedroht oder unsicher gefühlt. Hier in Marsa Alam, generell am Roten Meer, passiert sowieso gar nichts. Am Weg von Marsa Alam nach Hurghada gibt es einen Militärischen Checkpoint für die Sicherheit. Die Männer dort kennen uns schon. Ahmed schenkt ihnen immer wieder Zucker oder Kaffee. Erst kürzlich, wir waren am Weg zurück von Alexandria, haben wir Ihnen Kuchen mitgebracht. Der Mann nimmt das Paket in Empfang und scherzt: „Hoffentlich ist eine Bombe drinnen, damit wir was zu tun bekommen.“ Es war lustig gemeint. Und ich will damit zum Ausdruck bringen, dass es wirklich ruhig ist hier. Erst wenn man hier lebt, sieht man was für eine verrückte Situation es ist. Es ist hier im Moment wie im Paradies. Kaum Touristen, menschenleeres Meer, freundliche Einheimische die Zeit haben um sich richtig um die Gäste zu kümmern. Für so einen Urlaub habe ich in der Vergangenheit eine Menge Geld gezahlt, weil es schon fast wie eine private Reise ist. Aber auch hierzu möchte ich mal extra darüber schreiben.

Das Land, die Ägypter und die Mentalität

Nach 2 Jahren Erfahrung als „Insider“, insbesondere nach den letzten 3 Monaten, habe ich einen realistischen Einblick in das ägyptische Leben gewonnen. Über das Land, die Menschen hier und die Kultur. Auch ich war, obwohl ich ein so weltoffener Mensch bin, am Anfang etwas verängstigt über den Ruf der Kultur. Nach 2 Jahren ständigen Kontakt hatte ich nichts gefunden, was mich davon abgehalten hätte, nicht nach Ägypten zu auszuwandern. Es gibt viele Klischees, Missverständnisse, unbegründete Ängste. Nichts habe ich gefunden womit ich nicht leben konnte, wo ich mich in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt gefühlt hätte.

Mit der Entscheidung auszuwandern war auch klar, dass ich hier neue Erfahrungen zur Kultur machen werde. Es ist ein Unterschied nur alle 3 Monate für ein, zwei Wochen vor Ort zu sein oder hier zu leben. Ein lieber ägyptischer Freund hat einmal zu mir gesagt: „Du kannst Ägypten nur kennen, wenn Du dort lebst.“ Und es stimmt. Ich war gespannt wie ich es erleben werde und ich möchte ganz ganz deutlich sagen: ICH LIEBE ES!!!!! Die Menschen hier sind unglaublich außergewöhnlich. Mein Herz tut sich auf, wenn ich in der Gesellschaft von diesen Menschen hier bin. Sie sind unendlich hilfsbereit, zollen mir einen unglaublichen Respekt, sie akzeptieren und wertschätzen mich so wie ich bin, als Europäerin, sie sind interessiert. Es sind solch kreative, einfühlsame und aufmerksame Menschen. Sie sind Schönmenschen. Sie lieben das Schöne, die Natur, das Essen, die Gerüche. Überhaupt, sie leben alle ihre Sinne. Sie sind bescheiden und zufrieden, teilen so gerne und machen das Beste aus ihrer Situation. Sie jammern nicht, lassen sich von den unzähligen Mängeln hier nicht aus der Ruhe bringen und haben einen unendlichen Ideenreichtum. Sie sind die perfekten Problemlöser.

Was mich zu tiefst berührt, sind Geschichten, die mir diese Menschen jetzt nach so langer Zeit zutragen. Sie haben Vertrauen gefasst und ich dürfte Ihnen auch Selbstbewusstsein geben. „Die reiche Europäerin“, die sich mit Ihnen an einen Tisch setzt, sie bewirtet, ihnen zuhört, mit Ihnen lacht, eine von Ihnen sein möchte. Das sind sie einfach nicht gewohnt. Sie beginnen mir fast im Geheimen ihre Gefühle und Verletzungen zu erzählen, wie viel Rassismus sie erfahren. Manchmal direkt, manchmal unterschwellig. Viele Menschen denken, dass Ägypter Wilde und Kriminelle sind, dass sie weniger wert sind als Europäer und sie lassen es den Menschen hier wirklich spüren. Ich schäme mich manchmal Europäerin zu sein was ich hier selbst beobachte und erlebe. Nun ja, ich sollte aufhören zu werten und urteilen und besser etwas dagegen unternehmen. Ich versuche gerade, das gegenseitige Verständnis zu verbessern, indem ich die Brücke zwischen den Kulturen versuche. Ich möchte beispielsweise demnächst italienische und deutsche Kollegen und die Ägypter zu uns nach Hause einladen, zum gemeinsamen Essen und Plaudern. Über dieses Thema möchte ich noch ausführlicher in den nächsten Monaten schreiben. Die Welt muss erfahren was hier los ist. Vielleicht nur ganz kurz vorweg erwähnt. Ahmed hat seinen Job gekündigt aus genau diesen Gründen. Ich muss auch sagen, ich habe ihn auch dazu ermutigt. Ich erlebe Tag täglich, was die Menschen hier mitmachen, wie sich behandelt werden, unter welchen Umständen sie arbeiten und wohnen müssen. Sie sind in meinen Augen moderne Sklaven, wie im übrigen in meinen Augen der normal arbeitende Mensch überhaupt, egal wo er lebt. Aber hier bekommen die Menschen keine Entschädigung. Ich meine, in Europa verdienen die Menschen üblicherweise wenigstens genügend Geld, um sich zumindest ein bisschen etwas leisten zu können, um über die Qualen hinwegzusehen. Hier kämpfen die Menschen ums Überleben. Die meisten wohnen in Baracken (Gemeinschaftshäusern), ihre Familien sind tausende Kilometer entfernt. Ich möchte Bewusstsein schaffen, für diese Lebensbedingungen. Und mein Mann, ist ein lebendes Beispiel. Er soll ein Vorbild für die anderen sein, dass es auch anders geht. Ich werde hier alles was in meinen Möglichkeiten liegt in Bewegung setzen, dass sich hier etwas ändert. Im Kleinen mal für uns, für Ahmed und in weiterer Folge dann für unsere Freunde. Ich werde solange daran arbeiten, bis zumindest in Marsa Alam hier sowas wie ein Arbeitsrecht vorhanden ist (die Leute werden von heute auf morgen auf unbezahlten Urlaub geschickt, weil die Touristen ausbleiben und zurückgepfiffen wenn wieder mal ein voller Flieger ankommt). Niemand in Europa würde sich das gefallen lassen, es gäbe Krieg wenn man die Menschen so behandelt). Ich werde darüber gesondert schreiben um aufzuzeigen dass etwas getan werden muss.

 

Mein Lebensunterhalt

Ich werde hier keiner klassischen Arbeit nachgehen. Also zum Beispiel in einem Hotel arbeiten. Ich habe einen anderen Auftrag und den kenne ich schon lange. Seit ich hier lebe, ist alles noch viel klarer. Derzeit arbeite ich daran, mein Leben unabhängig von Ahmed finanzieren zu können. Das ist mir wichtig. Wichtig für unsere Beziehung. Niemand soll vom anderen abhängig sein.

Ich muss auch nicht arbeiten, weil ich folgendes Entschieden habe. Ich habe einen Teil meines Geldes mittlerweile auf einem Ägyptischen Pfundkonto bei einer Bank liegen und bekomme dafür 10 Prozent Zinsen. Davon kann ich meinen Teil des Lebens bestreiten. Einige von Euch werden jetzt aufschreien und sagen, sie hat es doch gemacht. Die Inflation, das Bankenrisiko und und. Aber seit ich hier bin, bin ich mir noch sicherer das zu tun. Es ist es wert, meine Zeit sinnvoll zu investieren. Ich möchte nicht mein berufliches Leben in Europa nach Ägypten importieren. Wir werden sehen ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, die Zeit wird es zeigen. Aber dieses Risiko gehe ich ein, mein Gefühl sagt mir, es ist gut so. Das bedeutet nämlich, dass ich mich um meinen Lebensunterhalt nicht kümmern muss, und ganz und gar nur das machen kann, was ich möchte. Und das sind ganz klare Dinge.

 

Der Plan

Projekt WASSER, Marsa Alam: also wie schon beschrieben, es gibt hier ein Wasserproblem. Ich habe auch bereits begonnen zu recherchieren. Fakt ist, es gibt bereits hier eine Wasserentsalzungsanlage. Doch der Transport des Wassers und die herrschende Lagerung des Wassers in jedem Wohnhaus verursacht Schmutz. Mein Plan ist weiter zu dokumentieren, einen Plan auszuarbeiten und diesen dann mit dem Bürgermeister hier zu besprechen.

Projekt Rassismus: wie ebenfalls schon erwähnt, sehe ich ganz deutlich, dass ein falsches Bild über den Islam, Moslems, die Religion und Kultur gezeichnet wird. Ich sage nicht, dass hier alles in Ordnung ist. Aber das was in den Medien berichtet wird, ist nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist in manchen Dingen zwar auch nicht viel besser, aber eine andere.  Fakt ist, dass die Menschen hier wunderbar sind. Ja, es gibt natürlich hier auch so wie in jedem anderen Land schwarze Schafe (zB die Moslimbrüder). Doch die Masse, die Mehrheit sind herzensgute und liebenswürdige, sanfte und zarte Erscheinungen. Mein Plan ist, mit Schreiben und Veröffentlichen jedem den es interessiert die Möglichkeit zu geben, das Ganze von einer anderen Seite zu betrachten und sich ein anderes Bild zu machen.

Projekt Arbeitssituation und Arbeitsbedingungen („gewerkschaftliches Arbeiten“): zum einen wird hier ein riesen Unterschied zwischen europäischen und ägyptischen Mitarbeitern gemacht. Sowohl in der Bezahlung als auch in der Behandlung. Das muss aufhören. Mein Plan ist es, mit eigenem Unternehmen in verschiedenen Bereichen (siehe unten), den Menschen Arbeit zu geben, zu guten Bedingungen und vielleicht so damit erreichen, dass sich einerseits die Menschen das nicht mehr gefallen lassen und andererseits die europäischen Arbeitgeber ihren Stil überdenken. Vielleicht schaffen wir es genügend Arbeit zu generieren für die Menschen hier, dass wir die Tauchschulen überreden können die Rechte der Arbeitnehmer zu verbessern, ansonsten kommen sie zu uns arbeiten.

Projekt VILLAGE: ja, das ist mein Traum. Und ich werde Euch davon heute noch nicht berichten. Es ist noch zu weit weg, zu groß. Aber ich habe es bereits gezeichnet auf Papier und ich suche noch nach Lösungen für dieses große Vorhaben. Ich möchte Euch nur ein bisschen neugierig machen  J. Denn ich muss mir selbst noch sicherer werden, dass ich, dass wir das schaffen können. Wenn uns das gelingt, dann hat mein Leben einen echten Sinn gehabt.

Basisprojekt: um all diese Projekte starten zu können, müssen Ahmed und ich schauen, dass wir selbst auf einem starken finanziellen Fundament stehen. Wir müssen uns ein paar Standbeine, die unabhängig voneinander funktionieren, aufbauen. Derzeit sind wir in der Brainstormingphase. Woran wir derzeit bereits konkret arbeiten, sind unsere schon lange geplanten Tauchsafaris und private Tauchreisen. Wir arbeiten bereits an einer Homepage und ich hoffe wir können sie Euch im  nächsten Newsletter bereits vorstellen.

Worüber wir auch nachdenken, ist ein Restaurant mit einer netten Bar. Das gibt es in dieser Form in Alam gar nicht. Die Menschen brauchen hier einen Platz zum Entspannen, zum Austauschen, zum Feiern, zum Lachen und Genießen. Gute gemischte ägyptische-österreichische Küche (die Ägypter lieben Gulasch!), Musik, gute Drinks. Einfach ein Platz der Begegnung für Einheimische und Touristen um wieder die Brücke zwischen den Kulturen zu bauen.

Ich werde Euch in jedem Newsletter zu den Projekten auf dem Laufenden halten.

 

Meine ganz persönliche Situation

Es gibt vielleicht einige unter Euch die sich fragen, was mit mir passiert ist. Viele kennen mich, manche sogar sehr gut. Vielleicht fragt ihr Euch, was ist genau mit mir geschehen, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Was hat sich verändert. Ich habe daher beschlossen, meine persönliche Entwicklung und Erfahrungen erzählen zu wollen. Ich werde in jedem Newsletter über ein Stück meines Weges, nämlich auf der rein persönlichen und mentalen Ebene, schreiben. Ich werde mit den wichtigsten Erkenntnissen anfangen, die ich bereits umgesetzt habe. Was ihr auf den folgenden Seiten lesen könnt, lebe ich und ich glaube daran aus meinem tiefsten Herzen. Das ist auch der Grund, warum ich Euch, meine lieben Freunde, um etwas bitten möchte. Denn wenn ihr meine Zeilen gelesen habt, versteht ihr, dass ich an den Fluss des Lebens glaube. Dass ich daran glaube, dass jeder Mensch etwas Besonderes ist, etwas Besonderes zu sagen und zu tun hat. Nämlich für alle anderen. Ich nehme jedes Wort von meiner Umgebung auf. Jede Ablehnung, jeden Zuspruch, jede Gefühlsregung, jede Kritik. Es ist für mich wie Zeichen, die mich auf meinen Weg bringen. Um Euch nicht zu sehr verwirren, höre ich jetzt auf.

Diejenigen unter Euch die es interessiert, was ich damit meine, wünsche ich viel Spaß beim Lesen

Mein Weg – Teil 1“:
 

Die Biene und der Mensch – über Fehler und dem freien Willen

Die Erde hat für alles was existiert, einen Zweck bestimmt. Nehmen wir einmal eine Biene. Sie hat ein bestimmtes Aussehen, bestimmte „Werkzeuge“ bekommen. Alles ist kein Zufall, weil es klappt alles perfekt um dem Zweck der Biene dienlich zu sein. Sie kann fliegen, sich somit schnell fortbewegen, von Blume zu Blume, um zu bestäuben und Honig zu produzieren. Die Biene weiß aus ihrem Instinkt heraus, was ihre Aufgabe ist und was zu tun ist.

Sehen wir uns jetzt den Menschen an. Was unterscheidet den Menschen von der Biene. Auch der Mensch hat perfekt durchdachtes Werkzeug bekommen. Und es ist so viel mehr als der Biene zur Verfügung steht. Wir können gehen, laufen, liegen, hören. Aber wir können nicht fliegen. Und wir hören nicht so gut wie ein Hund. Warum? Weil der Mensch genauso wie die Biene einen Zweck erfüllen soll. Nennen wir es eine Aufgabe, eine Lebensaufgabe. Doch warum haben wir diesen Instinkt, den etwa Tiere und Pflanzen haben, nicht? Damit wir wissen was wir in unserem Leben zu tun haben? Haben wir. Es ist das Herz. Der Instinkt des Menschen ist nicht der Verstand, es ist das, was uns unser Herz sagt. Im Gegensatz zu Tier und Natur, ist dem Menschen der freie Wille gegeben. Wir können wählen. Jeden Tag und in allem. Und wie sollen wir dann unseren Zweck, unsere Lebensaufgabe, unseren Lebensplan herausfinden? Indem wir auf unser Herz hören. Und genau das ist das Schwierige. Wir haben das verlernt, ab dem Tag unserer Geburt. Wir haben gelernt, mit dem Verstand zu entscheiden. Doch das Leben hat auch für diesen Fall einen Mechanismus eingerichten, wie wir trotzdem zu unserem Sinn finden können. Indem wir Fehler machen dürfen. Indem wir etwas versuchen, lernen, uns entwickeln. Trial and error, sagt man auch. Das „Fehler machen“ ist die einzige Möglichkeit den eigenen Plan, seinen Zweck herauszufinden. Wichtig dabei ist, zu lernen. „Dumm ist, wenn man immer wieder das gleiche versucht und auf ein anderes Ergebnis hofft.“ Und das führt uns zum Fluss des Lebens.

 

Der Fluss des Lebens – sich dem Leben hingeben

Also wie soll das gehen? Wie soll man herausfinden, was der ganz persönliche Lebenszweck, die Bestimmung wenn man so will, ist. Das ist eigentlich ganz einfach. Dort wo es im Leben immer wieder schwierig ist, wo es Widerstände gibt, wo man nicht weiterkommt, dort soll man loslassen. Nicht kämpfen. Es ist einfach nur ein Zeichen, dass man am Weg zum Lebensplan etwas überdenken, ändern soll. Nehmt mich als Beispiel, also wenn ich beispielsweise schon 5 Mal den Job in derselben Branche gewechselt habe weil ich Karriere machen wollte, aber nie zum gewünschten Erfolg komme, trotz höchster Anstrengung, unendlichem Fachwissen, unaufhörlichem Aneignen von weiteren Kenntnissen, dann ist das ein eindeutiges Zeichen, dass ich am falschen Platz bin und ich sollte meine Jobwahl überdenken.

 

Die Wahrheit im Herzen finden

Doch was mache ich nun mit der Erkenntnis? Wie finde ich heraus, wie ich meinen Weg korrigieren soll? Indem man auf den Ruf des Herzens hört. Nicht den Verstand benutzen, sondern sich einfach fragen was man will. Denn eines ist ganz sicher. Das Leben ist nicht daran angelegt, leiden zu müssen. Wir tun uns das selber an, weil wir die Zeichen nicht erkennen wollen und uns manchmal auch nicht trauen diesen zu folgen. Da gibt es eine Familie, Kinder, Verpflichtungen, Ängste und vieles mehr. Es ist schwer, sich manchmal die eigenen Wünsche und Träume einzugestehen, weil man andere vielleicht damit verletzt. Aber wenn ihr an dieses oben beschriebene Prinzip auch glaubt, dann gilt das ja auch für Eure Lieben in Eurer nächsten Nähe. Auch sie haben einen Lebensplan. Auch ihnen soll das Leben anzeigen, wohin der Weg, ihr eigener Weg führt. Also wenn ihr Entscheidungen für Euch trifft, die aus Eurem Herzen kommen, ihr dabei andere verletzt, dann ist das eigentlich eine Unterstützung für den anderen den eigenen Weg zu finden.

 

Gut oder schlecht

Und so komme ich zu einem wichtigen Thema. Gut und schlecht. Das begleitet uns seit Anfang an. Wir werten und urteilen und werden bewertet und verurteilt für das was wir tun, was wir sind. Doch ich habe mich schon als Kind dagegen gewehrt und nie gewusst warum es mich so aufregt, wenn andere Menschen über andere schlecht reden. Heute weiß ich es. Auf dem Weg sich seine eigenen Wünsche und Träume zu erfüllen, begegnen einem sehr viel Ängste, Schmerz, Ablehnung, augenscheinlich Schlechtes. Schlechte Situationen, schlechte Menschen. Die übliche Reaktion ist sich dem hinzugeben und sich als Opfer zu fühlen. „Warum passiert gerade mir das? Warum ist das Leben so schwer? Ich muss um alles kämpfen. Ich würde ja gerne etwas ändern, aber…“. Na ja, die Frage ist doch wohl, wie finde ich heraus was ich will? Wie finde ich Zugang zu meinem Herzen. Wie kann ich mein Herz befragen was ich will und dann entscheiden lassen. Nach schmerzhaften Wochen, Monaten, wenn nicht Jahren habe ich erkannt, es geht über den Weg „Was ich NICHT will.“ Das Leben bietet so viele Möglichkeiten was man tun kann. Es ist ein Supermarkt der Möglichkeiten. Will ich ein Erdbeer-, ein Himbeer-,  Mango- oder Naturjoghurt. Unsere Sinne, in diesem Fall der Geschmackssinn, sagt uns ganz deutlich: Heute möchte ich ein Erdbeerjoghurt. Unser Herz ist nicht trainiert darauf, aus den vielen Möglichkeiten des Lebens das passende für sich rauszusuchen. Wir suchen das aus, was wir gewohnt sind, was bis jetzt funktioniert hat, was wir in der Schule gelernt haben, was uns unsere Eltern und Umfeld gezeigt haben. Doch das sind die Wünsche und Einstellungen der anderen. Nicht unsere eigenen. Wir haben sie einfach nur übernommen. Drum ist es so schwer zu wissen was man will. Also, die Gnade des Lebens schickt uns nun „schlechte“ Situation. Schlechte Chefs, schlechte Geschwister, schlechte Partner. Sie zeigen uns lediglich an, „DAS MÖCHTE ICH NICHT.“ Und in diesem Fall, sollten wir nach einer Veränderung suchen. Und nichts als das habe ich getan.

Die nächsten Themen: über Werten und Urteilen – das Vertrauen – Authentisch sein

 

Eine Bitte an, und für die Menschlichkeit

An dieser Stelle möchte ich Euch auch um etwas bitten. Falls jemand irgendwelche Ideen hat, Impulse, Meinungen, Kontakte, Netzwerk oder Sonstiges, bitte helft uns. Wir brauchen jede erdenkliche Hilfe. Denn eines ist klar. Wir können hier schon irgendwie leben, überleben. Aber ich möchte es besser machen. Es soll alles einen Sinn haben warum ich hier bin. Ich möchte hier nicht aufs Sterben warten, sondern etwas bewirken. Ich bin nicht Mutter Theresa oder habe ein Helfersyndrom. Ich will einfach nur die Chance nicht verschwenden und mich einbringen, endlich. Ich hatte den Mut, mein Leben zu ändern. Dann soll das ganze doch sinnvoll, menschlich sein. Ich habe die Möglichkeit, aber ich brauche auch Hilfe, insbesondere für meine Vision. Also bitte, eine wirkliche Bitte an Euch, unterstützt uns, unsere Ideen, die Menschlichkeit. Was immer in Eurer Macht steht tut, es wird zu Euch zurückkommen. Das Leben wird es Euch danken. Und wie ihr nach dem Lesen meiner folgenden Zeilen verstehen werdet, scheut nicht, auch Kritik zu äußern, eure echte Meinung zu sagen. Bitte hört in Euch rein, fühlt, sprecht und handelt wonach es euch ist. Egal ob es gut oder schlecht ist. Ich werde die Botschaften erkennen und für mich Impulse entnehmen können, die mir, uns und unseren Projekten helfen. Und gerne könnt Ihr falls es passt, meinen Newsletter und Informationen an interessierte Freunde und Bekannte weiterleiten. Je mehr von unseren Ideen und Projekten erfahren umso mehr Chancen haben wir, wirklich etwas Sinnvolles und Gutes zu bewirken. Und seid sicher, wie auch immer ihr helft, es ist in den besten Händen. Denn eines ist klar: wir meinen es gut.

Text: Sabine Zinab Hofmann
Email: sabine-hofmann@gmx.at

 

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